Steuerreform: Bundeskabinett bringt Einkommensteuerreform auf den Weg
Eine Anhebung des Grundfreibetrags und mehr Kindergeld: Das Kabinett hat die für 2028 geplante Steuerreform beschlossen. Lars Klingbeil ist offen für mehr Entlastungen. Quel...
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Eine Anhebung des Grundfreibetrags und mehr Kindergeld: Das Kabinett hat die für 2028 geplante Steuerreform beschlossen. Lars Klingbeil ist offen für mehr Entlastungen.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa,
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Aktualisiert am 2. September 2026, 13:57 Uhr
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26 KommentareDas Bundeskabinett hat die von der schwarz-roten Koalition geplante Einkommensteuerreform auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht von 2028 an jährliche Entlastungen von insgesamt zehn Milliarden Euro vor. Davon sollen insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Familien mit Kindern profitieren. Der Entwurf geht zu weiteren Beratungen in den Bundestag und Bundesrat. In Kraft treten soll die Reform nach dem Zeitplan der Koalition zum 1. Januar 2027.
Kern der Reform ist ein höherer Grundfreibetrag. Die Einkommensteuer würde damit erst ab einem höheren Verdienst fällig. Auch der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll künftig etwas später greifen, und zwar ab einem zu versteuernden Einkommen von 70.600 Euro. Darüber hinaus sollen das Kindergeld und die Entfernungspauschale, mit der sich berufsbedingte Ausgaben steuerlich geltend machen lassen, angehoben werden.
Gegenfinanziert werden soll das Paket unter anderem dadurch, dass die sogenannte Reichensteuer früher greifen soll. Der Steuersatz von 45 Prozent soll schon für ein zu versteuerndes Einkommen ab 250.000 Euro gelten statt ab 277.826 Euro. Einkommen, die darüber hinausgehen, sollen mit einer neuen »Superreichensteuer« von 47 Prozent besteuert werden. Dieser etwas größere Beitrag der Spitzeneinkommen am obersten Ende sei »eine Frage der Fairness«, sagte Klingbeil.
Lars Klingbeil ist offen für weitere Entlastungen
Klingbeil, der durch einen Schaden am Regierungsflieger selbst nicht an der Kabinettssitzung in Berlin teilnehmen konnte, sagte mit Blick auf Kritik am Umfang der Entlastungen: »Familien mit Kindern können mit unserer Reform ab 2028 mehr als 600 Euro im Jahr mehr in der Tasche haben als heute. Das sollte niemand kleinreden.« Der Bundesfinanzminister erklärte sich zudem dazu bereit, die Bürgerinnen und Bürger noch stärker zu entlasten. Sein Ministerium würde weitere Entlastungen vom Koalitionspartner »positiv begleiten«, sagte Klingbeil.
Der Finanzminister forderte zugleich CDU und CSU auf, in den anstehenden Haushaltsberatungen Spielräume für weitere Entlastungen auszuloten. »Ich drücke allen die Daumen, dass man dann noch mehr Geld findet, das dann für weitere Entlastungen, gerade für kleine und mittlere Einkommen, zur Verfügung steht«, sagte der SPD‑Politiker. Er sei offen dafür, »dass da noch mal was obendraufgelegt wird«.
Klingbeil wies darauf hin, dass er selbst Vorschläge zur Finanzierung einer noch höheren Entlastung vorgelegt habe – etwa durch Erhöhungen der Erbschaftsteuer und des Spitzensteuersatzes. »Das sind beides Elemente, die von der Union abgelehnt wurden«, sagte der Minister. Deswegen müsse die Union selbst Vorschläge vorlegen, sagte er.