Tod vorhersagen? Studie zeigt: So genau schätzen wir unsere Lebenserwartung

KI-Stimme. InfoÜber einen Zeitraum von 28 Jahren dokumentierten Wissenschaftler die tatsächliche Sterblichkeit von Menschen, die im Jahr 1996 eine persönliche Einschätzung ihrer eigenen Lebenserwartung abgegebe...

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Tod vorhersagen? Studie zeigt: So genau schätzen wir unsere Lebenserwartung

KI-Stimme. Info

Über einen Zeitraum von 28 Jahren dokumentierten Wissenschaftler die tatsächliche Sterblichkeit von Menschen, die im Jahr 1996 eine persönliche Einschätzung ihrer eigenen Lebenserwartung abgegeben hatten. Die langfristige Untersuchung zeigte, dass viele Menschen erstaunlich gut dazu in der Lage sind, ihre voraussichtliche Lebensdauer einzuschätzen. Dennoch stellten die Forscher eine systematische Abweichung fest.

Tod: Beobachtungsstudie analysiert geschätzte Lebenserwartung

Unter der Leitung des Sozialwissenschaftlers Shohei Okamoto von der Universität Tsukuba untersuchte ein Forschungsteam in einer langfristigen Beobachtungsstudie über einen Zeitraum von 28 Jahren die Sterblichkeit von Menschen, die im Jahr 1996 eine persönliche Einschätzung ihrer Lebenserwartung abgegeben hatten. Über die Untersuchung berichtet „Science Alert“. Grundlage der Analyse waren Daten einer landesweit repräsentativen Befragung von Erwachsenen ab 60 Jahren in Japan.

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Insgesamt wurden 2447 Teilnehmer gefragt, welches Lebensalter sie voraussichtlich erreichen würden. 393 Personen gaben an, darüber keine Einschätzung abgeben zu können. Die übrigen 2054 Befragten nannten ein erwartetes Alter zwischen 63 und 120 Jahren. Wie das Forschungsteam um Okamoto dokumentierte, starben in den folgenden 28 Jahren 1514 Personen aus dieser Gruppe. Die Angaben zu den Todesfällen stammten aus offiziellen Melderegistern sowie aus Informationen von Angehörigen.

Die Auswertung ergab einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen der persönlichen Einschätzung der eigenen Lebenserwartung und der tatsächlichen Lebensdauer. Menschen, die davon ausgingen, noch viele Jahre zu leben, erreichten im Durchschnitt tatsächlich ein höheres Lebensalter. Dieser Zusammenhang blieb auch bestehen, nachdem die Wissenschaftler Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomische Merkmale und den allgemeinen Gesundheitszustand in ihre Analyse einbezogen hatten.

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Sorgt die hohe Erwartungshaltung für ein längeres Leben?

Die Forscher gingen der zentralen Frage nach, ob bereits die Erwartung eines langen Lebens dazu beitragen könnte, die tatsächliche Lebensdauer zu verlängern. Die vorliegende Untersuchung kann darauf jedoch keine eindeutige Antwort geben. Als Beobachtungsstudie erlaubt sie keine Aussage darüber, ob ein positives Denken oder eine hohe persönliche Lebenserwartung unmittelbar zu einem längeren Leben führt.

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Stattdessen gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Teilnehmer bei ihrer Einschätzung bewusst oder unbewusst ihre persönliche Lebenssituation berücksichtigten. Das aktuelle Wohlbefinden, die familiäre Lebenserwartung und individuelle Lebensgewohnheiten könnten zu einer optimistischeren Einschätzung der eigenen Zukunft beigetragen haben. Die persönlichen Prognosen waren zudem keineswegs mit einer präzisen Vorhersage der verbleibenden Lebenszeit gleichzusetzen. Im statistischen Modell des Forschungsteams war jedes zusätzlich erwartete Lebensjahr lediglich mit einer um etwa 0,12 Jahre höheren tatsächlichen Überlebensdauer verbunden.

Die Studie offenbarte zudem weitere Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Frauen und Menschen mit einer längeren Schulbildung überlebten ihre ursprünglich erwartete Lebenszeit häufiger. Bei Personen mit einem schlechteren Gesundheitszustand war dies dagegen deutlich seltener der Fall.

80 Jahre: Verbleibende Lebenszeit wird unterschätzt

Bei der Auswertung der Daten stellten die Wissenschaftler fest, dass besonders häufig das Alter von 80 Jahren als erwartete Lebensdauer genannt wurde. Dieser Wert entsprach in etwa der durchschnittlichen Lebenserwartung in Japan zum Zeitpunkt der Befragung im Jahr 1996. Darüber hinaus zeigten sich Unterschiede in Abhängigkeit vom Bildungsniveau. Menschen mit einer längeren Schulbildung nannten häufiger ein konkretes Lebensalter, während Teilnehmer mit einer geringeren formalen Bildung eher zu gerundeten Werten wie 75, 80 oder 85 Jahren tendierten.

Insgesamt kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Menschen ihre eigene Lebensdauer grundsätzlich eher unterschätzen. Ein großer Teil der Befragten überlebte die ursprünglich prognostizierte Lebenserwartung. Möglicherweise berücksichtigten die Teilnehmer langfristige Entwicklungen wie medizinische Fortschritte oder Veränderungen ihrer persönlichen Lebensumstände bei der Einschätzung ihrer Zukunft nicht ausreichend.

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Die Autoren weisen jedoch auf mehrere Einschränkungen ihrer Untersuchung hin. Die Teilnehmer wurden lediglich einmal zu ihrer persönlichen Lebenserwartung befragt, während die familiäre Vorgeschichte nicht in die Analyse einbezogen wurde. Zudem umfasste die Studie ausschließlich ältere Erwachsene in Japan, sodass sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf jüngere Menschen oder andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen.

Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass persönliche Einschätzungen der eigenen Lebenserwartung Informationen enthalten könnten, die auf bewussten oder unbewussten Wahrnehmungen des individuellen Gesundheitszustands und der eigenen Lebensumstände beruhen.