Land erlaubt Drug-Checking: Süchtige dürfen Rauschgift auf Reinheit prüfen lassen

Es sei "kein staatliches Gütesiegel für Drogen", betont die Landesregierung: Süchtige können ihre Drogen künftig überprüfen lassen, zum Beispiel auf Verunreinigungen – allerdings nur an ganz bestimmten Orten.

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Land erlaubt Drug-Checking: Süchtige dürfen Rauschgift auf Reinheit prüfen lassen

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Land erlaubt Drug-Checking Drogensüchtige dürfen Rauschgift auf Reinheit prüfen lassen

Es sei "kein staatliches Gütesiegel für Drogen", betont die Landesregierung: Süchtige können ihre Drogen künftig überprüfen lassen, zum Beispiel auf Verunreinigungen – allerdings nur an ganz bestimmten Orten.

Ein Klient hält in einem Konsumraum eine Nierenschale mit sterilem Konsumzubehör in der Hand.

Die Prüfung soll zeigen, ob die Substanzen hoch konzentriert, gestreckt oder verunreinigt sind. Bild © picture alliance/dpa | Katharina Kausche

Die Landesregierung will erlauben, Rauschgift auf Reinheit zu prüfen - allerdings nur für Schwerstabhängige in Frankfurter Drogenkonsumräumen. Eine neue Verordnung solle den rechtlichen Rahmen für das sogenannte Drug-Checking schaffen, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Der Verordnungsentwurf befinde sich in der Anhörung.

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00:18 Min.|28.08.26

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Beim Drug-Checking werden mitgebrachte Substanzen auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Dadurch können beispielsweise besonders hohe Konzentrationen oder gefährliche Beimengungen erkannt werden.

Verknüpft mit Beratung für Süchtige

Das bundesweit geltende Betäubungsmittelgesetz sieht diese Möglichkeit vor. Die Länder müssen allerdings durch Rechtsverordnungen die Voraussetzungen für Modellprojekte schaffen. Die Stadt Frankfurt fordert das seit langem. Nun will das Land Hessen den Weg frei machen, allerdings in begrenztem Umfang.

"Vorgesehen ist, dass die Untersuchung von Substanzen in bestehenden Drogenkonsumräumen angeboten und mit einer persönlichen Beratung verknüpft wird", teilte das Gesundheitsministerium mit. "Sicheren Drogenkonsum gibt es nicht", betonte Ministerin Diana Stolz (CDU). Drug-Checking sei "kein Selbstzweck und erst recht kein staatliches Gütesiegel für Drogen".

Wenn Suchtkranke über das Drug-Checking erreicht würden, könne man sie vor besonderen Gefahren warnen und ihnen gleichzeitig Beratung und konkrete Hilfe anbieten. "Deshalb gehört ein Modellvorhaben für Drug-Checking für uns in bestehende Einrichtungen und nicht losgelöst davon an irgendeinen anderen Ort", so Stolz.

Modellprojekt mit Cannabis in Wiesbaden

In Wiesbaden konnten Clubbesucher zuletzt fünf Monate lang ihr mitgebrachtes Cannabis auf Schadstoffe oder Verunreinigungen testen lassen. Die Stadt hätte nach eigener Aussage auch gerne die Prüfung anderer, illegaler Drogen wie Ecstasy, Speed und Kokain angeboten. Doch dazu hätte es die entsprechende Verordnung gebraucht.

Das Pilotprojekt war das erste dieser Art in Hessen. Mitte August zog die Stadt eine positive Bilanz. Demnach wurde das Angebot fast 50 Mal genutzt. Zwar erhielten die Proben häufig einen hohen THC-Gehalt, dennoch gab es keinen Fall, in dem die Tester vom Konsum aus gesundheitlichen Gründen abrieten.

Ob das Drug-Checking in Wiesbaden fest etabliert wird, ist noch offen. Darüber muss die neue Rathaus-Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Volt entscheiden.