Surfen nur durch Muskelkraft: Trendsport Pump Foiling am Tegernsee angekommen
Surfen ohne Wind, Segel und Kite, sondern nur durch eigene Muskelkraft: So funktioniert Pump Foiling. Die neue Trendsportart ist mittlerweile auch am Tegernsee angekommen – und schlägt bereits Wellen.
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Stand: 05.09.2026, 13:00 Uhr
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Surfen ohne Wind, Segel und Kite, sondern nur durch eigene Muskelkraft: So funktioniert Pump Foiling. Die neue Trendsportart ist mittlerweile auch am Tegernsee angekommen – und schlägt bereits Wellen.
Bad Wiessee – Aufsehen erregt haben beim Tegernseer Seefest die beiden Pump-Foiler Felix Albrecht (17) aus Gmund und Toni Wimmer (16) aus Rosenheim. Wie die beiden Freunde da zwischen den Booten vor der Länd herumsausten, ließ das Publikum staunen. Und mancher mutmaßte, dass hier ein nicht erlaubtes Antriebsmittel im Einsatz ist. Zu Unrecht. Denn das blitzschnelle Gleiten über das Wasser ist beim Pump Foiling allein auf Muskelkraft und Ausdauer zurückzuführen.
Es bedarf eines ausgiebigen Trainings, um ohne Windunterstützung auf dem etwa 90 Zentimeter großen Brett zu surfen, unter dem ein Mast und eine Fuselage mit einem großen Frontflügel und einem kleineren Heckflügel befestigt sind. Der überproportional große Frontflügel funktioniert dabei wie eine Tragfläche bei einem Flugzeug und sorgt unter Wasser für Auftrieb. Deshalb ragen alle Foiler – auch die Wind- und Kitefoiler – etwa 30 bis 40 Zentimeter aus dem Wasser heraus und scheinen regelrecht über das Wasser zu fliegen.
Aufgekommen ist das Pump Foiling vor etwa fünf Jahren, als Kite- und Windfoiler feststellten, dass man durch Pumpbewegungen fehlenden Wind kompensieren kann. Seither hat sich das Material kontinuierlich verbessert, sodass echte Könner Fahrzeiten von bis zu einer Stunde absolvieren. Es gilt dabei: Je kleiner der Frontflügel, desto schneller kann man über das Wasser rauschen, aber desto anstrengender und schwieriger ist es auch. „Anfänger sollten es daher mit einem großen Frontflügel und eventuell auch mit einem Board mit montierter Lenkstange probieren“, rät Stephan Albrecht (58), Wind- und Kite-Foiler und Vater von Felix.
Während der 17-Jährige und sein Freund Toni die Praxis demonstrieren und es sogar schaffen, in gebührendem Sicherheitsabstand in der Bugwelle eines der Passagierschiffe ohne Pumpbewegungen zu surfen, erklärt Stephan Albrecht die Theorie: Die größte Herausforderung beim Pump Foiling sei der Start. Der erfolgt nämlich im tiefen Wasser von einem Steg oder einem Floß, notfalls von einer Stehleiter aus – am besten mit Anlauf. „Das ist reine Technik“, sagt Albrecht. „Der Bewegungsablauf muss ganz exakt sitzen, damit es klappt.“ Papa Albrecht dreht gerne mal nach der Arbeit ein paar Runden: „Das ist superanstrengend, aber auch ein tolles Workout.“
Vater und Sohn Albrecht gehören zur Surfer-Community, in der sich rund 30 Foiler aus dem Kreis Miesbach zusammengefunden haben und sich regelmäßig zum Foiling am Tegernsee und manchmal auch am Schliersee verabreden. Um den Einstieg in den Sport oder das Training für diejenigen zu erleichtern, die der Ehrgeiz gepackt hat, haben die Foiling-Fans 2025 beim Sailingcenter von Stephan Eder in Bad Wiessee zwei eigene Startrampen am Ende eines schwimmenden Stegs gebaut. Im Sailingcenter gibt es überdies eine Handvoll Bretter, sogar mit Lenkstange, zum Ausleihen und Ausprobieren.
Felix fährt nicht rein zum Spaß beim Seefest zwischen den Booten herum, sondern nimmt mittlerweile an nationalen Wettkämpfen und auch an Weltcuprennen teil, so wie an diesem Wochenende am Traunsee in Österreich. Im Mai hatte er es auf der Ruderregattastrecke in München bei der Qualifikation sogar unter die ersten zehn geschafft.
Felix Albrecht fährt ein Board, das Foiler Dominik Eham von der gleichnamigen Schreinerei in Hausham aus extrem leichtem Paulownia-Holz gefräst und eigens für Felix‘ Ansprüche geformt hat. Die Startlizenzen für die Rennen gibt es beim Windsurfing Club Tegernsee. Insofern ist das Pump Foiling nicht nur am Tegernsee angekommen. Die lokale Szene mischt ihrerseits auf internationalem Parkett mit. Felix und sein Freund Toni träumen jedenfalls schon von einer Pump-Foiling-Meisterschaft am Tegernsee.
ak