EU-Parlament baut eigene KI-Plattform für Abgeordnete auf

Abgeordnete und Mitarbeiter des Europäischen Parlaments greifen zunehmend auf KI-Chatbots zurück, um Reden, parlamentarische Anfragen, Änderungsanträge und Ähnliches zu formulieren. Das sorgt für Besorgnis in d...

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EU-Parlament baut eigene KI-Plattform für Abgeordnete auf

Abgeordnete und Mitarbeiter des Europäischen Parlaments greifen zunehmend auf KI-Chatbots zurück, um Reden, parlamentarische Anfragen, Änderungsanträge und Ähnliches zu formulieren. Das sorgt für Besorgnis in der Institution – unter anderem, weil dadurch schon Halluzinationen in parlamentarischen Unterlagen auftauchten. Als Antwort testet das Parlament nun eine eigene Plattform namens EPGenAI Hub, die ab September ausgerollt werden könnte.

Wie Politico berichtet, nutzen etwa 2100 Personen im Europäischen Parlament täglich KI – rund 20 Prozent der gesamten Belegschaft. Mehrere Ausschussvorsitzende schlugen daher wohl bei einem Treffen Anfang Juli Alarm: Eine wachsende Zahl von Abgeordneten und deren Assistenten verwende generative KI für legislative Arbeit, ohne dies offenzulegen, hieß es. Die Indizien dafür sind laut Parlamentsinsidern ein sprunghafter Anstieg übersetzungsbedürftiger Amendments, auffällige Schreibstile und halluzinierte Inhalte wie Referenzen zu nicht existierenden Gesetzen. Das ist nicht nur für die Qualität der Parlamentsarbeit unter Umständen ein Problem, sondern auch unter Datenschutz-Gesichtspunkten. Zusätzlich ist die Nutzung von KI durch Politiker aktuell ein hitzig debatiertes Thema.

Neue Plattform bietet Zugang zu verschiedenen Modellen

Brando Benifei, der als S&D-Abgeordneter die parlamentarische Arbeit am AI Act federführend mit begleitet hat, sagte gegenüber Politico: „Das Parlament ist nicht immun gegen KI-Müll und irreführende KI-generierte Inhalte.“ Um die Arbeit mit künstlicher Intelligenz in Zukunft aber in geregelte Bahnen zu lenken, soll es nun die neue Parlaments-Plattform geben. Hierüber sollen die Mitarbeiter wohl zwischen sicheren Modellen wie Meta’s Llama, OpenAI’s GPT-OSS und Mistral Small wählen können, die lokal vom Parlament gehostet werden, und externen High-End-Modellen wie OpenAI’s ChatGPT und Anthropic’s Claude Sonnet.

Diese Auswahl der Modelle werde im Hinblick auf europäische Souveränität aber nochmal geprüft, so die parlamentarische Pressestelle. Denn auch an dieser Stelle ringt die EU aktuell um Leitlinien und Sicherheit. Bei der Erkennbarkeit von KI ist das Parlament aber nun einen Schritt weiter: Die Kennzeichnungspflicht ab August nahm heute weiter Gestalt an.

(rie)