Sensation im Monza-Qualifying: Pierre Gasly erobert Windschatten-Pole!

(Motorsport-Total.com) - Sensation im Qualifying zum Grand Prix von Italien 2026: Pierre Gasly, Monza-Sieger von 2020, sicherte sich in einer packenden Windschattenschlacht die Poleposition für das Rennen am So...

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Sensation im Monza-Qualifying: Pierre Gasly erobert Windschatten-Pole!

(Motorsport-Total.com) - Sensation im Qualifying zum Grand Prix von Italien 2026: Pierre Gasly, Monza-Sieger von 2020, sicherte sich in einer packenden Windschattenschlacht die Poleposition für das Rennen am Sonntag. Eine Überraschung, auf die vor dem Wochenende wohl niemand gewettet hätte - die sich aber in Q1 und Q2 schon angedeutet hatte.

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© Sutton Images

Pierre Gasly holte beim Grand Prix von Italien die erste Pole seiner Formel-1-Karriere Zoom

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George Russell (Mercedes), der mit 0,060 Sekunden Rückstand Zweiter wurde, fiel nicht viel ein, als er am Boxenfunk darüber informiert wurde, dass Gasly seine Zeit noch unterboten hatte: "Well ..." Während Gasly verständlicherweise ganz aus dem Häuschen war: "Wow. Darauf habe ich so lang gewartet!" Und später, vor laufenden Kameras: "Manchmal bringt dich so eine gute Runde nicht einmal ins Q3. Aber heute hat das Auto gepasst."

Für Gasly kam die Sensation nicht ganz aus dem Nichts: "Es hat sich schon gestern im zweiten Training gut angefühlt. Dann haben wir heute Morgen noch ein bisschen was geändert, aber wir hatten im Training nie einen Windschatten. Ich wusste, da geht noch mehr. Und dann haben wir es im Qualifying einfach perfekt umgesetzt. Die Balance war so gut wie wahrscheinlich noch nie in diesem Jahr, und dadurch hatte ich das Vertrauen, in den Kurven voll anzugreifen, als es drauf ankam."

Lokalmatador Antonelli (Gridstrafe wegen Motorwechsel) erfüllte im ersten Run seine Pflicht und zog Russell bis zur ersten Kurve. Seine eigene Zeit durfte er erst etwas später setzen, zwischen erstem und zweitem Run, als sonst keiner auf der Strecke war. Ohne Windschatten fuhr er zunächst auf Platz 6. So konnte er im finalen Showdown wieder Russell unterstützen, der seinerseits über eine schwache Vorderachse klagte. Am Ende sicherte sich Antonelli P7.

Nach dem ersten Q3-Run war Russell vor Oscar Piastri (McLaren), Gasly und Charles Leclerc (Ferrari) in Führung gelegen. Lewis Hamilton (Ferrari) war Achter. Der siebenmalige Weltmeister fuhr später als alle anderen aus der Box und hatte daher keinen Windschatten.

Für den zweiten Run hatte Piastri die schlechteste Ausgangsposition. Er war Erster auf der Strecke, vor Teamkollege Lando Norris, und hatte damit als einziger Pilot nicht die Chance auf einen Windschatten. Allerdings verbremste er sich in der ersten Kurve - sodass seine Runde kaputt war ("Ich hatte da eh schon zwei Zehntel Rückstand"), und Norris jetzt ohne Windschatten führen musste.

In der Live-Übertragung bei ServusTV dämmerte Experte Christian Klien schon nach der ersten Zwischenzeit: "Da geht bei keinem was!" Was sich als nicht ganz richtig herausstellen sollte: Russell fand ein paar Hundertstelsekunden, Gasly fuhr auf Pole, Piastri blieb Dritter vor Leclerc - und Hamilton schob sich noch auf Platz 5.

Max Verstappen, der wegen des frühen Ausscheidens des zweiten Red Bull in Q3 auf sich allein gestellt war, belegte Rang 6, gefolgt von Antonelli, Franco Colapinto (Alpine), Norris und Arvid Lindblad (Racing Bulls). Er ärgert sich: "Schon das ganze Jahr passiert immer was auf der Hinterachse, und das kann im Freitagstraining passieren oder im Qualifying oder im Rennen. Jetzt ist es wieder im Qualifying passiert."

Trotzdem spielte Verstappen am Ende die entscheidende Rolle, wie Toto Wolff erklärt: "Max hat das clever gemacht, stark verzögert und George die Runde zusammengehauen", sagt der Mercedes-Teamchef im Interview mit ServusTV. "George war dann viel zu knapp dran an ihm, über die ganze Runde, vor allem dann am Ende in der Parabolica. Null Anpressdruck mehr gehabt, weil er so knapp war, und das hat die Pole gekostet."

Zwar sei "geplant" gewesen, dass Antonelli auch im letzten Run für Russell fahren soll, "aber dann waren wir alle zu knapp an Max dran. Max ist fast stehengeblieben am Ende. Dann war Kimi an ihm dran, dann war George an Kimi dran, und dann am Ende war der Windschatten nicht das, was wir gehofft haben. Und vor allem war George über den Rest der Runde zu nah am Max."

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Warum kassierte Piastri eine nachträgliche Strafe?

Für Piastri hatte das Qualifying in Monza ein Nachspiel. Der McLaren-Pilot wurde gemeinsam mit Liam Lawson zu den Kommissaren vorgeladen, weil er den Red-Bull-Fahrer in der Schlussphase von Q2 behindert haben soll. Piastri befand sich auf einer Aufwärmrunde vor der ersten Schikane und verlangsamte zunächst, um Verstappen vorbeizulassen. Anschließend reihte er sich jedoch vor Lawson ein und hielt den Neuseeländer beim Herausbeschleunigen aus der Schikane in Richtung Curva Grande auf.

Die Kommissare entschieden am frühen Abend tatsächlich gegen Piastri und belegten ihn mit einer Rückversetzung um drei Startplätze, womit er den Grand Prix statt von Position 3 nur von Rang 6 aufnehmen darf. Die Kommissare kamen zu dem Schluss, dass Piastri Lawson in Kurve 2 "unbeabsichtigt und zudem unnötigerweise" behindert habe.

Zwar erkannten sie an, dass der Australier aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Informationen in diesem Moment praktisch keine Möglichkeit mehr hatte, Lawson auszuweichen. Dennoch werteten sie den Vorfall als Verstoß gegen Artikel B4.1.1 des Formel-1-Reglements und verhängten dafür die übliche Strafe von drei Startplätzen.

"Ich kam aus der Box, und die Geschwindigkeitsunterschiede sind hier riesig. Ich habe keine Ahnung, wo Liam herkam, und muss mir das erst mit dem Team anschauen, bevor ich was dazu sage", war Piastris erste Reaktion in der FIA-Pressekonferenz.

Q1: Zitterpartie für Nico Hülkenberg

Sechs Minuten vor Ende von Q1 lag Nico Hülkenberg (Audi) noch an 17. Position und war damit provisorisch nicht für Q2 qualifiziert. Im ersten Run hatte er 0,759 Sekunden auf seinen Teamkollegen Gabriel Bortoleto verloren. Die zweite Runde des Deutschen musste also sitzen.

In dieser fand er dann rund eine halbe Sekunde und verbesserte sich mit einer Zeit von 1:23.440 Minuten auf den 14. Platz. Damit lag er immer noch 0,494 Sekunden hinter Bortoleto, aber er hatte den Einzug in die Top 16 geschafft.

Zu Ende war der Arbeitstag an der Stelle für Yuki Tsunoda (Racing Bulls), der den Cut gegen Carlos Sainz (Williams) um 0,139 Sekunden verpasste; ebenso wie für Alexander Albon (Williams), die beiden Cadillac- und die beiden Aston-Martin-Piloten.

Gibt es sonst noch Grid-Strafen?

Für Albon kein Drama: Er startet wegen eines Powerunit-Wechsels im Rennen so oder so von ganz hinten im Grid und konnte deshalb Sainz in seinem Windschatten ins Q2 ziehen. Insgesamt drei Fahrer ziehen in Monza übrigens einen taktischen Motorwechsel. Neben Albon auch noch Antonelli und Lawson.

Die beiden konnten sich daher im weiteren Verlauf des Qualifyings darauf konzentrieren, ihren jeweiligen Teamkollegen den bestmöglichen Windschatten zu spendieren. Das hatte Mercedes schon vor dem Wochenende so besprochen. Eine ungewöhnliche Konstellation, wenn man bedenkt, dass Antonelli so ausgerechnet einen seiner schärfsten Rivalen im Kampf um den WM-Titel unterstützen musste.

Q2: Zitterpartie für Ferrari

Q2 war für Mercedes die Generalprobe, was das Windschatten-Spendieren betrifft. Antonelli zog Russell, und der war zunächst dann auch tatsächlich um 0,173 Sekunden schneller. Antonelli war aber nicht zufrieden: "Mein Sitz bewegt sich." Und: "Kann ich auch mal nicht auf mich allein gestellt fahren?"

Bei Red Bull bekam indes Verstappen die Balanceprobleme von Freitagnachmittag nicht in den Griff. Er war nach seiner ersten Runde nur Zehnter, und er funkte mürrisch: "Das Auto ist an der Hinterachse wieder gebrochen. Es ist unfahrbar in den Kurven 2, 4 und 5." Wobei er "gebrochen" vermutlich nicht ganz wörtlich meinte.

Immerhin reihte er sich zunächst als Fünfter ein, und für die zweite Q2-Runde musste er sich vorübergehend in Lawsons Dienst stellen, um den Neuseeländer möglichst in die Top 10 zu ziehen. Schließlich würde ihm der sonst in Q3 nicht helfen können. Verstappen zog Lawson bis zur Alboreto-Kurve, fuhr dann zur Seite - doch es reichte nicht: Platz 14, 0,305 Sekunden hinter dem Top-10-Cut. An der Box beschwerte sich Lawson dann, man habe ihn "im Regen stehen" lassen.

Gleichzeitig bahnte sich eine Überraschung an: Schon in Q1 hatten die beiden Alpines die Weltspitze aufgemischt, und nach dem ersten Run lagen Gasly und Colapinto wieder auf den Positionen 3 und 8. Nicht minder überraschend, dass Piastri zu dem Zeitpunkt vor Norris in Führung lag.

Am Ende von Q2 richtete sich das Augenmerk auf die beiden Ferraris, die noch keine wirklich sicheren Top-10-Zeiten gesetzt hatten. Leclerc fuhr auf der Strecke vor Hamilton und spendierte den Windschatten, und der war womöglich das Zünglein an der Waage: Der siebenmalige Weltmeister verbesserte sich in letzter Sekunde noch von P11 auf P10, eine einzige Tausendstelsekunde (!) vor Bortoleto.

Hülkenberg rätselte indes, warum er mit seinem Audi nach soliden Trainingsleistungen keine Performance mehr abrufen konnte. Er belegte den 13. Platz, hinter Bortoleto und Oliver Bearman (Haas), und vor Lawson, Sainz und Esteban Ocon (Haas).

"Es ist hier alles sehr, sehr auf Kante genäht", ärgert sich Hülkenberg im Interview mit Sky und erklärt: "Die Outlaps mit der Energie und dann mit dem Windschatten ... Ich habe im Q1 immer die Top-Autos vor mir gehabt, die dann einen Ticken wegziehen. Und das macht so einen riesigen Unterschied aus dem Windschatten und mit Topspeed. Das ist unerklärbar. So sensibel habe ich es noch nie erlebt. Und recht schwierig, das alles korrekt zu timen."

Bestzeit fuhr letztendlich Antonelli in 1:21.882 Minuten (hätte in Q3 für Platz 3 gereicht), vor dem McLaren-Duo und Gasly, der spätestens jetzt als echter Geheimtipp für eine Überraschung galt. Nicht zum ersten Mal in Monza: 2020 hat er den Grand Prix von Italien auf AlphaTauri schon mal gewonnen.

Zeitplan Formel 1 Monza: Wie geht's weiter?

Nach dem F1-Sprint in Zandvoort ist Monza wieder ein klassisches Grand-Prix-Wochenende im traditionellen Format. Der Rennstart am Sonntag ist auf 15:00 Uhr angesetzt. Im TV wird das Rennwochenende in Monza übrigens auf Sky (Deutschland), ServusTV (Österreich) und im SRF (Schweiz) übertragen (Hier geht's zur kompletten TV-Übersicht zur Formel 1 in Monza!).

Die gewohnten Formel-1-Livestreams können Fans am Samstag- und Sonntagabend auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de verfolgen. Mit einer Zusammenfassung des Geschehens und Analysen weit über das Ende der TV-Übertragungen hinaus. Host Kevin Scheuren präsentiert die Streams wieder in der Stammbesetzung mit Chefredakteur Christian Nimmervoll als Experte.

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