Viele junge Menschen treiben ab: Südtirol reagiert - Kostenlose Verhütungsmittel verteilt
StartseiteWeltSüdtirol startet Modellversuch: Junge Leute können Verhütungsmittel nun kostenlos bekommenStand: 02.09.2026, 21:59 UhrKommentareUns auf Google folgenSüdtirol startet einen Modellversuch: Junge Men...
- 2 min read
Südtirol startet Modellversuch: Junge Leute können Verhütungsmittel nun kostenlos bekommen
Stand: 02.09.2026, 21:59 Uhr
Kommentare
Südtirol startet einen Modellversuch: Junge Menschen zwischen 14 und 25 bekommen kostenlose Verhütungsmittel – Hintergrund sind steigende Abtreibungszahlen.
Ab sofort können junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren mit Wohnsitz in der Provinz Bozen kostenlose Verhütungsmittel erhalten. Das Projekt sieht die Bereitstellung der Antibabypille, des Vaginalrings, des transdermalen Verhütungspflasters, des subkutanen Implantats und der Spirale vor. Kondome werden direkt in den teilnehmenden Familienberatungsstellen, also in konventionierten privaten Einrichtungen, ausgegeben. Alle Bürgerinnen und Bürger, die für bestimmte Erkrankungen als vulnerabel gelten, können sie ebenfalls anfordern. Anders sieht es in den USA aus, dort wurden Verhütungsmittel für 1,5 Millionen Frauen zerstört.
Content-Partner
Dieser Artikel von Enzo Coco entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Gestartet wird damit ein Modellversuch, der Menschen unterstützen soll, ihre Sexualität, ihren Kinderwunsch und die Verhütung selbstbestimmt zu gestalten. Das Projekt war im Juni von der Landesregierung genehmigt worden und ist zunächst auf die Dauer von einem Jahr angelegt. Landesrat für Prävention im Gesundheitswesen und Gesundheit Hubert Messner erklärte, Information und ein leichter Zugang zu Verhütungsmitteln sollten jungen Menschen helfen, Entscheidungen zu treffen und Risiken zu reduzieren.

So werde die sexuelle und reproduktive Gesundheit gestärkt und ungewollten Schwangerschaften vorgebeugt. Die Daten des Landesinstituts für Statistik (Astat) unterstreichen die Bedeutung dieser Maßnahme. Im Jahr 2025 wurden in Südtirol 595 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche registriert, 13,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Fast die Hälfte der betroffenen Frauen war zwischen 18 und 29 Jahre alt, bei 24 Prozent der Frauen handelte es sich bereits um einen erneuten freiwilligen Schwangerschaftsabbruch. Ein gängiges Verhütungsmittel für Frauen soll das Risiko für eine Erkrankung erhöhen.
Medizinische Bewertung und individuelle Beratung als Voraussetzung
Junge Menschen können die verschiedenen Verhütungssysteme stets nur auf Grundlage einer ärztlichen Beurteilung in Anspruch nehmen. In den beteiligten Einrichtungen erhalten die anspruchsberechtigten Personen eine individuelle Beratung zu den unterschiedlichen Verhütungsmethoden und zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. Nach dieser Beratung und gegebenenfalls einer gynäkologischen Untersuchung erhalten sie ein Rezept.
Mit diesem Rezept können die Verhütungsmittel innerhalb von 30 Tagen in den konventionierten Apotheken kostenlos abgeholt werden. Für das erste Projektjahr stellt die Provinz eine Investition von rund 500.000 Euro bereit. Am Ende der Pilotphase werden die Ergebnisse ausgewertet, um festzustellen, wie wirksam und zielgenau die Maßnahme ist. Fällt die Bilanz positiv aus, kann das Projekt verlängert oder dauerhaft in den Katalog der auf Landesebene angebotenen Leistungen aufgenommen werden.