Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: ZDF verteidigt Interview von Kinderreportern mit Ulrich Siegmund
Noch bevor das Interview überhaupt ausgestrahlt wurde, ging die Leiterin des ZDF-Kinderformats „Logo“ in die Offensive. Kinder müssten über politische Entwicklungen informiert werden.
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Noch vor der Ausstrahlung und möglicher, aufkommender Kritik hat sich das ZDF präventiv dafür verteidigt, dass in der Kindersendung „Logo“ der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, interviewt wurde.
„Am Ende orientieren wir uns nicht an der Frage, welcher Shitstorm droht, sondern an unserem Auftrag: Kinder brauchen verlässliche Informationen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Auch dann, wenn es unbequem wird“, schrieb Constanze Knöchel, Leiterin von „Logo“, vor der Ausstrahlung in einem Post auf LinkedIn.
Konkret hatte die bis Ende August amtierende Landesschülersprecherin Siegmund Fragen zu Bildungsthemen und Schulplänen seiner Partei gestellt. Knöchel erklärte, hätte man Siegmund nicht interviewt, hätte es wohl ebenfalls einen Shitstorm gegeben. Der Nachrichtenjournalismus dürfe seine Entscheidungen aber „nicht danach treffen, wo der größere Shitstorm droht“. Auftrag sei es bei „Logo“, Kinder über politische Entwicklungen zu informieren.
„Dazu gehört auch, über Parteien zu berichten, die gesellschaftlich umstritten sind, hohe Zustimmungswerte bekommen und gleichzeitig auf deutliche Ablehnung stoßen“, hieß es weiter.

© AFP/RONNY HARTMANN
Beitrag mit Fragen an Schulze und Siegmund
Auch der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) war von „Logo“ interviewt worden. Die Antworten der beiden Politiker auf die jeweils gleichen Fragen wurden in einem Beitrag gegeneinander geschnitten. Dabei ging es auch um persönlichere Themen wie Lieblingsfächer (beide mochten Geographie) oder Jugendwörter. Separat wurden auch komplette Interviews mit den beiden Politikern online veröffentlicht.
Die AfD will die Inklusion in Sachsen-Anhalt „unverzüglich“ beenden und die Förderschulen ausbauen, zudem sollen nicht mehr als 25 Prozent eines Jahrgangs aufs Gymnasium wechseln. Die Landesförderung für die Initiative „Schule gegen Rassismus“ soll beendet werden. Die Schulpflicht will die AfD abschaffen und eine Wahlfreiheit zwischen Schul- und Hausunterricht zulassen. (Tsp)