Nahost aktuell: Trump reagiert auf Tod von US-Soldaten – Vergeltung angedroht
Newsblog zum Krieg in Nahost Trump reagiert auf Tod von US-Soldaten – Vergeltung angedrohtAktualisiert am 21.07.2026 - 00:55 UhrLesedauer: 6 Min.Die Huthi haben eine neue Blockade angekündigt. Trump reagiert au...
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Newsblog zum Krieg in Nahost
Trump reagiert auf Tod von US-Soldaten – Vergeltung angedroht
Aktualisiert am 21.07.2026 - 00:55 UhrLesedauer: 6 Min.
Die Huthi haben eine neue Blockade angekündigt. Trump reagiert auf den Tod von drei US-Soldaten. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Dienstag, 21. Juli
Behörde: Erneut Tanker in Straße von Hormus angegriffen
In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Er sei vor der Küste des Omans von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordöstlich des omanischen Ortes Limah.
Erst am Vortag war vor der Küste des Omans ein Schiff angegriffen worden und in Brand geraten. Der Iran verlangt, dass Schiffe eine Route entlang der eigenen Küste nehmen.
US-Armee meldet neue Welle von Luftangriffen auf den Iran
Die US-Armee hat am Montagabend eigenen Angaben zufolge eine neue Angriffswelle gegen den Iran gestartet. Durch die Angriffe solle Teheran daran gehindert werden, erneut Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, erklärte die US-Armee im Onlinedienst X. Die Angriffe seien auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump als "Oberbefehlshaber" der Streitkräfte um 22.00 Uhr MESZ aufgenommen worden, teilte das für die Region zuständige Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mit.
Die Angriffe zielten darauf ab, "die militärischen Fähigkeiten des Iran, die für Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus genutzt werden, weiter zu schwächen", hieß es in der Erklärung.
Von Riad geführte Koalition will Handelsschiffe schützen
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition kündigt eine entschlossene Reaktion auf die Drohungen der jemenitischen Huthi-Rebellen gegen Handelsschiffe an. Dies sei eine eklatante Verletzung des Völkerrechts und stelle einen Akt der Piraterie dar, teilt das Bündnis mit. Es seien bereits Schutzmaßnahmen für Schiffe eingeleitet worden, die die Meerenge Bab al-Mandab passieren.
Insider: Schiffsversicherungen im Roten Meer nach Huthi-Blockade teurer
Die Versicherungskosten für Frachtschiffe im Roten Meer steigen nach der Ankündigung einer Seeblockade Saudi-Arabiens durch die jemenitischen Huthi-Rebellen. Die Prämien für Kriegsrisiken klettern von rund 0,3 auf etwa 0,75 Prozent des Schiffswertes, wie Insider aus der Versicherungsbranche sagten. Dies bedeute für eine siebentägige Reise zusätzliche Kosten von Hunderttausenden Dollar. Die britische Seesicherheitsfirma Ambrey stuft Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien sowie Häfen des Landes am Roten Meer als stark gefährdet ein.
Montag, 20. Juli
Trump droht Iran nach toten US-Soldaten mit Vergeltung
Vor dem Hintergrund der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit besonders harter Vergeltung gedroht. "Jedes Mal, wenn der Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er diesen Tod um ein Vielfaches bezahlen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe unter anderem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine entsprechend angewiesen – was genau das US-Militär auf Trumps Anordnung hin tun soll, ließ der Präsident offen.
Am Wochenende hatte das US-Militär erstmals seit den Anfangstagen des Iran-Kriegs wieder den Tod von drei weiteren US-Soldaten nach iranischem Beschuss verkündet. Zwei von ihnen waren demnach am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten.
Huthi kündigen Blockade für saudische Schiffe an
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat erneut mit Angriffen in der Region gedroht und eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein "Verbot der Schifffahrt", sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari in einer Videobotschaft. Die Huthi seien zudem "vollständig bereit für alle Optionen", sagte er mit Verweis auf mögliche neue Angriffe.
Im Krieg der Huthi mit der international anerkannten Regierung im Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, gilt seit 2022 eine informelle Waffenruhe. Doch nach einer neuen Konfrontation vor einer Woche gibt es Befürchtungen, dass der Krieg wieder aufflammen könnte.
Saudi-Arabien war 2015 in den Bürgerkrieg eingetreten und verhängte eine Luft-, See- und Landblockade mit dem erklärten Ziel, den Waffenschmuggel zu den Huthi zu unterbinden. Die Blockade ist faktisch aber auch Mittel für einen Wirtschaftskrieg, um Druck auf die Miliz auszuüben und zu kontrollieren, welche Güter ins Land kommen. Dies trifft vor allem die Zivilbevölkerung, von der mehr als 22 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Chalil al-Haja wird neuer Anführer der Hamas
Chalil al-Haja ist nach Angaben der Hamas neuer Chef der Islamistenorganisation. Zuvor gab es eine interne Wahl über den Posten innerhalb der Terrororganisation. Seit Israels Tötung von Jahia al-Sinwar im Oktober 2024 wurde die Hamas von einem fünfköpfigen Führungsrat geleitet, dem auch al-Haja angehörte. Er ist auch Unterhändler bei den Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung für den Gazastreifen.
Al-Haja, geboren im Gazastreifen, hält sich die meiste Zeit in Katar auf. Im vergangenen Jahr hatte Israels Luftwaffe versucht, die Führungsspitze der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha anzugreifen – al-Haja war dabei Berichten zufolge ein Ziel. Nach Hamas-Angaben schlug die Attacke jedoch fehl. Vier seiner Söhne wurden bei israelischen Angriffen getötet, darunter einer bei dem Angriff in Doha.
Dritter US-Soldat nach iranischen Angriffen für tot erklärt
Nach iranischen Angriffen auf Jordanien ist ein dritter US-Soldat nun für tot erklärt worden. Das US-Zentralkommando meldete, nicht identifizierte menschliche Überreste gefunden zu haben, schreibt NBC News. Derzeit wird untersucht, ob es sich um den vermissten Soldaten handelt.
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Die drei Soldaten waren am Freitag bei einem iranischen Angriff auf US-amerikanische und Partnerstreitkräfte in Jordanien getötet worden. Unabhängig davon sei ein weiterer US-Soldat im Nordirak bei einer kontrollierten Sprengung von nicht explodiertem Munitionsgut aus einer iranischen Drohne getötet worden, so das Zentralkommando weiter. Ein weiterer Soldat wurde dabei leicht verletzt. "Unser tiefstes Mitgefühl gilt diesen Familien", zitiert NBC News US-Außenminister Marco Rubio. "Das sind Helden, die ihr Leben für uns geopfert haben."
Straße von Hormus: Schiff nahe Omans Küste in Brand
In der Straße von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden. Es sei von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) in der Nacht. Der Vorfall ereignete sich demnach acht Seemeilen (knapp 15 Kilometer) nordwestlich des omanischen Ortes Kumsar. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen, woraufhin die Besatzung evakuiert worden sei. "Der Brand ist nicht gelöscht worden und das Schiff treibt derzeit" auf See, meldete UKMTO. Schiffen wurde empfohlen, die Region mit Vorsicht zu durchfahren.
Ein unter der Flagge Maltas fahrender Öltanker habe an diesem Standort einen Notruf abgesetzt, berichtete die Sicherheitsfirma Ambrey. Irans Revolutionsgarden (IRGC) teilten der Nachrichtenagentur Fars zufolge mit, zwei Öltanker seien in der Meerenge "explodiert". Diese beiden "Abweichler" hätten versucht, in die Straße von Hormus und aus dieser hinaus über "die unsichere Route" zu fahren. Die Schiffe seien unter Druck des US-Militärs gezwungen worden, nicht die "ausgewiesenen sicheren Seewege" zu nutzen. Teheran hatte zuvor wiederholt erklärt, nur eine vom Iran vorgegebene Route durch die Straße von Hormus sei sicher.
Iran: Vermittler machen Vorschläge für Verhandlungen mit den USA
Der Iran hat angesichts der neuen militärischen Eskalation mit den USA eigenen Angaben zufolge Vorschläge von Vermittlern für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erhalten. Außenamtssprecher Ismail Baghai bestätigte eine entsprechende Frage in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Der Iran werde sich jedoch weiter entschlossen verteidigen, sagte der Sprecher. "Ich betone erneut, dass der diplomatische Apparat seine Aufgaben gemeinsam und im Einklang mit den Verteidigern des Vaterlandes in den Streitkräften weiterverfolgt. Die über Vermittler vorgebrachten Vorschläge wurden uns mitgeteilt und sind bei uns eingegangen", sagte Baghai.
USA laut Rubio weiter für Gespräche mit dem Iran offen
Die USA sind trotz neuer Angriffe gegen den Iran laut Außenminister Marco Rubio weiter zu Gesprächen mit Teheran bereit. "Wir sind stets offen für Diplomatie", sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) vor seinem Abflug zum Außenministertreffen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Es müsse aber eine Vereinbarung sein, die einzuhalten Teheran auch bereit sei. "Wir haben es mehrfach mit dem Iran versucht und werden es auch weiterhin versuchen. Sollte sich diese Tür öffnen, würden wir das begrüßen", ergänzte Rubio.
Das US-Militär bombardierte in der neunten Nacht in Folge Ziele in der Islamischen Republik. Von dort wurden Explosionen in gleich mehreren Gebieten gemeldet. Als Reaktion auf die US-Angriffe führte Teheran erneut Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region aus.
Sirenen heulen in Bahrain – Drohnenangriffe in Kuwait
Im Golfstaat Bahrain haben am Morgen erneut die Sirenen geheult. Die Einwohner seien aufgerufen, ruhig zu bleiben und sich an einen sicheren Ort zu begeben, teilte das Innenministerium in Manama auf der Plattform X mit.
Die Streitkräfte in Kuwait meldeten am Morgen neue Angriffe mit Drohnen aus dem Iran. Zu hörende Explosionen stammten von der Flugabwehr, die auf Angriffe reagiere, teilte die Armee mit.
US-Militär erklärt neue Angriffswelle im Iran für beendet
Das US-Militär hat seine erneute nächtliche Angriffswelle auf Ziele im Iran nach eigenen Angaben beendet. Man habe militärische Kommandozentralen, Anlagen zur Flugabwehr und Küstenüberwachung, Vorrichtungen für Raketenabschüsse und Drohnenstarts sowie Kommunikationsnetzwerke ins Visier genommen, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom am frühen Morgen deutscher Zeit auf X mit.
Das Ziel sei es gewesen, die Fähigkeit des Iran weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute anzugreifen, die die Straße von Hormus passieren, hieß es weiter. Die US-Angriffe erfolgten demnach in der nunmehr neunten Nacht in Folge. Im Streit um die für den weltweiten Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge ist der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder eskaliert.