„Muss als Institution geführt werden“: Konflikt zwischen UEFA und FIFA erreicht neue Dimension

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„Muss als Institution geführt werden“: Konflikt zwischen UEFA und FIFA erreicht neue Dimension

Stand: 28.08.2026, 14:26 Uhr

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Der Machtkampf zwischen UEFA und FIFA eskaliert. Europas Verband erhöht den Druck auf Gianni Infantino – juristisch wie politisch.

Zürich/Nyon – Der Konflikt zwischen der UEFA und der FIFA erreicht eine neue Dimension. In Monaco haben die europäischen Nationalverbände den Kurs gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino bekräftigt. Im Zentrum steht der gescheiterte Plan, Teile der WM-Vermarktung an externe Investoren zu verkaufen. Die UEFA wirft dem FIFA-Präsidenten dabei einen schweren Machtmissbrauch und einen gravierenden Verstoß gegen seine Amtsverantwortung vor.

UEFA-Chef Aleksander Ceferin und FIFA-Präsident Gianni Infantino werden wohl keine Freunde mehr.

UEFA-Chef Aleksander Ceferin und FIFA-Präsident Gianni Infantino werden wohl keine Freunde mehr. © picture alliance/dpa | Robert Michael

Besonders brisant ist der juristische Vorstoß: Die UEFA bereitet nach eigenen Angaben ein mögliches Strafverfahren in der Schweiz vor. Ein 60-seitiges Dokument, das an ein US-Gericht in Florida versendet wurde, nennt den Vorwurf der kriminellen Misswirtschaft. Dafür sollen relevante Unterlagen gesichert werden. Noch gibt es keine Anklage, Infantino weist die Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.

UEFA fordert Rückverteilung von FIFA-Milliarden

Die UEFA fordert zudem eine unabhängige externe Prüfung der FIFA‑Forward-Enterprise. Der Weltverband könne sich in dieser Angelegenheit nicht selbst untersuchen, lautet die Argumentation. Gleichzeitig bleibt die politische Botschaft eindeutig: „Die FIFA muss wieder als eine Institution geführt werden, die dem Fußball dient – und nicht als Instrument individueller Macht agiert.“

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Trotz der Eskalation zeichnet sich beim geplanten Boykott von FIFA-Turnieren eine Kehrtwende ab. Nachdem die FIFA schriftlich zugesichert hat, dass das Projekt „unwiderruflich und dauerhaft zurückgezogen“ sei und „in keiner anderen Form“ wieder auftauchen werde, setzt die UEFA ihren Rückzug aus Wettbewerben zunächst aus. Betroffen wären unter anderem die U-20- und U-17-Weltmeisterschaften der Frauen sowie die U-17-WM.

Für Infantino bedeutet das allerdings keineswegs Entwarnung. Die UEFA sieht das Vertrauen in den FIFA-Chef als zerstört an und will bei einer erneuten Kandidatur eine glaubwürdige Alternative unterstützen. Die nächste FIFA-Präsidentenwahl findet am 18. März 2027 statt, die Bewerbungsfrist endet am 18. November. Einen eigenen Gegenkandidaten hat die UEFA jedoch bislang noch nicht präsentiert.

Auch bei den Finanzen sieht Europas Fußballverband Handlungsbedarf. Die FIFA verfügt über Milliardenreserven, die nach UEFA-Auffassung den Mitgliedsverbänden zugutekommen müssen. Gemeinsam mit anderen Konföderationen soll deshalb geprüft werden, ob ein Teil dieser Mittel verantwortungsvoll ausgeschüttet werden kann. Die zentrale Botschaft bleibt: „FIFA-Wettbewerbe stehen nicht zum Verkauf. Ebenso wenig die Führung unseres Sports.“ (LF)