„Schritt, auf den wir lange gewartet haben“: Neue EU-Verordnung für Hunde und Katzen greift durch
StartseiteVerbraucherVerbot von Würgehalsbändern und Extremzucht: EU führt neue Schutzregeln für Hunde und Katzen einStand: 02.09.2026, 19:43 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit Ende August gilt die EU-Veror...
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Verbot von Würgehalsbändern und Extremzucht: EU führt neue Schutzregeln für Hunde und Katzen ein
Stand: 02.09.2026, 19:43 Uhr
Seit Ende August gilt die EU-Verordnung 2026/1818 für Hunde und Katzen. Das Regelwerk verbietet extreme Zucht, Kupieren sowie Würgehalsbänder.
Frankfurt – Seit dem 30. August gilt die Verordnung (EU) 2026/1818 – die erste umfassende europäische Maßnahme, die dem Wohlergehen von Hunden und Katzen gewidmet ist. Die neue Regelung schafft einen gemeinsamen Bezugsrahmen für EU-Mitgliedstaaten und greift in mehrere Bereiche der Haltung von Heimtieren ein: von der Zucht über die Fortpflanzung und Unterbringung bis hin zu Verkauf, Identifizierung und Rückverfolgbarkeit. Für die Tierschutzorganisation OIPA ist dies ein bedeutender Schritt hin zu einheitlichen europäischen Vorschriften. So wird der Schutz von Hunden und Katzen gestärkt und dem illegalen Heimtierhandel – auch über Grenzen hinweg – wirksam der Riegel vorgeschoben.
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Dieser Artikel von Serena Palumbo entstand in Kooperation mit Corriere della Sera
Die Verordnung legt neue Anforderungen für Züchter, Verkäufer und alle Personen fest, die Hunde und Katzen betreuen, mit besonderem Augenmerk auf Haltungsbedingungen, Gesundheit und Fortpflanzungspraktiken. Zu den Elementen der neuen Regelung gehört auch eine stärkere Aufmerksamkeit für die genetische Selektion.

Es werden Grenzen für Zuchtpraktiken eingeführt, die auf das Erreichen extremer physischer Merkmale abzielen, wenn diese sich nachteilig auf die Gesundheit oder das Wohlergehen der Tiere auswirken können. Auch Beschränkungen für Verpaarungen zwischen eng verwandten Tieren sind vorgesehen, da solche Praktiken das Risiko für Erbkrankheiten und andere genetische Probleme erhöhen.
Beschränkungen bei Haltung, Zucht und chirurgischen Eingriffen
Zu den neuen Vorschriften gehört auch das Verbot der Verwendung von Würgehalsbändern. Ebenso wird der regelmäßige Einsatz von Käfigen und Transportboxen geregelt. Ein weiteres Kapitel betrifft chirurgische Eingriffe, die ausschließlich der Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes des Tieres dienen: Operationen wie das Kupieren von Ohren oder Rute werden nicht mehr zulässig sein, es sei denn, sie sind aus medizinischen Gründen erforderlich. Besonderes Gewicht wird zudem der Rückverfolgbarkeit beigemessen, wofür ein schrittweises System zur Identifizierung und Registrierung der Tiere mittels Mikrochip und interoperablen nationalen Datenbanken vorgesehen ist.
Die bessere Möglichkeit, Identität und Herkunft der Tiere nachzuvollziehen, soll dazu beitragen, den illegalen Handel zu erschweren – insbesondere den, der über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg reicht. Neue Sicherungen werden außerdem für Online-Anzeigen zur Veräußerung oder Adoption von Hunden und Katzen eingeführt, um die Transparenz der Vorgänge zu erhöhen und den Spielraum für unregelmäßige Aktivitäten zu verringern. „Es ist ein Fortschritt, auf den wir lange gewartet haben und den wir mit Zufriedenheit aufnehmen. Erstmals stehen Hunde und Katzen im Mittelpunkt einer einheitlichen, spezifischen europäischen Regelung, die ihr Wohlergehen gewährleisten und Formen der Ausbeutung verhindern soll“, erklärte Massimo Comparotto, Präsident von Oipa Italia.
Stufenweises Inkrafttreten und Rolle der Mitgliedstaaten
Oipa weist jedoch auf einen wichtigen zeitlichen Aspekt hin: Das Inkrafttreten der Verordnung fällt nicht mit der unmittelbaren Anwendung sämtlicher Bestimmungen zusammen. Der Großteil der neuen Vorschriften wird erst ab dem 31. August 2028 gelten, während für einige Pflichten weitere Fristen in den folgenden Jahren vorgesehen sind, sodass eine Übergangszeit erforderlich ist, bevor der gesamte Regelungsrahmen voll wirksam wird. Nach Auffassung des Verbands müssen die neuen europäischen Bestimmungen außerdem durch Maßnahmen auf nationaler Ebene ergänzt werden, zu deren vorrangigen Zielen die Förderung bewusster Adoptionen und der Kampf gegen Streunerprobleme zählen.