Softeisbus gegen Rechtsruck in Mecklenburg-Vorpommern: Frauen schaffen mobile Begenungsräume vor Landtagswahl
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Softeis-Bus gegen Rechtsruck: Frauen schaffen mobilen Begegnungsraum in Mecklenburg-Vorpommern
Stand: 11.09.2026, 19:57 Uhr
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Vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern tourt ein Eismobil durch das Land. So sollen Möglichkeiten für Begegnung und Austausch entstehen.
Schwerin – Einander zuhören und auf die Argumente des Gegenübers eingehen – das gilt als eine Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie. Dafür braucht es Orte, an denen Menschen sich treffen, ihre Ideen teilen und über ihre Probleme reden können. Der mobile „Eisbus Gabi“ möchte das in Mecklenburg-Vorpommern vor der Landtagswahl bieten. Bürgerinnen und Bürger sollen so wieder mehr miteinander reden können.

Laut taz sollte der mobile Eisbus nur in diesem Sommer durch Vorpommern fahren. Wenn es aber mit der Finanzierung klappt, dann könnte er seine Touren auch noch länger fortsetzen. Für das Softeis zahlen die Kunden keine festen Preise, sondern nur den Betrag, den sie bezahlen können. Das Ziel ist es nicht, Geld zu verdienen, sondern das Motto lautet: „Eis to meet you“.
Gute Laune verbreiten und Begegnungen ermöglichen
„Wir wollen gute Laune verbreiten“, sagt Wibke Seifarth, eine der Betreiberinnen des Projekts, gegenüber der taz. Der Zeitpunkt vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September sei bewusst gewählt worden. „Es geht darum, Begegnungsräume zu schaffen und ins Gespräch zu kommen.“ Die Idee kam von Julia Sachs aus dem Netzwerk „Zusammen bewegen“, das nach eigenen Angaben „soziale Themen sichtbar in den öffentlichen Raum“ bringen möchte. Seifarth, die als freiberufliche Pädagogin und Moderatorin für Jugendbeteiligung arbeitet, spendete die Eismaschine. Auch andere Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern stießen zu dem Projekt hinzu.
Auf den Tischen des Eisbusses liegen „Klön-Schnack-Tischdecken“, auf denen Fragen stehen. Eine davon: „Was bewegt dich?“ Es gehe darum, dass sich Menschen austauschen, sich gesehen und gehört fühlen. In einem nächsten Schritt sollen sie anfangen, sich Gedanken über ihre Wünsche und Ideen zu machen. Besonders wichtig für Seifarth ist, dass Jugendliche auf Menschen mit anderen Ideen stoßen, die Weltoffenheit verkörpern und ihnen neue Horizonte eröffnen.
Betreiberinnen laden lokale Vereine oder Bürgermeister ein
Bisher ist „Gabi“ bis zu dreimal in der Woche im Einsatz. Davor kontaktieren die Frauen lokale Vereine, Engagierte und Politiker. Einer davon war im Juli der Bürgermeister von Sarow, Thomas Wellenbeck: Er begeisterte sich für die Aktion, machte Werbung dafür und kam auch selbst zum Eisessen. Manche würden auf Anfragen aber auch gar nicht antworten oder lehnten ihre Beteiligung ab, wie Seifarth mitteilt.
Sie berichtet, dass das Eismobil gut bei den Menschen ankomme. Das sei jedoch ein Symptom dafür, dass Alltagsorte, an denen man sich begegne, immer mehr verschwunden seien. Ein Grund dafür sei auch zu wenig politische Unterstützung. „Ich denke, wir kitten etwas, das in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde.“ Um solche Orte zurück nach Mecklenburg-Vorpommern zu holen, brauche es für Seifarth „eine größere Strategie“.
In Mecklenburg-Vorpommern deutet vieles auf einen Zweikampf zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen AfD hin. Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig präsentiert sich auf Großplakaten mit dem Spruch: „Die Frau gegen Blau“. Die SPD-Kampagne nimmt ihren politischen Hauptgegner ins Visier. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des ZDF liegt die SPD bei 34 Prozent. Dadurch konnte sie den Abstand zur AfD verringern, die auf 37 Prozent kommt. Dem NDR zufolge verzichtet sie auf Hilfe von der Bundes-SPD und setzt auf ihre Beliebtheit und ihren Amtsbonus.
Die AfD setzt auf Unterstützung von Ulrich Siegmund
Die AfD setzt dagegen auf Wahlkampftermine mit Sachsen-Anhalts Wahlsieger Ulrich Siegmund. AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult hat für die Zeit nach der Wahl Gesprächsrunden mit anderen Parteien angekündigt, falls eine absolute Mehrheit nicht zustande kommt. Ein großer Verlierer könnte die CDU werden. Meinungsforscher sehen die Partei bei etwa sieben Prozent. Es wäre das schlechteste CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt.
Eine wichtige Rolle könnte das BSW spielen: Zieht die Partei in den Landtag ein, könnte ihre Enthaltung im dritten Wahlgang einem AfD-Kandidaten zum Ministerpräsidenten verhelfen. Dann reicht eine einfache Mehrheit aus, um gewählt zu werden. (Quellen: taz.de, zusammenbewegen.org, ndr.de, wahlrecht.de) (jws)