„Das ist meiner Meinung nach eine Schande“: MHP-Gründer wütet über Porsche-Deal und Verkaufspreis

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„Das ist meiner Meinung nach eine Schande“: MHP-Gründer wütet über Porsche-Deal und Verkaufspreis

Stand: 28.08.2026, 14:07 Uhr

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Porsche verkauft seine Beratungstochter MHP an die indische Tata-Group. Einer der Gründer des Unternehmens ist von dem Deal alles andere als begeistert.

Ludwigsburg – Was sich schon länger abgezeichnet hatte, wurde vor wenigen Tagen zur Gewissheit. Der Autobauer Porsche verkauft seine Management- und IT-Beratungstochter MHP an einen indischen IT‑Konzern. Konkret wurde am 24. August der Vertrag über den Kauf der Porsche-Tochter mit Sitz in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) durch die Tata Consultancy Services (TCS) mit Sitz in Mumbai (Indien) unterzeichnet. Einer der beiden Gründer des Unternehmens ist von dem Deal, der offenbar Teil der Strategie von Mutterkonzern VW war, alles andere als begeistert.

MHP wurde im Jahr 1996 in Ettlingen (Kreis Karlsruhe) von Ralf Hofmann und Lutz Mieschke gegründet. Der Firmenname steht für „Mieschke, Hofmann und Partner“. Mieschke – nicht zu verwechseln mit dem früheren Finanzvorstand der Porsche AG, Lutz Meschke – trat bereits 2007 als Geschäftsführer zurück und gab 2010 auch seine Gesellschafteranteile zurück. Mit dem Verkauf des von ihm mitgegründeten Unternehmens ist er aber nicht einverstanden. „Wenn ich tot wäre, würde ich mich heute im Grabe umdrehen“, schreibt er in einem LinkedIn-Post.

„Im Ernst!“: MHP-Gründer Lutz Mieschke wundert sich über Verkaufspreis

„Glücklicherweise bin ich aber noch am Leben“, schreibt Lutz Mieschke in seinem Post weiter. „Betrachten Sie dies also als eloquentere Alternative.“ Laut einer Mitteilung an die Börse in Mumbai sei der Unternehmenswert von MHP mit 320 Millionen Euro bewertet worden. „Für eine Beratung mit rund 5.000 Mitarbeitern und über 700 Millionen Euro Jahresumsatz“, schreibt Mieschke. „Im Ernst!“ Die WirtschaftsWoche hatte in einem Artikel jüngst erklärt, dass der Wert des Unternehmens vor der Komplettübernahme durch Porsche noch mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet worden sein soll.

NameMHP Management- und IT-Beratung GmbH
Gründung1996 in Ettlingen, Baden-Württemberg
GründerRalf Hofmann und Lutz Mieschke
SitzLudwigsburg, Baden-Württemberg
BrancheManagement- und IT-Beratung
Mitarbeiterrund 4800 weltweit
Umsatzrund 743 Millionen Euro (2025)

Darauf verweist auch Mieschke in seinem Post. Er erklärt, dass Porsche die verbleibenden Anteile von 18,2 Prozent von Mitgründer Ralf Hofmann im Jahr 2024 zu Konditionen gekauft habe, die einen Unternehmenswert von rund 1,5 Milliarden Euro implizieren. Auch im vergangenen Jahr, als erstmals Verkaufspläne bekannt wurden, soll der Wert noch mit über einer Milliarde Euro angegeben worden sein. „Zwei Jahre später: 320 Millionen Euro für 100 Prozent – plus angeblich eine Umsatzgarantie von Porsche in Höhe von über 1 Milliarde Euro“, so Mieschke.

K. Krithivasan, CEO der Tata Consultancy Services (TCS, links) und Porsche-CEO Michael Leiters bei der Vertragsunterzeichnung in Mumbai, Indien.

Porsche verkauft seine Beratungstochter MHP an die indische Tata-Gruppe. Davon ist Mitgründer Lutz Mieschke nicht begeistert. © MHP

Wert von MHP „liegt in seinen Menschen und seiner Kultur“

Die WirtschaftsWoche hatte in ihrem Bericht die Frage aufgeworfen, ob der MHP-Unternehmenswert von Lutz Meschke – dem ehemaligen Porsche-Finanzchef – zu hoch angesetzt wurde. „Hat er womöglich dafür gesorgt, dass seinem Vertrauten Hofmann ein völlig überhöhter Preis für die 18 Prozent gezahlt wurde?“, fragte die Zeitung. Mieschke, der MHP‑Gründer, stellt eine ähnliche Frage in den Raum, bezeichnet sie in seinem LinkedIn-Post aber ausdrücklich als „Gedankenexperiment“, da er mit den Vertragsdetails nicht vertraut sei.

„Aber meine persönliche Schlussfolgerung als Gründer bleibt: Dieser Preis wird dem, was Generationen von MHPlern aufgebaut haben, nicht gerecht“, schreibt der Unternehmer. „Das ist meiner Meinung nach eine Schande, und es tut mir sehr leid für alle, die zum 30-jährigen Erfolg von MHP beigetragen haben!“ Der wahre Wert des Unternehmens lasse sich nicht in einer Mitteilung erklären. „Er liegt in seinen Menschen und seiner Kultur.“ (Verwendete Quellen: LinkedIn-Post von Lutz Mieschke vom 24. August, wiwo.de, mieschke.de)