Warum Lindsey Graham für Trump so wichtig war

Autor:  12.07.2026, 19:48 Teilen ...

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Warum Lindsey Graham für Trump so wichtig war

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12.07.2026, 19:48

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Der Tod von Lindsey Graham markiert einen Einschnitt in der amerikanischen Politik. Kaum ein republikanischer Senator verband in den vergangenen Jahren so viel Einfluss im Kongress mit einem direkten Draht zu Präsident Donald Trump. Er war sich aussenpolitisch nicht immer einig mit Donald Trump, wie SRF-Korrespondentin Barbara Colpi erklärt. Doch er galt als enger Vertrauter des US-Präsidenten.

Barbara Colpi

USA-Korrespondentin

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Barbara Colpi berichtet seit Juli 2022 als Korrespondentin für Radio SRF und News Digital aus den Vereinigten Staaten. Sie ist seit 2005 bei Radio SRF und begann als Redaktorin in der Sportredaktion, wo sie 2008 die stellvertretende Leitung übernahm. Im Frühling 2016 wechselte die studierte Sozialanthropologin auf den Korrespondentenposten nach Lausanne.

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Welchen Einfluss hatte Lindsey Graham auf die Aussenpolitik von US-Präsident Trump?

Lindsey Graham war ein sehr wichtiger Gegenpol zu Präsident Trump. Ihm hörte er zu und ihn nahm er ernst. Grundsätzlich ist man versucht zu sagen, Trump allein bestimmt die Aussenpolitik und gibt die strategische Richtung vor. Doch Lindsey Graham dürfte einen grossen Einfluss darauf gehabt haben, dass Trump nicht alle seine Drohungen in die Tat umsetzte – sei es bei der Nato, bei Militärhilfen oder bei langfristigen Allianzen. Es gibt auch andere republikanische Senatorinnen und Senatoren mit einem ähnlichen, klassischen aussenpolitischen Profil wie Graham. Allerdings bleibt fraglich, ob diese Stimmen künftig ähnlich durchsetzungsfähig sein werden – oder ob sich der Kurs der USA weiter in Richtung «America First» verschiebt und innerhalb der Partei Stimmen an Gewicht gewinnen, die internationale Verpflichtungen skeptischer sehen.

Lindsey Graham war auch Vorsitzender der einflussreichen Budgetkommission des Senats: Welche Rolle hat er dort gespielt?

Er spielte auch dort eine sehr wichtige Rolle als Verbündeter von Trump. In der Budgetkommission werden nicht nur die Weichen für die grossen finanzpolitischen Projekte gestellt, sondern auch ganze Budget-Gesetzespakete geschnürt. Diese umfassen auch Steuerpolitik, Ausgaben für Grenzsicherung oder Verteidigung. Graham spielte dabei eine Schlüsselrolle. Diese Pakte fallen alle unter das sogenannte «Budget Reconciliation-Verfahren», das nur eine einfache Mehrheit im Senat verlangt und nicht 60 von 100 Stimmen. Bekanntestes Beispiel ist das Steuer – und Ausgabepaket, das Trump im vergangenen Jahr «The One Big Beautiful Bill» nannte. Graham war also auch Architekt von Trumps Gesetzesstrategie. Wir befinden uns in einer wichtigen Phase in Trumps zweiter Amtszeit. Bis zur Sommerpause des Kongresses Anfang August will Trump ein weiteres Gesetzespaket durch den Kongress bringen. Diese soll unter anderem ein Gesetz beinhalten, das die Wahlbeteiligung einschränken würde. Genau darüber hat Trump nach eigenen Angaben zuletzt gesprochen.

Graham war einer der erfahrensten und amtsältesten Politiker im US-Senat. Welche Lücke hinterlässt er dort?

Eine sehr grosse Lücke. Denn Graham vereinte die seltene Kombination von jahrzehntelanger Erfahrung, internationalen Kontakten und dem direkten Zugang zu Trump. Abgesehen davon fehlt jetzt auch mathematisch eine republikanische Stimme im Senat. Der Gouverneur von South Carolina kann zwar einen Ersatz ernennen, doch die naheliegendste Option, jemanden aus dem Repräsentantenhaus zu ernennen, ist heikel. Dort würde dann jemand fehlen und es bräuchte eine Ersatzwahl. Hinzu kommt, dass mit Mitch McConnell im Senat bereits ein anderer wichtige republikanischer Senator fehlt. McConnell ist seit rund einem Monat im Spital und es ist offen, wann und ober er zurückkehrt. Die Mehrheitsverhältnisse im Senat sind also noch knapper. Das könnte direkte Auswirkungen haben, ob Trump überhaupt noch ein grosses Gesetz durch den Kongress bringt vor der langen Sommerpause.

SRF 4 News, 12.11.2026, 18 Uhr