„Semmelei“ in Sindelsdorf läuft wie geschnitten Brot
StartseiteLokalesWeilheimSindelsdorfStand: 02.09.2026, 21:00 UhrKommentareUns auf Google folgenAuch für Spontaneinkäufe hatte man Backwaren vorbereitet. Das Verkaufsteam der zweiten Ausgabe, hier kassiert gerad...
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Stand: 02.09.2026, 21:00 Uhr
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Der neue Backwarenverkauf im Pfarrhof hat die Erwartungen übertroffen. Das Ausgabeteam ist bereits ab sechs Uhr vor Ort, um die Bestellungen einzutüten.
Sindelsdorf – „Ich glaub‘, ich werd‘ nicht mehr.“ Das dachte sich Peter Gastager am Tag vor dem Start der Semmelei, also des Backwarenverkaufs im Gartenhäusl am Pfarrhof. Wenn 30 Bestellungen eingehen, wäre das ziemlich gut. Mit dieser Haltung war man in die Premiere reingegangen. Am Ende waren es 52 Bestellungen, die vorab über das eingerichtete Online-Tool getätigt wurden und Gastager etwas ungläubig, aber freudig zurückließen. Der erste Verkaufstag am 22. August war damit ein voller Erfolg. „Weit über unseren Erwartungen“, sagt Mathias Warlich eine Woche darauf bei der zweiten Ausgabe. Auch da läuft die Semmelei, die aus einer Initiative der Nachbarschaftshilfe hervorgegangen ist, wie geschnitten Brot.
Wenn das so weitergeht, muss man sich was für die kalte Jahreszeit einfallen lassen, also nicht, wie man Glühwein in der Verkaufszeit zwischen 7.30 und 11 Uhr schmackhaft machen kann, sondern, wo man dann Semmeln, Brezen und Co. an den Mann und die Frau bringt. Isoliert ist das Gartenhäusl nämlich nicht. Aktuell laufe die Planung der Semmelei bis Ende Oktober, verriet Warlich. Wenn die Akzeptanz so bleibt oder noch wächst, braucht es eine Lösung für den Winter. „Es gibt bestimmt eine Möglichkeit“, meint der Engagierte. Aber man gehe die ganze Sache „step by step“ an.
Mit der Semmelei holen die Engagierten Backwaren und damit Nachversorgung in kleinem Format zurück ins Dorf. Momentan einmal in der Woche, nämlich jeden Samstag. Doch es steckt noch mehr dahinter. Man möchte Austausch und Begegnung ermöglichen. Das weiß auch Thomas Mattern zu schätzen. Der Sindelsdorfer war der erste Kunde am ersten Verkaufstag. Schon um sieben schlug er damals auf. Am zweiten Verkaufstag kommt er nun eine Stunde später, geht dieses Mal aber nicht nur mit einer Tüte Semmeln, sondern auch einem großen Nusszopf. Den hatte er beim Semmelei-Quiz gewonnen. „Wirklich ein gutes Zeichen für Sindelsdorf, dass wieder was verkauft wird“, findet er. Und der Platz am Pfarrhof sei „schee“ und „wunderbar geeignet“ dafür. Mattern kommt nicht allein wegen der Backwaren. Es mache Spaß, hier Kaffee zu trinken und zu ratschen, sagt er. Man könne Bekannte treffen und neue Leute kennenlernen. Ein Stehtisch und eine Biertischgarnitur sind aufgebaut. Getränke gibt es gegen Spende. An einer großen „Dorfgeflüster“-Pinwand ist „Platz für Suche…Biete…und was sonst interessant oder lustig ist“, heißt es auf einem Schrieb. „Ich komm‘ jetzt jeden Samstag“, kündigt Mattern an. „Entweder vor die Theke oder dahinter.“ Er hat sich ja auch als Helfer zur Verfügung gestellt.
Über Engagement freut man sich immer. Die Initiative kommt aus der Nachbarschaftshilfe, doch alle Vereine und Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich einzubringen, ob als tatkräftige Unterstützung oder mit Ideen. Auch das Bestell-Tool, das über die eingerichtete Website (semmelei.de) aufrufbar ist, wurde von Ehrenamtlichen eingerichtet. „Bis auf ein Dankeschön hat das nichts gekostet“, erzählt Warlich. Die Anwendung sei „klar zu bedienen“, sagt Mattern. Das Angebot, ein wesentlicher Teil des A-Sortiments der Bäckerei Eberl, verrät Warlich, wird auf der Seite abgebildet, sogar mit Fotos. Die gewünschten Produkte können dann, wie bei gängigen Internetshops, dem Warenkorb hinzugefügt und geordert werden. Die Deadline für Bestellungen ist immer am Freitag um 14 Uhr für den Ausgabetag am Samstag. Vor Ort habe man aber auch „ein paar Kleinigkeiten für den Spontanverkauf“ in petto, berichtet Warlich.
Bei dem Namen hat man sich einige Gedanken gemacht. Semmelei, das klinge „dörflich“, nach einer „kleinen Geschichte“ und „irgendwie liebenswert“, meint Warlich. Aktuell befindet sich die Semmelei noch in der Probezeit. In dieser Phase möchte man bei Bedarf Anpassungen vornehmen, ob bei der Online-Anwendung, im Sortiment oder im Ablauf. Apropos Ablauf: offizieller Verkaufsbeginn ist um 7.30 Uhr. Doch das jeweilige Ausgabeteam ist bereits ab sechs Uhr vor Ort, um die einzelnen Bestellungen einzutüten.
Manche Haushalte bestellen gemeinsam
Das Feedback aus Bürgerschaft und Kundschaft sei bislang durchweg positiv, sagt Warlich. Die Zahlen lassen sich ebenfalls sehen. 52 Bestellungen waren es bei der Premiere. Auch kamen da mehrere Hilfsangebote rein. 46 Bestellungen sind es nun am zweiten Verkaufstag. Das sind zwar etwas weniger Aufträge, insgesamt sind mehr Backwaren geordert worden. Manche Haushalte bestellen nämlich gemeinsam. Der erfolgreiche Start der Semmelei macht Gastager glücklich, und stimmt ihn zuversichtlich. Das Angebot „gibt dem Dorf was – und gibt einem selber was“.