„Wie eine Kathedrale“: Bodo‘s Cafézelt kommt auf der Wiesn ganz neu daher
tzMünchenWiesnStand: 02.09.2026, 21:03 UhrKommentareUns auf Google folgenAuf geht‘s! Conny Wolf leitet den Aufbau des Bodo‘s. Es kommt luftig mit einer weiteren Etage daher. © Klaus HaagDas Bodo's Cafézelt beko...
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Stand: 02.09.2026, 21:03 Uhr
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Das Bodo's Cafézelt bekommt eine neue Holz-Konstruktion mit umlaufender Galerie. Wiesn-Wirt Otto Lindinger hat viel Geld investiert. Ein Besuch.
München – Seinem Freund Bodo hätte das geschmeckt. Otto Lindinger (49) nickt beim Baustellenbesuch mit unserer Redaktion auf der Wiesn und schaut hoch. Über ihm wölbt sich das hohe Runddach gen Himmel. Mit seiner roten Plane legt es sich über zwei Stockwerke und gibt der Galerie in der ersten Etage Raum.
„Ein bisschen wie eine Kathedrale, oder?“, sagt Lindinger und lächelt. Eine ganz neue Kathedrale für Kuchen, Krapfen und Cocktails: Damit will er Bodo Müller, der Namensgeber seines Cafézelts ist, ehren. Dieser starb 2023. Jetzt bekommt sein Vermächtnis ein neues Gesicht. Das Grundrezept bleibt.
Bodo‘s Cafézelt: Alles neu auf dem Oktoberfest 2026

Noch kommt das neue Bodo‘s roh daher, das Oktoberfest 2026 in München startet am 19. September. Es sind also noch einige Tage Zeit – und die müssen gut genutzt werden. Wer auf der Baustelle oder drumherum unterwegs ist, hört es bohren, hämmern oder hupen. Manchmal liegen die Nerven blank, wenn sich die Laster auf der wuseligen Wiesn in die Quere kommen.
Auch Lindinger erwartet noch viele Lieferungen. Schließlich kennt man das Bodo‘s seit Jahrzehnten als schillerndes, liebevoll geschmücktes Wiesn-Wohnzimmer. Tagsüber finden hier Familien Ruhe im Trubel, bevor abends die Partystimmung hochkocht. So soll es heuer wieder sein.
Bodo‘s auf der Wiesn: Ins neue Cafézelt floss die Erfahrung von 20 Jahren
Otto Lindinger steigt die Treppe hoch auf die neue umlaufende Galerie. Dort soll es künftig nicht nur Sitzplätze geben, auch die lange Bar muss Platz finden. Und die Galerie führt auf einen Raucherbalkon. „Holz ist für mich der schönste Werkstoff“, sagt er und fährt mit seiner Hand übers Galeriegeländer. Da marschiert Conny vorbei. Der 48-Jährige leitet die Bauarbeiten im neuen Bodo‘s – und für ihn ist das nicht nur irgendein Geländer. „In dieses Zelt sind die Erfahrungswerte der letzten 20 Jahre geflossen“, erklärt er.
Conny Wolf ist bei der Firma Pletschacher angestellt. Deren Team entwirft und baut viele Wiesnzelte. „Die Brüstung der Galerie hier ist so konstruiert wie die in der Bräurosl – nur noch einen Ticken besser“, sagt er. Das neue Pschorr-Zelt feierte 2022 Wiesn-Premiere. Das Pletschacher-Team versuche ständig, die Montagefreundlichkeit der Zelte zu verbessern.
Trotz Neubau: Zahl der Plätze in Bodo‘s Wiesnzelt bleibt gleich

Und dann entschwindet er mit Otto Lindinger kurz nach draußen. Er muss mit ihm Details besprechen, denn das Zelt steht neuerdings auch quer zur Straße 2. Ein Augenmerk liegt auf dem Straßenverkauf, der nun unter dem Dach verschwindet. So können die Gäste verfolgen, wie in der Showbäckerei Schmalzgebäck gezaubert wird. Die neue Konstruktion lässt das Bodo‘s nicht nur luftiger wirken, sie rahmt auch Lagerflächen und Toiletten ein. „Die Kühllager sind jetzt viel besser organisiert“, sagt Lindinger. Es bleibt bei 479 Sitz- und 108 Stehplätzen. Auch die Zelt-Grundfläche bleibt gleich, nur ist es rund zehn statt sechs Meter hoch. Etwa zwei Millionen Euro hat er wohl investiert.
Bäcker Bodo: Sein Zelt stand mehr als 30 Jahre auf dem Oktoberfest
1988 wurde Zuckerbäcker Bodo Müller zum ersten Mal auf der Wiesn zugelassen, mit einem Milchstandl. Fünf Jahre später eröffnete er sein Cafézelt und 2009 stieg Otto Lindinger als Geschäftsführer ein. Bodo war 1985 Faschingsprinz der Narrhalla, Otto 2006 – und darüber wurden sie erst Freunde und später Geschäftspartner. 2014 zog sich Müller zurück.

„Die Alu-Konstruktion des ersten Zelts stand jetzt gut 35 Jahre auf der Wiesn“, sagt Lindinger. „Wir haben an manchen Stellen immer mal wieder was dazugenagelt.“ Aber irgendwann muss man halt einen neuen Teig ansetzen. Er dachte schon ab 2019 über einen Neubau nach, dann fiel die Wiesn zweimal aus in der Corona-Pandemie. „Seit November planen wir intensiv das neue Cafézelt.“
Conny hat dafür alle Details im Kopf. „Ich muss vorausschauend planen. Wissen, wo welche Teile sind – und wie und wo wir notfalls Ersatz herkriegen. Und parallel bauen wir auch das Vinzenzmurr-Zelt auf.“ Andauernd pendelt er zwischen seinen Aufbau-Teams. Aber er zieht die Wiesn schon seit Jahren mit hoch. „2010 hab’ ich geholfen, den neuen Augustiner-Turm zu bauen. Innen liegt eine Stahlkonstruktion, außen mussten wir die Deko befestigen.“ Er lacht. „Das war kompliziert!“ Heuer beschäftigt ihn vor allem das Bodo‘s. Bald soll aber keiner mehr merken, wie viel Schweiß darin steckt.
Wiesn 2026: Veränderungen auch bei der Kegelbahn und im Café Theres‘
Es ist nicht die einzige Neuerung auf dem Oktoberfest in München. Denn zwei Frauen – Sabine (50) und Lea Erhardt (24) – übernehmen die historische Kegelbahn auf der Oidn Wiesn. Und auch im Café Theres‘ tut sich was: Lena Eckart (23) steigt dort 2026 als neue Wiesnwirtin ein.