„Würde aufstehen und gehen“: Schild in Restaurant verärgert Gäste

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„Würde aufstehen und gehen“: Schild in Restaurant verärgert Gäste

Stand: 02.09.2026, 21:11 Uhr

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Warum akzeptieren manche Gastwirte keine Kartenzahlung? Ein Gastronom rechnet Gebühren vor und erntet im Netz Spott.

Hamburg – In Deutschland zahlen viele Menschen weiterhin am liebsten bar. Laut Zahlen der Deutschen Bundesbank erfolgte 2023 rund die Hälfte aller Zahlungen mit Scheinen und Münzen. Viele Kunden nutzen dennoch lieber Kartenzahlung. Sie reagieren genervt, wenn Läden Kreditkarten ablehnen oder Mindestbeträge fordern. Auf Reddit zeigt sich dieser Konflikt, als ein Nutzer ein Schild aus einem Lokal teilt.

Hinweis im Restaurant

Auf diesem Hinweisschild wird erklärt, wie Bargeld angeblich seinen Wert behält – im Gegensatz zu digitalen Transaktionen. © Screenshot Reddit

Darauf steht, dass Kartenzahlung erst ab 25 Euro möglich ist – nur mit Girocard. Trinkgeld wünsche man sich in bar. Auf der Rückseite rechnet der Wirt vor, warum er Bargeld bevorzugt. Ein 50-Euro-Schein behalte seinen Wert nach vielen Käufen. Bei jeder Kartenzahlung gehen laut dem Schild aber 2,5 Prozent Gebühren ab. Nach 36 Käufen blieben von den 50 Euro nur fünf Euro übrig. Die restlichen 45 Euro gehörten dann der Bank. Zudem würden Barzahlungen den Steuerberater unnötig machen. Das wirkt auf viele Nutzer verdächtig.

Finanzexperte: Gebühren bei Kartenzahlung hängen von vielen Faktoren ab

Auf Reddit vermuten Nutzer Steuerhinterziehung, die in der Gastronomie manchmal vorkommt. Die Gebühren seien ja sehr gering, viel kleiner als die Steuerersparnis. Der tägliche Kassensturz koste doch Zeit. Auch Fehler vom Personal beim Rechnen, Diebstahl und Verluste würden Bargeld teuer machen, so die Vermutung.

Lars Hornuf ist Professor für BWL an der TU Dresden. Er erklärt bei der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media, dass die Kosten für Bezahlgeräte stark schwanken. Sie hängen davon ab, ob Gastronomen die Geräte mieten oder kaufen und welche Karten sie akzeptieren. „Die Mietgebühren für das Lesegerät liegen oft zwischen zehn und 30 Euro im Monat“, sagt er. Dazu kommen kleine Cent-Beträge pro Kauf und prozentuale Gebühren. Bei der Girocard liegen sie bei 0,2 bis 1 Prozent. Bei Kreditkarten steigen sie auf 1 bis 2,5 Prozent.

Experte: Kartengebühren treffen Wirte bei kleinen Beträgen

Der Experte erklärt, dass die Gewinne in der Gastronomie gering seien. „Wenn Restaurants in guten Zeiten nur fünf bis zehn Prozent Marge verdienen, dann können 2,5 Prozent Kreditkartengebühren das Geschäft sehr unattraktiv machen“, sagt er. Würden sie am Ende des Monats in Rechnung gestellt, wirkten sie schnell wie ein großer Einmalbetrag. Bei Kleinstbeträgen lohne sich die Karte für Wirte manchmal nicht. Neue Finanzfirmen bieten jedoch Pauschalen pro Monat an. Damit sind unbegrenzt viele kleine Kartenkäufe möglich.

Ob tatsächlich Steuerbetrug begangen wird, wie von vielen Personen auf Reddit vermutet, lässt sich nicht allein durch einen solchen Hinweis belegen. Es sei „schwer zu sagen“, ob Gaststätten auch aus diesem Grund ungern Kartenzahlung anbieten, sagt der Finanzexperte. „Fest steht, dass bei Kartenzahlung die Transaktionen besser dokumentiert werden.“ (Quellen: Reddit, eigene Recherche)