Langzeitpraktika als Chance für Menschen mit schlechteren Abschlussnoten

Dann hat das Arbeitsamt ein Langzeitpraktikum vorgeschlagen, mindestens vier Monate, höchstens ein Jahr – zum Kennenlernen, mit Übernahme-Möglichkeit in die Ausbildung. "Der Vorteil ist natürlich, man kann de...

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Langzeitpraktika als Chance für Menschen mit schlechteren Abschlussnoten

Dann hat das Arbeitsamt ein Langzeitpraktikum vorgeschlagen, mindestens vier Monate, höchstens ein Jahr – zum Kennenlernen, mit Übernahme-Möglichkeit in die Ausbildung.


"Der Vorteil ist natürlich, man kann den Beruf viel intensiver kennenlernen, dann ist man in den Prozessen wirklich drin und weiß, was der Beruf wirklich beinhaltet. Ich würde es ziemlich sicher auch noch mal so machen." Simon Nobis, Auszubildender bei polyscale

Bei Simon Nobis hat es funktioniert, er wurde als Auszubildender übernommen und konnte - dank seiner Erfahrung - das erste Lehrjahr in der Berufsschule überspringen. Auch Tobias Wersig, Geschäftsführer von Polyscale, ist zufrieden. Schon zum zweiten Mal hat er über die sogenannte Einstiegsqualifizierung einen passenden Auszubildenden gefunden.

"Wir filtern sehr stark, weil wir ein kleines Unternehmen sind. Bei uns haben die Auszubildenden direkt relativ große Verantwortung. Da muss es menschlich passen. Wir stellen auch Auszubildende ein, um sie zu übernehmen, das ist uns wichtig." Tobias Wersig, Geschäftsführer von polyscale

Betriebe, die einen jungen Menschen für ein Langzeitpraktikum einstellen, schließen einen Praktikumsvertrag und bekommen finanzielle Zuschüsse von der Arbeitsagentur. Für das Praktikumsgeld und für die Sozialversicherung, insgesamt 425 Euro.

Simon Nobis war hartnäckig, er wollte das Praktikum unbedingt, erinnert sich Geschäftsführer Wersig, deshalb hat er ihn gerne eingestellt. Mit der Unterstützung vom Arbeitsamt einen Jugendlichen im Praktikum besser kennenzulernen - da stimme das Gesamtpaket.

Das Wichtigste in Kürze

Ausbildungsmarkt 2026
Die Betriebe bieten weniger Stellen an. Für junge Menschen in NRW ist es schwieriger geworden, eine Ausbildungsstelle zu finden. Für das aktuelle Ausbildungsjahr haben die Betriebe 92.947 Ausbildungsstellen gemeldet, das sind gut 6.000 weniger als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Interessenten für eine Ausbildung ist mit rund 105.000 jedoch konstant geblieben. Zum Start in das neue Ausbildungsjahr sind in NRW noch 38.000 Interessenten auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, demgegenüber stehen gut 23.000 offene Stellen.

Eine Chance für viele NRW Betriebe

Auch die Industrie- und Handelskammern werben bei ihren Unternehmen dafür. Langzeitpraktika können eine Möglichkeit sein, langfristig einen freien Ausbildungsplatz zu besetzen. Dabei ist die Lage in NRW je nach Region sehr unterschiedlich. Während es im Rheinland und Ruhrgebiet mehr Bewerber als freie Ausbildungsplätze gibt, ist es im Sauer- und Siegerland umgekehrt.