Türkei verhaftet DW-Journalist erneut: Bundesregierung zeigt sich „sehr irritiert“
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Zwischen Ermittlung und Entlassung: Was hinter der Verhaftung des DW-Journalisten in der Türkei steckt
Stand: 22.07.2026, 20:38 Uhr
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Ein X-Post reichte für eine erneute Verhaftung. Der DW-Journalist Alican Uludag war erst im Mai freigekommen. Er wurde inzwischen unter Auflagen freigelassen.
Berlin/Ankara – Das Auswärtige Amt verfolgt nach eigenen Angaben den Fall des türkischen Investigativjournalisten Alican Uludag sehr aufmerksam. Die neuerliche Festnahme des Reporters der Deutschen Welle (DW) habe die Bundesregierung „sehr irritiert“, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin.

Uludag, der für den Auslandssender hauptsächlich als Justizreporter tätig ist, war am Dienstag (21. Juli) in Ankara erneut von der Polizei festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werde gegen ihn wegen der Vorwürfe der „Aufstachelung des Volkes zu Feindseligkeit oder Erniedrigung“ sowie der „Verbreitung irreführender Informationen“, basierend auf einem X-Post, ermittelt. Wie die türkische Zeitung Cumhuriyet berichtet, wurde der Journalist inzwischen unter Auflagen wieder freigelassen.
Prozess geht weiter: Am 18. September wird das Verfahren gegen Uludag in Istanbul fortgesetzt
Vom Auswärtigen Amt hieß es weiter, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit seien höchste Güter, an denen sich die Türkei als Mitglied des Europarates messen lassen müsse. Der Sprecher sagte, es sei wichtig, dass die Deutsche Welle genauso wie alle anderen Journalistinnen und Journalisten auch frei berichten könne. Die Deutsche Welle leiste in der Türkei und weltweit sehr wichtige Arbeit. Der Sprecher stellte zudem klar, dass es sich jedoch nicht um einen Konsularfall handele, da der festgenommene Journalist nicht die Voraussetzung der deutschen Staatsbürgerschaft erfülle.
Uludag war im Mai nach einer dreimonatigen Untersuchungshaft im Istanbuler Gefängnis Silivri entlassen worden. Ein gegen ihn laufender Prozess, in dem der Journalist wegen der Vorwürfe der Präsidentenbeleidigung, Verbreitung irreführender Informationen und der Herabwürdigung der Türkei in wiederholten Fällen angeklagt ist, soll am 18. September fortgesetzt werden. Uludag bestritt die Vorwürfe gegen ihn und verteidigte sich mit dem Recht auf Presse- und Informationsfreiheit. Nach seiner Festnahme im Februar hatte der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) die Freilassung Uludags gefordert. (dpa)