Verschleiss-Sportart Tennis - Verletzungen häufen sich – klagen die Profis zu Recht?

Laut der Spielergewerkschaft PTPA steigen die Belastungen im Tennis markant. Eine Bestandesaufnahme vor den US Open. Teilen ...

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Verschleiss-Sportart Tennis - Verletzungen häufen sich – klagen die Profis zu Recht?

Laut der Spielergewerkschaft PTPA steigen die Belastungen im Tennis markant. Eine Bestandesaufnahme vor den US Open.

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Die Spielergewerkschaft Professional Tennis Players Association (PTPA) schlug kürzlich Alarm. Gemäss einer Studie haben die Spielerinnen und Spieler auf der Tour vermehrt mit Verletzungen zu kämpfen.

Im ersten Quartal dieser Saison gab es beispielsweise mehr als doppelt so viele Armverletzungen wie im selben Zeitraum im Jahr 2025. Partien, die wegen einer Aufgabe vorzeitig endeten, häuften sich um 53 Prozent.

Tennisspielerin in weissem Outfit auf dem Platz, gebückt.
Legende:

Musste kürzlich in Cincinnati verletzungsbedingt aufgeben

Jelena Rybakina.

imago images/Zuma Press Wire

Spielerschwund in Montreal und Toronto

Die Schlussfolgerung der PTPA: Der Kalender ist zu dicht, die Erholung kommt zu kurz. Besonders zu spüren bekamen die Entwicklung kürzlich die Turniere in Kanada, wo sowohl bei den Männern in Montreal als auch bei den Frauen in Toronto zahlreiche Top Shots fehlten. Viele Spieler verzichteten freiwillig darauf, vor den US Open zwei 1000er-Turniere zu bestreiten, üblicherweise erhält Cincinnati eher den Vorzug.

Es liegt an den Spielern, Belastung und Pausen miteinander in Einklang zu bringen.

Die nach den Grand Slams zweithöchste Turnierkategorie absorbiert viel Energie: Die meisten dieser Events dauern mittlerweile 12 statt 8 Tage.

Gute Planung als Schlüssel

Beni Linder, Athletiktrainer bei Swiss Tennis, blickt sorgenvoll auf die aktuelle Situation: «Die Verletzungen sind normalerweise nicht akut, es sind Überlastungserscheinungen, die chronisch auftreten», sagt er.

Gleichzeitig nimmt Linder die Spieler in die Pflicht. «Es liegt an ihnen, eine entsprechende Planung zu machen und Belastung und Pausen miteinander in Einklang zu bringen.»

Pausen kosten Geld und Weltranglistenpunkte

Marc Rosset beurteilt das Wehklagen gewisser Spieler über die Fülle an Turnieren, vor allem in den oberen Regionen der Weltrangliste, ziemlich kritisch. Bei ihnen sieht er keine Notwendigkeit, bei möglichst vielen Turnieren anzutreten.

«Es gibt Menschen, die schuften wie die Tiere, können am Ende des Monats aber kaum die Rechnungen bezahlen. Wenn sie dann lesen, dass ein Tennisspieler für ein Erstrunden-Out an einem Grand Slam 150'000 Euro kassiert, werden sie natürlich wütend», meint der ehemalige Schweizer Topspieler.

Radio SRF 1, 28.08.2026, Bulletin von 18:45 Uhr ;  SRF