Von Camping bis "Staycation": Die Deutschen lieben Urlaub zu Hause
<strong>Seen, Berge, Küsten oder historische Städte: Für viele Deutsche liegt das Urlaubsglück nach wie vor im eigenen Land. Mehr als jede dritte Urlaubsreise führte zuletzt zu einem Ziel in Deutschland. Besonders gefragt sind kurze Wege und unkomplizierte Reisen. Doch wie beliebt sind Camping und "Staycations" – also Ferien in den eigenen vier Wänden – wirklich?</strong>
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AUDIO: Urlaub im Inland ist und bleibt beliebt (3 Min)
Von Camping bis "Staycation"
Urlaub in Deutschland ist und bleibt beliebt
Stand: 21.07.2026 06:49 Uhr
Seen, Berge, Küsten oder historische Städte: Für viele Deutsche liegt das Urlaubsglück nach wie vor im eigenen Land. Mehr als jede dritte Urlaubsreise führte zuletzt zu einem Ziel in Deutschland. Besonders gefragt sind kurze Wege und unkomplizierte Reisen. Doch wie beliebt sind Camping und "Staycations" – also Ferien in den eigenen vier Wänden – wirklich?
von Sophia Spyropoulos, MDR AKTUELL
- Urlaub in Deutschland ist beliebt – vor allem bei Zielen in der Nähe schätzen Reisende die unkomplizierte Anreise.
- Nach dem Camping-Boom in der Corona-Zeit zeichnet sich inzwischen eine leichte Delle ab.
- Urlaub in den eigenen vier Wänden ist vielen dann doch zu eintönig.
Marko Martin schält sich aus seinem Neoprenanzug. Hinter ihm liegt der Hainer See im Süden von Leipzig hellgrau unter dunkelgrauen Wolken. Kühl ist es und windig – perfektes Wetter für Surfer wie ihn. Er war gerade auf dem Wasser und braucht eine kurze Pause. Anstrengend und windig sei es gewesen, meint er, aber sehr schön.
Marko Martin und seine Frau Annett verbringen ihren Sommerurlaub hier auf dem Campingplatz. Volle zwei Wochen. In anderen Jahren waren sie auch schon mehrere Monate am Stück hier: "Weil es einfach schön ist, und wir auch unsere Ruhe haben. Es ist noch nicht so überlaufen. Mit den Jahren hat man sich natürlich angefreundet mit den Nachbarn, die hier campen. Wir sind eine schöne Truppe."
Urlaub in der Nähe ist beliebt
Eine Straße weiter oben sind Volker und Rosemarie Schulz aus Zwönitz gerade erst angekommen, stehen vor dem vollgepackten Camper: "Wir haben einen näheren Trip gesucht, wo man nicht lange fährt. Wo man mal schnell übers Wochenende ein bisschen relaxen kann. Da ist uns der Hainer See eingefallen."
Auf kurzem Weg und ohne Stau in die Natur, das schätzen die Camper hier, die mehrheitlich aus der Umgebung kommen.
Leichter Rückgang beim Camping nach Corona
In der Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen zeigt sich allerdings auch: Urlaub in Deutschland ist und bleibt zwar beliebt. Speziell beim Camping folgt aber jetzt nach dem Corona-Boom eine Delle.
Der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt, ordnet das so ein: "Viele haben es ausprobiert und sind begeistert dabei geblieben. Einige haben aber auch festgestellt: Es war gut, aber jetzt ich wieder was anderes machen. Insgesamt, glaube ich, wird es keine großen weiteren Steigerungsraten geben."
Tagesausflügler kommen auf ihre Kosten
Aber für Urlaub zu Hause muss man ja nicht mal die eine Stunde bis zum nächsten Campingplatz fahren. Wie wäre es mal mit einer "Staycation": Die Urlaubstage in den eigenen vier Wänden verbringen und von da aus Touren starten. Solche Tagesausflügler sieht auch Susann Holley viele – seit fast zehn Jahren ist sie Rezeptionistin am Campingplatz Hainer See.
Surfen und Alpakawanderungen sind sehr gefragt, erzählt sie, genauso wie die Beachhütten: "Das ist eine kleine Hütte, die nicht zur Übernachtung gedacht ist, einfach nur als Lagermöglichkeit für eben Campingstühle und Sonnenschirm. Die Leute können das dann wirklich hier lassen, dadurch mit dem Fahrrad herkommen und einfach ihren Tag hier verbringen."
"Staycation" für viele dann doch zu langweilig
Aber für die meisten Camper – wie auch für Familie Schmiedgen – wäre das dann doch zu wenig Abwechslung, meint der Papa: "Wenn man zu Hause ist, ist man ganz häufig in den Alltagsstrukturen drin und dann trifft man immer die Leute rings herum. Davon muss man auch mal bisschen Urlaub nehmen. Da ist die Stunde Fahrt hierher eigentlich ideal."
Die Kinder, die schon Ferienwochen zu Hause verbracht haben, können dem Staycation-Trend auch nicht viel abgewinnen: "Das war langweilig. Außer vor dem Fernseher zu sitzen haben wir nicht viel gemacht."