Hendrik Holt flieht bei Freigang: Europäischer Haftbefehl erlassen
Stand: 28.08.2026 • 14:08 Uhr Gegen den verurteilten Windkraft-Betrüger Hendrik Holt aus Haselünne (Landkreis Emsland) wurde ein Europäischer Haftbefehl erlassen. Holt war bei einem Fr...
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Stand: 28.08.2026 • 14:08 Uhr
Gegen den verurteilten Windkraft-Betrüger Hendrik Holt aus Haselünne (Landkreis Emsland) wurde ein Europäischer Haftbefehl erlassen. Holt war bei einem Freigang in Berlin geflohen.
Sein genauer Aufenthaltsort ist unklar. Ein Instagram-Post lässt vermuten, dass er sich in Moskau aufhält. Bestätigen ließ sich dies aber vorerst nicht. Die Staatsanwaltschaft war dazu am Donnerstagabend nicht mehr erreichbar. Auf einem Instagram-Account, hinter dem offenbar Hendrik Holt steckt, wurde ein Bild mit der Aufschrift "Liebesgrüße aus Moskau sehr schön hier der Kaviar ist fantastisch" gepostet. Bestätigt ist, dass Hendrik Holt am vergangenen Dienstag nicht von einem genehmigten, unbegleiteten Ausgang in ein Gefängnis bei Berlin zurückkehrte. Laut Staatsanwaltschaft Osnabrück wird seither nach ihm gefahndet. Zuerst hatte die "Hannoversche Allgemeine" (HAZ) darüber berichtet. Laut Staatsanwaltschaft befindet sich Holt bereits seit längerer Zeit im offenen Vollzug.
Schreiben lässt Flucht erahnen
Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sprach gegenüber dem NDR Niedersachsen von einem Schreiben, das aus dem Umfeld Holts stammen soll und in dem stehe: "Herr Holt hat das Bundesgebiet verlassen und wird nicht in die JVA des offenen Vollzugs in Berlin zurückkehren." Das Schreiben sei am Mittwoch gegen 9 Uhr eingegangen und liege der Staatsanwaltschaft vor. Am Dienstag um 6.30 Uhr hatte Holt laut Staatsanwaltschaft die JVA in Berlin verlassen. Auch der JVA sei das Schreiben geschickt worden. Aufgrund weiterer Informationen aus den Ermittlungen sei von einer Flucht Holts auszugehen, hieß es von der Staatsanwaltschaft.
Sendet Holt hier "Liebesgrüße aus Moskau"?
2022 zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt
Holt war 2020 im Berliner Hotel Adlon festgenommen worden. Im Jahr 2022 wurde er vor dem Landgericht Osnabrück in mehreren Verfahren zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von rund neun Jahren verurteilt. Dabei ging es um bandenmäßigen Betrug, Bestechung und Urkundenfälschung. Gemeinsam mit weiteren Familienmitgliedern hatte er internationalen Energiekonzernen teils frei erfundene Windpark-Projekte angeboten und dafür Millionenbeträge verlangt. Zudem hatte er ausländische Diplomaten bestochen, um sich mit einem Diplomatenpass gegen deutsche Strafverfolger immun zu machen. In der ARD-Doku "Holt - Der Windkraft-Schwindler" wurde der Fall nacherzählt. Auch Hendrik Holt kam darin zu Wort.