Babyboomer gehen in Rente: Ohne diese Ausländer droht Deutschland ein Arbeitskräfteproblem

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Babyboomer gehen in Rente: Ohne diese Ausländer droht Deutschland ein Arbeitskräfteproblem

Ohne sie geht es nicht: Ausländische Beschäftigte knacken Sechs-Millionen-Marke in Deutschland

Stand: 28.08.2026, 20:14 Uhr

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Millionen Babyboomer gehen in Rente, jüngere Jahrgänge können die Lücke nicht schließen. Dafür Rekord bei ausländischen Beschäftigten – aus diesen Ländern kommen sie.

Berlin – Den deutschen Unternehmen gehen in den kommenden Jahren viele Arbeitskräfte verloren. Rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen erreichen in den nächsten 15 Jahren das gesetzliche Rentenalter. Die Babyboomer-Generation verabschiedet sich in den Ruhestand. Bis 2040 könnte laut Destatis rund ein Drittel der heutigen Erwerbspersonen fehlen. Die Lücke könnten in Deutschland ausländische Fachkräfte schließen – und müssen es auch, denn die jüngeren Generationen sind zahlenmäßig nicht groß genug. Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, hält ausländische Arbeitskräfte für „unverzichtbar“ auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Blick auf den Eingang einer Agentur für Arbeit. Monatlich werden die aktuellen Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht.

Blick auf den Eingang einer Agentur für Arbeit. Monatlich werden die aktuellen Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. © Hendrik Schmidt/dpa

Bei der Vorstellung der Arbeitsmarktdaten für August meldet die Bundesagentur für Arbeit einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Vergleich zum Vormonat um 54.000 auf 3,061 Millionen. Damit waren 36.000 Menschen mehr arbeitslos als im August des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.

Rekord bei ausländischer Beschäftigung: Sechs-Millionen-Marke geknackt

Deutschland erreicht einen neuen Höchststand bei den ausländischen Beschäftigten in sozialversicherungspflichtigen Jobs, teilte Nahles zudem laut Handelsblatt mit. Die aktuellsten verfügbaren Zahlen zeigen, dass bereits im Juni 6,02 Millionen ausländische Staatsangehörige sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Der Anstieg um 184.000 ausländische Beschäftigte geht vollständig auf Menschen aus sogenannten Drittstaaten zurück. Davon entfielen 64.000 auf die Ukraine, 51.000 auf die Asylherkunftsländer und 17.000 auf Staaten des Westbalkans.

Gleichzeitig sinkt die Zahl der erwerbstätigen Deutschen. Ein Grund dafür ist der viel diskutierte demografische Wandel: Immer mehr Menschen aus der geburtenstarken Babyboomer-Generation gehen in Rente. „Lange haben das Ausländer auf dem Arbeitsmarkt ausgeglichen“, meint die BA-Chefin. Doch in Ostdeutschland reicht das inzwischen oft nicht mehr aus – und auch im Westen wird es schwieriger. Damit werden ausländische Arbeitskräfte immer wichtiger, um den Fachkräftemangel auszugleichen. Für Deutschland seien sie daher vielfach „unverzichtbar“, so Nahles.

Das große Problem, mit dem Deutschland kämpft: Die jüngere Generationen kann die Babyboomer-Generation zahlenmäßig nicht ersetzen. Das zeigt sich schon heute. Die 55- bis 59-Jährigen stellten 2025 mit 5,5 Millionen die größte Gruppe der Erwerbspersonen. Zusammen mit den 60- bis 64-Jährigen waren es rund zehn Millionen. Die jüngeren Altersgruppen kommen jeweils nicht auf diese Zahl. Wie groß die Lücke werden könnte, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) im Juni bekannt gegeben: Bis 2040 erreichen rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter. Das entspricht rund 30 Prozent der heutigen Erwerbspersonen. (Verwendete Quellen: Destatis, Bundesgentur für Arbeit, Handelsblatt, tsb)