Schrecksekunde um Zverev im Wimbledon-Finale – Sinner-Geste sorgt für Gänsehaut

StartseiteSportStand: 12.07.2026, 20:28 UhrKommentareUns auf Google folgenIm Wimbledon-Finale rutscht Alexander Zverev aus und greift sich ans Knie. Jannik Sinner zeigt eine bemerkenswerte Geste. Böse Erinnerun...

  • 2 min read
Schrecksekunde um Zverev im Wimbledon-Finale – Sinner-Geste sorgt für Gänsehaut

Stand: 12.07.2026, 20:28 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Im Wimbledon-Finale rutscht Alexander Zverev aus und greift sich ans Knie. Jannik Sinner zeigt eine bemerkenswerte Geste. Böse Erinnerungen werden wach.

London – Der Centre Court hielt kollektiv den Atem an. Im dritten Satz des Wimbledon-Finals zwischen Alexander Zverev und Jannik Sinner, beim Stand von 3:3, spielte der Weltranglistenerste einen überlegten Stoppball. Zverev wollte lossprinten – und rutschte unglücklich weg. Mit schmerzverzerrtem Gesicht griff sich der Hamburger sofort ans rechte Knie und blieb auf dem Rasen liegen. Was zunächst wie ein normaler Sturz wirkte, ließ das gesamte Publikum in Schockstarre verfallen.

Alexander Zverev hielt sich im Wimbledon-Finale das Knie, Gegner Jannik Sinner eilte zur Hilfe.

Alexander Zverev hielt sich im Wimbledon-Finale das Knie, Gegner Jannik Sinner eilte zur Hilfe. © Kin Cheung/Kirsty Wigglesworth/dpa

Was dann folgte, war ein Moment, der weit über das Sportliche hinausging: Sinner zögerte keine Sekunde, überquerte das Netz und eilte zu seinem Kontrahenten. Der Italiener half Zverev auf die Beine und erkundigte sich nach dessen Befinden – eine Geste, die auf dem heiligen Rasen von Wimbledon für Gänsehaut sorgte. Zverev gab nach dem ersten Schreck ein positives Zeichen, das Knie schien nichts Ernstes abbekommen zu haben.

Zverev-Sturz: Stich mit düsterer Erinnerung und Warnung

Für Prime-Experte Michael Stich weckten die Bilder sofort dunkle Erinnerungen. Der Wimbledon-Sieger von 1991 hatte selbst einst eine schwere Fußverletzung erlitten und äußerte sich nach Zverevs Bänderriss bei den French Open 2022 besorgt. Stich vermutete womöglich das Aufbrechen einer früheren Verletzung Zverevs.

Nun, vier Jahre später, flackerten genau diese Bilder wieder auf – denn der Sturz in London erinnerte fatal an jenen schwarzen Abend in Paris, als Zverev im Halbfinale gegen Rafael Nadal mit einem mehrfachen Bänderriss im rechten Sprunggelenk mit dem Rollstuhl vom Platz geschoben werden musste und auf Krücken zurückkehrte, um aufzugeben. Einer der schlimmsten Momente seiner Karriere.

Diesmal aber blieb die Katastrophe aus. Zverev, der vor dem Wimbledon-Finale zehn Stunden schläft, rappelte sich auf und spielte weiter – zur sichtlichen Erleichterung aller im Stadion. In den folgenden Ballwechseln bewegte er sich wieder rund, das Knie schien unversehrt geblieben zu sein. Nach dem verlorenen dritten Satz ging er für kurze Zeit in die Kabine.

Zverev kämpft in London um etwas Außergewöhnliches: Als amtierender French-Open-Sieger könnte er als erster männlicher Deutscher seit Michael Stich 1991 den Rasen-Klassiker gewinnen – und das nur fünf Wochen nach seinem ersten Grand-Slam-Triumph in Paris. Boris Becker bezeichnete den Einzug ins Finale bereits als „historischen Tag für Sascha Zverev und das deutsche Tennis“, mahnte aber zugleich: „Noch muss er ein Match gewinnen.“ Der Schrecken um das Knie ist vorerst verflogen. (ck)