Darmforscher nennt fünf Lebensmittel, die er niemals isst – und warum
StartseiteWeltStand: 28.08.2026, 14:20 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Darmforscher meidet diese fünf Lebensmittel, um sein Risiko für Lebensmittelvergiftungen zu senken. Das Überraschendste ist ein gesun...
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Stand: 28.08.2026, 14:20 Uhr
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Ein Darmforscher meidet diese fünf Lebensmittel, um sein Risiko für Lebensmittelvergiftungen zu senken. Das Überraschendste ist ein gesunder Mittagssnack.
Frankfurt am Main – Ein Wissenschaftler für Darmgesundheit hat die fünf Lebensmittel genannt, die er meidet, darunter auch eine gesunde Option, deren Aufnahme in die Liste manche überraschen dürfte. Jordan Haworth ist gastrointestinaler Physiologe an der Functional Gut Clinic im Vereinigten Königreich und hilft seit fast einem Jahrzehnt Menschen dabei, die Ursachen ihrer Verdauungsprobleme aufzuspüren.
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Dieser Artikel von Rebecca Flood und Emma Lee-Sang entstand in Kooperation mit newsweek.com.
„Als ich anfing, war mir gar nicht klar, dass Darmgesundheit überhaupt ein Thema ist“, sagte Haworth gegenüber Newsweek. „Heute wissen wir, wie wichtig die Darmgesundheit für unsere allgemeine Gesundheit ist. Sie beeinflusst unsere Stimmung, den Stoffwechsel, die Haut und das Immunsystem.“ Obwohl das Interesse an Darmgesundheit in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, bleibt das Bewusstsein dafür relativ gering.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2024, die von Danone North America in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass 41 Prozent der Amerikaner noch nie vom Darmmikrobiom gehört hatten, während 50 Prozent nicht wussten, dass es die Darmgesundheit beeinflussen kann. Das Darmmikrobiom ist die riesige Gemeinschaft aus Billionen von Bakterien und anderen Mikroben, die im Verdauungstrakt leben und bei der Verdauung helfen, nützliche Substanzen produzieren, das Immunsystem unterstützen und vor schädlichen Erregern schützen.
Grundlagen einer gesunden Darmflora
Haworth ist überzeugt, dass Darmgesundheit oft unnötig verkompliziert wird. „Der Begriff ist von Supermärkten und Nahrungsergänzungsmittel-Herstellern gekapert worden“, sagte er. „Die gute Nachricht ist: Für eine gesunde Darmflora braucht man weder teure Probiotika in Pillenform noch grüne Pulver.“ Stattdessen empfiehlt er, sich auf die „Grundlagen“ der Darmgesundheit zu konzentrieren, die er in die „drei F“ unterteilt.
Dazu zählt er Ballaststoffe wie Bohnen, Hafer, Äpfel, Birnen, Vollkorngetreide, Chiasamen und Flohsamenschalen. Außerdem gehören für ihn Phenole (Polyphenole) dazu, also Verbindungen in farbintensiven und bitteren Lebensmitteln wie Blaubeeren, Rotkohl, Kaffee, dunkler Schokolade und Olivenöl. Als dritte Säule nennt er fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Kimchi und Sauerkraut, die die Vielfalt der Darmbakterien fördern können.
Darüber hinaus rät er, ausreichend zu schlafen, Stress zu managen und sich pro Woche mindestens 150 Minuten zu bewegen. Nach seiner Erfahrung sind es diese grundlegenden Lebensstilfaktoren, die auf lange Sicht den größten Einfluss auf Verdauung, Wohlbefinden und Krankheitsanfälligkeit haben. Viele Menschen suchten dagegen nach schnellen Lösungen in Form von Trendprodukten, statt ihre Alltagsgewohnheiten anzupassen.
Nach Haworths Einschätzung wird das Vermeiden von Lebensmittelvergiftungen als Teil des Schutzes der Darmgesundheit häufig übersehen. „Lebensmittelvergiftungen sind der größte Zerstörer der Darmgesundheit“, sagte er. „Die Keime, die lebensmittelbedingte Erkrankungen auslösen, können langfristige Auswirkungen auf den Darm haben und Beschwerden auslösen, die weit über den akuten Infekt hinausgehen.“
Lebensmittelvergiftung als unterschätztes Risiko
Er verweist auf Forschung, der zufolge etwa jeder fünfte Mensch nach einer Campylobacter-Infektion ein postinfektiöses Reizdarmsyndrom entwickelt. „Das nennt sich postinfektiöses Reizdarmsyndrom“, erklärte Haworth. „Wir gehen davon aus, dass die verschiedenen Bakterien, die Lebensmittelvergiftungen verursachen, eines gemeinsam haben: Sie produzieren ein Toxin namens CdtB, das den Darm schädigen kann.“
Studien deuten darauf hin, dass dieses Gift zu einer langfristigen Entzündung und erhöhten Empfindlichkeit im Darm führen kann, sodass Betroffene plötzlich Lebensmittel nicht mehr vertragen, die sie zuvor problemlos gegessen haben. Während eine korrekte Lagerung und Zubereitung von Speisen zu Hause wichtig ist, räumt Haworth ein, dass viele Fälle von Lebensmittelvergiftung außerhalb des eigenen Haushalts auftreten, etwa beim Essen unterwegs oder bei größeren Veranstaltungen.
Häufige Ursachen außerhalb der eigenen Küche
„Aus diesem Grund versuche ich, typische Übeltäter, wenn möglich, zu meiden – etwa Buffets und Kebabs“, sagte er. Dort sei schwer nachzuvollziehen, wie lange Speisen bereits stünden oder wie sorgfältig mit Rohwaren umgegangen worden sei. Auf Grundlage seiner Erfahrungen und der verfügbaren Daten hat Haworth fünf konkrete Lebensmittel identifiziert, die er bewusst nicht isst.
Das erste Lebensmittel, das Haworth meidet, sind rohe Austern. „Austern sind Filtrierer“, erklärte er. „Das bedeutet, dass sie alles aufnehmen, was im umgebenden Wasser enthalten ist, einschließlich Bakterien und anderer Krankheitserreger.“ Gerade in Gewässern mit zweifelhafter Wasserqualität könne die Belastung mit Keimen entsprechend hoch sein.
1. Rohe Austern und ihr Keimrisiko
Zwar habe er rohe Austern bereits probiert, doch würde er sie nur noch essen, wenn sie gegart oder zuvor depuriert worden seien. Bei der Depuration werden die Tiere in UV-behandeltem Wasser gehalten, um potenziell schädliche Bakterien zu reduzieren. Auch wenn dieses Verfahren das Risiko senkt, sei es seiner Ansicht nach kein absoluter Schutz vor allen möglichen Erregern.
Als Nächstes stehen halb durchgegarte Rindfleisch-Burger auf seiner Liste. „Ich denke, das passiert vor allem in Restaurants, in denen man gefragt wird, wie der Burger zubereitet werden soll“, sagte Haworth. „Wir denken instinktiv an Steak und tendieren dazu, ihn eher blutig oder medium zu bestellen, ohne den Unterschied bei der Verarbeitung zu bedenken.“
Im Gegensatz zu einem Steak wird ein Burger aus Hackfleisch hergestellt, wodurch sich Bakterien, die sich ursprünglich auf der Oberfläche des Fleisches befanden, beim Zerkleinern im gesamten Patty verteilen können. Wird der Burger im Inneren nicht ausreichend erhitzt, können diese Keime überleben und eine Lebensmittelvergiftung auslösen, selbst wenn die Außenseite gut durchgebraten erscheint.
2. Rote Rindfleisch-Burger und verarbeitete Produkte
Vor diesem Hintergrund empfiehlt Haworth, Burger grundsätzlich vollständig durchzugaren, insbesondere wenn sie aus konventionell produziertem Hackfleisch stammen. Wer den Geschmack von Steak liebe, solle besser zu einem ganzen Stück Fleisch greifen, das bei Bedarf außen scharf angebraten und innen rosa serviert werden könne. Bei Hackfleisch sei diese Vorgehensweise hingegen aus hygienischer Sicht deutlich riskanter.
Drittes Lebensmittel auf Haworths Liste ist Sushi. „Sushi wird in der Regel aus Sushi-Qualitätsfisch hergestellt“, sagte er. „Dabei wird der Fisch tiefgefroren, um Parasiten abzutöten. Das Problem ist, dass damit nicht zwangsläufig alle bakteriellen Risiken beseitigt werden.“ Wird Sushi erst einmal zubereitet, sollte es möglichst rasch verzehrt werden, um Keimwachstum zu begrenzen.
Aus diesem Grund rät er zur Vorsicht bei stark reduzierten Sushi-Packungen, die bereits längere Zeit in den Regalen liegen. Je länger das Produkt ungekühlt oder nur suboptimal gekühlt herumsteht, desto mehr Gelegenheit haben Bakterien, sich zu vermehren. Bei mangelnder Kühlkette oder unsauberer Verarbeitung steigt das Risiko, dass es zu einer Lebensmittelvergiftung kommt.
3. Sushi und Zeit auf dem Regal
Wer Sushi esse, solle daher auf eine durchgängige Kühlung, frische Zubereitung und seriöse Anbieter achten, so Haworth. Selbst bei Einhaltung aller Vorschriften lasse sich das Risiko zwar nicht vollständig ausschließen, doch könne es mit umsichtigem Verhalten deutlich verringert werden. Für besonders empfindliche Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem könnten alternative, gegarte Fischgerichte die sicherere Wahl sein.
Keimsprossen mögen zwar einen Ruf als typisches Gesundheitsessen haben, doch Haworth sieht sie anders. Zwar sind sie kalorienarm und reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen wie Sulforaphan, aber seiner Einschätzung nach bergen sie ein erhöhtes Lebensmittelsicherheitsrisiko. Gerade für Menschen mit Vorerkrankungen könne eine Infektion schwerwiegende Folgen haben.
4. Sprossen als Wachstumsboden für Bakterien
„Zum einen liegt es an der Art, wie sie angebaut werden: warm und feucht – perfekte Bedingungen für Bakterienwachstum“, sagte er. „Außerdem wachsen sie bodennah, dort, wo viele Bakterien leben. Der zweite Grund ist, dass sie meist roh verzehrt werden.“ Werden potenziell belastete Sprossen nicht erhitzt, gelangen vorhandene Keime direkt in den Körper und können sich im Darm ausbreiten.
Vor diesem Hintergrund raten manche Fachleute bestimmten Gruppen, wie Schwangeren, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, von rohen Sprossen eher ab. Wer sie dennoch essen möchte, sollte besonders auf Hygiene achten und in Erwägung ziehen, sie zumindest kurz zu erhitzen. Für Haworth überwiegt das Risiko jedoch den gesundheitlichen Nutzen, sodass er persönlich auf Sprossen verzichtet.
5. Vorgewaschene Salatmischungen im Beutel
Der letzte Punkt auf Haworths Liste dürfte viele besonders überraschen: verpackte Fertigsalate. Seiner Ansicht nach ist das Risiko erhöht, weil es auf dem Weg vom Feld bis in den Beutel zahlreiche Gelegenheiten für Verunreinigungen gibt – bei der Ernte, Verarbeitung, Verpackung und dem Transport. Jeder zusätzliche Verarbeitungsschritt bedeute potenziell mehr Kontaktpunkte mit Geräten und Menschen.
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat grünes Blattgemüse und andere rohe pflanzliche Produkte als Lebensmittel eingestuft, die häufig mit Ausbrüchen von Lebensmittelvergiftungen in Verbindung gebracht werden, weil sie oft ungekocht verzehrt werden. „Man muss sich nur den jüngsten Cyclospora-Ausbruch in den USA ansehen, der mit Eisbergsalat in Verbindung gebracht wurde“, sagte Haworth. „Diese gemischten Salatbeutel sind etwas, bei dem man vorsichtig sein sollte.“
Sie enthielten verschiedene Blattsalate aus unterschiedlichen Quellen, was bedeute, dass mehr Menschen mit dem Produkt in Berührung kommen und es mehr Möglichkeiten für Kreuzkontamination gebe. Sein Rat ist entsprechend klar: „Halten Sie sich von diesen vorgefertigten Beuteln fern“, sagte Haworth. „Wenn ich Spinat essen möchte, kaufe ich nur Spinat und wasche ihn gründlich.“ Auf diese Weise habe man zumindest mehr Kontrolle über Reinigung und Handhabung.