Schadstoffe in der Luft: Feinstaub könnte Rheuma-Schübe auslösen
Weltweit leiden rund 18 Millionen Menschen an sogenannter rheumatoider Arthritis. Die schmerzhafte Erkrankung der Gelenke verschlimmert sich oft in Schüben. Forschende stoßen nun auf einen möglichen Zusammenhang mit der Luftqualität.
- 3 min read
Schadstoffe in der LuftFeinstaub könnte Rheuma-Schübe auslösen
04.09.2026, 13:51 Uhr
00:00
/
03:37

Weltweit leiden rund 18 Millionen Menschen an sogenannter rheumatoider Arthritis. Die schmerzhafte Erkrankung der Gelenke verschlimmert sich oft in Schüben. Forschende stoßen nun auf einen möglichen Zusammenhang mit der Luftqualität.
Eine hohe Luftverschmutzung durch Feinstaub könnte zu einer Erhöhung der Krankheitsaktivität bei Betroffenen mit rheumatoider Arthritis, kurz RA, führen. Das haben die Untersuchungen eines Forschungsteams der Seoul National University ergeben. Schübe könnten vor allem durch eine bestimmte Art von Feinstaub ausgelöst werden, schreiben die Forschenden zu den Ergebnissen, die im Jahrbuch "Annals of the Rheumatic Diseases" veröffentlicht wurden.
Für die Untersuchung konnten insgesamt 1070 Personen gefunden werden, die bereits wegen einer RA zwischen 2021 und 2024 in einem Krankenhaus behandelt wurden. Von den Probanden und Probandinnen wurden die Ergebnisse von mehr als 12.000 ambulanten Besuchsterminen erfasst und analysiert. Als Maß für die Krankheitsaktivität wurde der Disease Activity Score herangezogen.
Werte von sechs verschiedenen Schadstoffen
Für die weitere Untersuchung nutzte das Forschungsteam die monatlichen Durchschnittskonzentrationen von sechs Luftschadstoffen am Wohnort der Teilnehmenden der Studie. Dazu zählen Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Ozon, Kohlenmonoxid sowie Feinstaub der Größenklassen PM10 und PM2,5. In die Studiendaten wurden auch verschiedene sozioökonomischen Faktoren, die Therapie der RA sowie Temperatur und Luftfeuchtigkeit einbezogen, um diese als Einflussgrößen auszuschließen.
Bei der Auswertung zeigte sich: Insgesamt gab es bei 605 RA-Betroffenen 1278 Schübe. Diese standen besonders mit der Erhöhung der Feinstaubbelastung der Größe PM 2,5 in der Luft im statistischen Zusammenhang. Stieg die Feinstaubbelastung mit PM2,5 Partikeln an, stieg auch die Wahrscheinlichkeit für einen Schub bei den Betroffenen. Auch für PM10-Partikel und für Ozon war ein statistischer Zusammenhang sichtbar, allerdings wesentlich weniger deutlich.
Der Effekt der Erhöhung der Krankheitsaktivität durch die Belastung der Luft mit PM2,5-Feinstaub war bei Frauen und Nichtrauchern stärker ausgeprägt als bei Männern und Rauchern. Für das Risiko eines Schubes fanden die Forschenden diese Unterschiede jedoch nicht. Es stellte sich außerdem heraus, dass kurzfristige Belastungen durch Feinstaub nicht mit einem unmittelbaren Schub in Verbindung stehen. Vielmehr war eine Belastung über eine Dauer von mehr als zwei Wochen mit einer Erhöhung des Schubrisikos verbunden.
Da bei der Untersuchung nur Probanden und Probandinnen koreanischer Herkunft einbezogen worden sind, können die Ergebnisse nicht auf Bevölkerungsgruppen in anderen Ländern übertragen werden, schränken die Forschenden selbst ein. Zudem wurden die individuellen Schadstoffbelastungen der Studienteilnehmenden nur geschätzt. Dennoch lieferten die Ergebnisse der Studie starke Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Luftqualität und der Krankheitsaktivität bei RA sowie dem Einfluss von Feinstaub auf das Risiko von Krankheitsschüben. Die Ergebnisse könnten sowohl von Betroffenen als auch von behandelnden Ärzten und Ärztinnen mitgedacht werden, resümiert das Forschungsteam.
Quelle: ntv.de, jaz