Schafft die Merz-Regierung die „Rente mit 63“ ab? SPD-Generalsekretär Klüssendorf hat daran seine Zweifel

StartseitePolitikStand: 04.09.2026, 14:08 UhrKommentareUns auf Google folgenDas Aus für die „Rente mit 63“ ist eine Kernreform der Bundesregierung. Die Ziele: Rentenkassen und jüngere Generationen entlasten. Da...

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Schafft die Merz-Regierung die „Rente mit 63“ ab? SPD-Generalsekretär Klüssendorf hat daran seine Zweifel

Stand: 04.09.2026, 14:08 Uhr

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Das Aus für die „Rente mit 63“ ist eine Kernreform der Bundesregierung. Die Ziele: Rentenkassen und jüngere Generationen entlasten. Dagegen regt sich Widerstand.

Berlin – Wer 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann frühestens mit 64,5 Jahren in den Ruhestand – so die aktuelle Regel. Eine Expertenkommission hatte empfohlen, diese Möglichkeit abzuschaffen. Die Bundesregierung möchte diese Neuerung bald umsetzen. Doch dagegen regt sich Widerstand: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bezweifelt, dass die Bundesregierung die Rente mit 63 komplett abschafft.

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär, gibt in der SPD-Parteizentrale eine Pressekonferenz. (zu dpa: „SPD-Generalsekretär will Erbschaftsteuer-Schlupflöcher schließen“)

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf zweifelt an dem vollständigen Aus für die Rente mit 63. (Archivfoto) © Kay Nietfeld/dpa

Laut AFP sagte Klüssendorf am Freitag (4. September), dass er Zweifel an der Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren habe. „Weite Teile der Sozialdemokratie sehen das übrigens genauso.“ Für ihn sei klar, dass dies Geld koste. „Aber für die Akzeptanz unseres gesamten Rentensystems“ müsste die Koalition im Herbst in der Frage „eine kluge Antwort finden“.

SPD-Generalsekretär Klüssendorf: Bundestag kein „Abnickverein“

Anfang August sagte Klüssendorf nach Angaben der Zeit, dass Menschen, die sehr lange gearbeitet und ihre Beiträge gezahlt haben, früher abschlagsfrei in Rente gehen sollten. „Das ist kein Geschenk und keine Sonderbehandlung.“ Die Menschen hätten sich das verdient.

Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission könne man im Parlament noch ändern, so Klüssendorf in der AFP-Meldung, denn der Bundestag sei „kein Abnickverein, sondern die gewählte Vertretung der Bevölkerung“. In dieser gebe es – ebenso wie bei den Ministerpräsidenten beider Koalitionspartner – die Erwartung, „bei wichtigen Punkten noch einmal nachzuarbeiten“.

SPD-Generalsekretär möchte Krankschreibung ab dem ersten Tag nachverhandeln

Auch weitere Reformvorhaben sieht der SPD-Generalsekretär kritisch: „Ich halte die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Arbeitstag für nicht zielführend.“ Die SPD habe im Koalitionsausschuss dem Vorhaben nur deshalb zugestimmt, um die Forderung der Union nach Karenztagen zu verhindern. Generell schaue seine Partei „nicht mit diesem Misstrauen auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“.

Union und SPD hatten sich bereits geeinigt, Arbeitnehmer zu verpflichten, ein ärztliches Attest ab dem ersten Fehltag vorzulegen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verwies als Begründung auf den hohen Krankenstand. Anfangs hatten CDU und CSU Einschnitte bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gefordert, was die SPD jedoch ablehnte.

Arbeitministerin Bas wünscht sich Änderungen bei Minijobs – CDU verteidigt Reformen

Einen Gesetzesentwurf zur Rentenreform erarbeitet gerade das Bundesarbeitsministerium von Bärbel Bas (SPD). Sie bekennt sich im Grundsatz zu dem Reformvorhaben sowie der Übernahme der Empfehlungen der Rentenkommission. Allerdings möchte sie einige Themen nachverhandeln, etwa die geplante Abschaffung der Minijobs. Das gesamte Reformpaket möchte sie aber nicht aufschnüren. Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) verteidigte dagegen in der Zeit das Vorhaben: Der Vorschlag der Alterssicherungskommission sei klug, da er „gerecht im Sinne der Generationengerechtigkeit“ sei. Eine kleine Gruppe von Menschen „zulasten der jüngeren Generation“ zu bevorzugen, sei „nicht in Ordnung“.

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Widerstand gegen die Empfehlung der Reformkommission, die sogenannte „Rente mit 63“ abzuschaffen, kommt aus der SPD, aber auch von ostdeutschen CDU‑Politikern. Fünf Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder haben sich gegen die Abschaffung einer früheren, abschlagsfreien Rente ausgesprochen: Davon gehören drei der CDU an, zwei der SPD. Laut AFP ermöglicht die aktuelle Regelung Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren, ab 63 Jahren abschlagsfrei in Rente zu gehen. Die Altersgrenze steigt allerdings schrittweise auf 65 Jahre an, derzeit liegt sie bei 64,5 Jahren. (Quellen: AFP-Meldung, zeit.de) (jws)