548 Drohnen Richtung Moskau: Ukraine erhöht den Druck auf Russlands empfindliche Infrastruktur
tzPolitik„Zauberstab gibt es nicht“: Ukraine plant Druck auf Ziele hinter Russlands DrohnenangriffenStand: 04.09.2026, 13:53 UhrKommentareUns auf Google folgenKovalenko: Nur Gegendruck in Russland kann ukrainis...
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„Zauberstab gibt es nicht“: Ukraine plant Druck auf Ziele hinter Russlands Drohnenangriffen
Stand: 04.09.2026, 13:53 Uhr
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Kovalenko: Nur Gegendruck in Russland kann ukrainischen Drohnenterror stoppen.
Moskau – Die Ukraine will russische Drohnenangriffe bekämpfen, indem sie vergleichbaren Druck auf empfindliche Ziele in Russland ausübt. Das erklärte Andrij Kovalenko, Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat, am 3. September in einem Telegram-Post.
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„Der einzige Weg, den russischen Drohnenterror zu stoppen, besteht darin, dasselbe auf ihrem Territorium an Punkten zu schaffen, die für sie schmerzhaft sind“, schrieb Kovalenko. Luftverteidigung allein könne den ukrainischen Luftraum nicht vollständig schützen, solange Russland die Fähigkeit behalte, Drohnen von seinem Territorium aus zu starten.

Kovalenko wies Vorstellungen zurück, eine einzige technologische Lösung könne Ukraines Luftraum sofort schließen. „Die Rede davon, dass es einen Zauberstab gibt, der den Himmel sofort schließen kann, entspricht nicht der Realität“, schrieb er. „Die Luftverteidigung funktioniert, aber die Ursache liegt auf russischem Territorium.“
Statt sich ausschließlich auf das Abfangen von Drohnen zu konzentrieren, müsse die Ukraine die Infrastruktur angreifen, die Russland seine anhaltenden Drohnenangriffe ermöglicht. Laut Kovalenko bereiten ukrainische Streitkräfte russischen Flughäfen bereits zunehmend Probleme – anhaltende Störungen beeinträchtigen Russlands Wirtschaft und die Lebensqualität seiner Bevölkerung.
Moskauer Flughäfen stark eingeschränkt
Kovalenkos Aussagen fallen in eine Phase intensiver ukrainischer Drohnenaktivität über Russland. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte auf Telegram mit, zwischen dem 2. und 3. September seien 548 ukrainische Drohnen Richtung Moskau geflogen. Der Flughafen Vnukovo wurde vorübergehend geschlossen, die Flughäfen Scheremetjewo und Domodedowo meldeten Einschränkungen.
Bereits am 1. September hatte Selenskyj den russischen Luftraum als „komplett unsicher“ bezeichnet und Airlines sowie Versicherer vor wachsenden Risiken gewarnt, berichtet Aviation Week. Kurz darauf kehrte die türkische Fluggesellschaft Pegasus Airlines zwei russisch gebundene Maschinen um und strich mehrere Verbindungen, so Kyiv Post.
Russlands Verkehrsminister Andrej Nikitin versicherte, man werde „keine wesentlichen Störungen des Zivilluftverkehrs zulassen“. Die Ukraine hatte zudem die internationale Luftfahrtbehörde ICAO über die wachsenden Sicherheitsrisiken im russischen Luftraum informiert, berichtet der US-Sender Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL).
Satellitenkrieg als nächste Front
Kovalenko prognostizierte, dass der Wettbewerb um Satellitenfähigkeiten zunehmend wichtiger werde, da ferngesteuerte Drohnen weiterentwickelt würden. Satelliten könnten es Operateuren künftig ermöglichen, Drohnen von praktisch überall auf der Welt zu steuern.
Als Reaktion würden künftige Weltraumstreitkräfte verstärkt darauf ausgerichtet sein, feindliche Satelliten zu neutralisieren. Russland entwickle ebenfalls Fähigkeiten in diesem Bereich, was die Ukraine und andere europäische Länder direkt betreffe, warnte Kovalenko. Quellen: Kovalenko/Telegram, Sobjanin/Telegram, Kyiv Post, Aviation Week, RFE/RL, nif/red.