Kein Rauche mehr am Strand und auf der Terrasse: Spanien plant radikales Rauchverbot – auch für E-Zigaretten

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Kein Rauche mehr am Strand und auf der Terrasse: Spanien plant radikales Rauchverbot – auch für E-Zigaretten

Spanien plant striktes Rauchverbot auf Terrassen und Stränden – E-Zigaretten inklusive

Stand: 22.07.2026, 13:35 Uhr

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Baden gehen im Urlaub – doch ein bekanntes Problem kann für Stress sorgen.

Wer Urlaub in Spanien macht, wird voraussichtlich bald am Strand aufs Rauchen verzichten müssen. © Clara Margais / pictures alliance

Der neue Gesetzesentwurf könnte das Rauchen an öffentlichen Orten wie Hotels, Restaurants, Busbahnhöfen, Sportanlagen, Schwimmbädern und Stränden künftig verbieten.

Madrid – Spanien ist der Ausweitung rauchfreier öffentlicher Räume einen Schritt nähergekommen. Der Ministerrat hat einen Reformentwurf gebilligt, der das Rauchen und Dampfen auf Außenterrassen von Bars und Restaurants, auf gemeinsam genutzten Schwimmbadgeländen, Universitätscampus, in Sportanlagen, bei Konzerten und anderen Freiluftveranstaltungen sowie an Stränden verbieten würde. Damit beginne in dieser Woche der Weg durch das Parlament, berichtete La Vanguardia.

Der Plan zielt zudem darauf ab, die Regulierung von E-Zigaretten an die von konventionellem Tabak anzugleichen und die Beschränkungen für Minderjährige zu verschärfen. Die Regierung wolle die Kontrollen für Nikotinprodukte in gemeinsam genutzten öffentlichen Räumen intensivieren, so La Vanguardia.

Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit

Gesundheitsministerin Mónica García Gómez präsentierte die Initiative als eine Maßnahme zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Sie erklärte, dass diese nach Jahren des Rauchverbots in geschlossenen öffentlichen Räumen in Spanien nun für sauberere Luft an Orten im Freien sorgen soll, an denen sich Menschen versammeln.

Die Regierung hatte bereits angekündigt, dass die Reform Bereiche wie die Terrassen im Hotel- und Restaurantsektor sowie Busbahnhöfe, Kais, Universitätscampus, Sportanlagen, Schwimmbäder und Strände umfassen werde, berichtete UNIMEDIA nach einer ministeriellen Pressekonferenz im Anschluss an eine Kabinettssitzung.

Tabakfreie Generation

Die Initiative geht über das Schaffen rauchfreier Zonen hinaus. Der Entwurf sieht ein Verbot des Tabakkonsums für Minderjährige sowie ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte und E-Zigaretten vor. Zudem enthält er strengere Regelungen bezüglich der Verkaufsstellen für solche Produkte, berichtete Unimedia.

„Durch dieses Gesetz wollen wir einen weiteren Wendepunkt beim Schutz der öffentlichen Gesundheit markieren“, sagte García Gómez und fügte hinzu, dass Rauchen „50.000 Todesfälle im Jahr“ in Spanien verursache und ein Risikofaktor „in 30 % der Krebsfälle“ sei. Sie sagte, das Ziel der Regierung sei, sich in Richtung „einer tabakfreien Generation“ zu bewegen und saubere Luft „zur vorherrschenden Norm“ in gemeinsam genutzten Räumen zu machen, berichtete Unimedia.

Widerstand erwartet

Während in Teilen Spaniens bereits lokale oder regionale Beschränkungen gelten, soll die nationale Reform Maßnahmen in einem dezentralisierten System vereinheitlichen, in dem die Gesundheitszuständigkeiten geteilt sind, berichtete UNIMEDIA. Der Vorschlag wird ohne gesicherte Mehrheit im Parlament eingebracht und trifft auf Widerstand von Vertretern des Hotel- und Restaurantgewerbes, einer bedeutenden Branche in einem Land, in dem das Essen im Freien hohen Stellenwert besitzt, berichtete UNIMEDIA weiter.

Spanien im EU-Durchschnitt

Die Raucherprävalenz in Spanien bleibt bemerkenswert, obwohl sie in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Etwa 26 Prozent der erwachsenen Bevölkerung rauchen täglich, heißt es im jüngsten Bericht der spanischen Gesundheitsbehörden von 2024. Im europäischen Vergleich rauchen 24 Prozent der über 15-Jährigen in Spanien, womit der Wert dem EU-Durchschnitt entspricht. Er liegt unter dem in Ländern wie Bulgarien und Griechenland und über dem in Schweden und den Niederlanden, so Eurostat-Daten aus dem Jahr 2023, berichtete La Vanguardia.

Brüssel hat die Tabakregulierung in den vergangenen Jahren schrittweise verschärft, etwa durch grafische Warnhinweise, Aromaverbote für bestimmte Produkte und strengere Regeln für E-Zigaretten. Daher unterstützt das Europäische Parlament zudem die Ausweitung rauchfreier Räume und die Ausdehnung von Beschränkungen auf das Dampfen sowie auf erhitzten Tabak. Diese Empfehlungen hängen jedoch von der jeweiligen nationalen Gesetzgebung ab, betonte La Vanguardia. (Redaktion)