Plötzlich und ohne Vorwarnung: Meteotsunami überflutet Küstenstadt in Kroatien – „es herrschte Panik“

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Plötzlich und ohne Vorwarnung: Meteotsunami überflutet Küstenstadt in Kroatien – „es herrschte Panik“

Meteotsunami überflutet Hafenpromenade in Kroatien – Augenzeugen berichten von panischen Szenen

Stand: 20.07.2026, 22:07 Uhr

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Ein plötzlicher Pegelanstieg hat den kroatischen Urlaubsort Mali Lošinj heimgesucht. Das Phänomen ist an der Adria bekannt – aber kaum vorhersagbar.

Mali Lošinj – Binnen weniger Augenblicke verwandelte sich die beschauliche Hafenpromenade in ein Wasserbad. Am Montagmorgen (20. Juli) traf ein sogenannter Meteotsunami den kroatischen Urlaubsort Mali Lošinj auf der gleichnamigen Insel in der Kvarner Bucht. Ohne Vorwarnung stiegen die Wassermassen an und überfluteten Cafés, Restaurants und Teile der Uferstraße.

Mali Lošinj in Kroatien Küstenort Adria Mittelmeer

Binnen weniger Sekunden stieg in Mali Lošinj am Montag (20. Juli) der Meeresspiegel, die Promenade wurde überschwemmt. (Archivbild) © Antonio Bat/dpa

Das Phänomen, das Einheimische als Šćiga bezeichnen, entsteht nicht durch tektonische Aktivität, sondern durch abrupte Luftdruckschwankungen bei Unwettern. Die Folge: Wellen, die in flachen Buchten durch Resonanzeffekte verstärkt werden und binnen Sekunden über Uferbereiche hereinbrechen können.

Augenzeugen schildern panische Flucht vor den Wassermassen

„Wir saßen beim Kaffee, als das Meer innerhalb von Sekunden stieg und die gesamte Riva überflutete. Die Menschen flohen, die Gastronomen räumten Tische – es herrschte Panik“, berichtete ein Augenzeuge dem kroatischen Portal Jutarnji list. Videoaufnahmen der Wetterplattform Crometeo dokumentieren, wie sich das Wasser rasant über die Promenade ergoss.

Nach Angaben von Dalmacija Danas stieg der Meeresspiegel um etwa 30 Zentimeter an. Das gesamte Schauspiel dauerte rund 20 Minuten – danach zog sich das Wasser wieder zurück, teils sogar unter den normalen Pegelstand. Größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet, wie eine Stadtsprecherin bestätigte.

Kroatiens Küstengeometrie begünstigt Meteotsunamis

Bereits wenige Tage zuvor, am 16. Juli, hatte ein ähnliches Ereignis die Insel Hvar getroffen. Petra Mikuš Jurković, stellvertretende Direktorin des kroatischen Wetterdienstes DHMZ, verwies gegenüber tportal auf die besondere Anfälligkeit der Adriaküste: Die zahlreichen Buchten und Häfen mit ihrer spezifischen Geometrie könnten solche Wellenentwicklungen erheblich verstärken. Besonders gefährdet seien die Hafenorte Stari Grad und Vela Luka auf den Inseln Hvar und Korčula.

In Vela Luka ereignete sich 1978 ein besonders schwerer Meteotsunami mit Wellenhöhen von rund sechs Metern, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) dokumentiert hat. Eine zuverlässige Vorhersage solcher Ereignisse bleibt jedoch schwierig: „Bei Meteotsunamis lassen sich zwar die Ursachen – wie Gewitter mit ihren Böenlinien – einigermaßen gut vorhersagen, allerdings müssten zusätzlich kleinräumige Luftdruck- und Meerespegelschwankungen gemessen werden“, erläutert der DWD.

Für Urlauberinnen und Urlauber an der kroatischen Küste bedeutet das: Bei plötzlichen Unwettern sollte auch ein schneller Pegelanstieg einkalkuliert werden – selbst wenn das Mittelmeer gemeinhin nicht für zerstörerische Tsunamis bekannt ist. (Quellen: Jutarnji list, Dalmacija Danas, tportal, DWD) (jm)