Schäden nach Gewitterfront - Dutzende Verletzte, umgewehte Lastwagen, geknickte Strommasten
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- Am Vormittag ist eine heftige Gewitterfront mit starken Hagel über die West- und Nordwestschweiz gezogen und sorgte für erhebliche Sturmschäden.
- Im Kanton Zürich wurden mehr als 40 Personen durch grosse Hagelkörner verletzt, darunter Kinder. Im Kanton Solothurn wurde eine Person von einem umstürzenden Baum getroffen und dabei schwer verletzt.
- Im Kanton Aargau sind Masten einer Starkstromleitung eingeknickt. Es kam zu einem grösseren Stromausfall.
- Auch am Abend ist gemäss SRF Meteo gebietsweise mit heftigen Gewittern zu rechnen.
Aargau
Von umgewehten Bäumen und Baustellenabsperrungen bis zu überfluteten Kellern verzeichnet die Kantonspolizei rund 240 Schadenplätze und bot über 40 Feuerwehren auf. Grosse Schäden gab es im Birrfeld: Dort drückte der Sturm vier massive Betonmasten der Hochspannungsleitung zu Boden. Zwei davon stürzten in Birrhard auf ein Gewerbegebäude und eine Sporthalle und beschädigten beide erheblich. Danach fiel in mehreren Gemeinden der Strom aus.
Axpo: Bilanz zu Schäden an Stromleitungen
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Infolge der heftigen Gewitter kam es im Versorgungsgebiet der Axpo zu mehreren Störungen und Schäden an der Netzinfrastruktur. Besonders betroffen waren gemäss Mitteilung die Region Unteres Aaretal im Aargau. Personen seien dabei keine zu Schaden gekommen, Mitarbeiter würden in den betroffenen Gebieten im Einsatz stehen, schreibt die Axpo.
Übersicht der Schäden im Netzgebiet der Axpo:
Bei Birrhard AG entlang der A1 knickten acht Betonmasten infolge der Sturmböen ein. Einer der Masten beschädigte eine Freizeithalle und ein weiterer ein Gewerbegebäude.
Bei Henggart ZH fiel ein Baum in die Freileitung.
Auf der Hochspannungsleitung zwischen Ebnat SH und Herblingen SH fiel ebenfalls ein Baum in die Freileitung. Dies führte um 10.10 Uhr zu einem Versorgungsausfall von 20 Minuten.
Auf der Autobahn A1 im Birrfeld erfasste der Sturm einen Lastwagen. Das Fahrzeug kippte auf einen nebenstehenden Lieferwagen. Der Lenker des Lieferwagens und der Lastwagenfahrer blieben unversehrt.
Anfang Bildergalerie
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Bild 1 von 9. Birrhard AG. Auf der A1 kippte ein Lastwagen auf einen Lieferbus.
Bildquelle: ZVG.
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Bild 2 von 9. Birrhard AG.
Bildquelle: Kapo Aargau.
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Bild 3 von 9. Bülach ZH. Hagelkörner zerstörten diese Autoscheibe.
Bildquelle: Keara Gutzwiller.
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Bild 4 von 9. Reutlingen ZH. Ein Auto.
Bildquelle: BKR News.
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Bild 5 von 9. Schaffhausen. Abgebrochene Äste in Schaffhausen.
Bildquelle: SRF.
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Bild 6 von 9. Seuzach ZH.
Bildquelle: BKR News.
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Bild 7 von 9. Seuzach ZH.
Bildquelle: BKR News.
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Bild 8 von 9. Birrhard AG.
Bildquelle: Kapo Aargau.
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Bild 9 von 9. Birhard AG.
Bildquelle: Kapo Aargau.
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Solothurn
Ebenfalls stark betroffen ist der Kanton Solothurn. Bei der Alarmzentrale gingen laut Polizeiangaben rund 290 Meldungen wegen Wassereinbrüchen und Windschäden ein. Eine 42-jährige Frau wurde in Erlinsbach SO von einem umstürzenden Baum getroffen und dabei schwer verletzt. Sie musste durch den Rettungsdienst in ein Spital gebracht werden.
Zwischen 9 und 12 Uhr standen die örtlichen Feuerwehren im Dauereinsatz. In rund 180 Fällen betrafen die Meldungen Wassereinbrüche in Gebäude. Der Rest stand laut Polizei im Zusammenhang mit starkem Wind, vor allem umgestürzte Bäume sowie teilweise auch beschädigte Dächer. Besonders stark betroffen waren die Bezirke Lebern, Olten und Gösgen.
Versicherer: Mehr als 10'000 Schadensmeldungen
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Die Mobiliar spricht nach den heutigen Unwettern vom bislang mit Abstand schwersten Hagelereignis des Jahres. Bereits bis Mittag wurden dem Versicherer weit über 1000 Fahrzeugschäden sowie Hunderte überschwemmte Keller und Schäden an Gärten und Umgebung gemeldet, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Zahlen dürften noch deutlich steigen. Beschädigt wurden unter anderem Front-, Heck- und Seitenscheiben von Fahrzeugen.
Bei der Allianz Suisse dürften die heftigen Unwetter zu insgesamt über 10'000 Schadensfällen geführt haben, wie die Versicherungsgesellschaft schätzt. Bei dieser Zahl handelt es sich um Schäden insgesamt, nicht nur um Fahrzeuge.
Das Unwetter hat laut dem Versicherer AXA auch bei seinen Kunden zu vielfältigen Schäden geführt. Besonders betroffen seien Fahrzeuge durch Hagel sowie Fassaden und Gebäudehüllen. Zudem seien Dächer abgedeckt worden. Eine konkrete Einschätzung der Schadensumme sei noch nicht möglich, teilt die AXA mit.
Zürich und Schaffhausen
in Zürich nahm die Einsatzleitzentrale innerhalb einer halben Stunde neben rund 300 Feuerwehrnotrufen auch gut 150 Sanitätsnotrufe entgegen. Besonders betroffen war der nördliche Teil der Stadt Winterthur. Dort standen zeitweise 20 Sanitätsfahrzeuge gleichzeitig im Einsatz. Primär mussten Platzwunden und Verletzungen durch Stürze versorgt werden. Auch gab es gemäss Tages-Anzeiger bei einer Schule einige Kinder, die in der Pause Platzwunden am Kopf und Prellungen erlitten. Hagelkörner so gross wie Tischtennisbälle schlugen Dachfenster und Heckscheiben von Fahrzeugen ein, wie die Stadtpolizei mitteilt.
In der Gemeinde Neftenbach wurden bei einer Schule rund 40 Personen, mehrheitlich Kinder, durch den Hagel verletzt. Mehrere Verletzte mussten zur Behandlung in Spitäler gebracht werden.
Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich geht nach aktueller Einschätzung von über 2000 Schadenmeldungen und einer Schadensumme um die 30 Millionen Franken aus, wie sie mitteilt.
Im Kanton Schaffhausen gingen rund 90 Schadensmeldungen bei der Polizei ein. Mehrere Dutzend Bäume sind umgestürzt oder abgeknickt. Dabei wurden gemäss Behörden auch Gebäude und mehrere Fahrzeuge beschädigt. Gemäss SRF Meteo wurden in Schaffhausen Windböen von bis zu 142 Kilometern pro Stunde gemessen.
Winterthur ZH
Riesige Hagelkörner in Winterthur.
Sonja Adlouni
Thurgau
Im Kanton Thurgau sind zahlreiche Bäume umgestürzt. Insgesamt sind bei der Polizei rund 50 Schadensmeldungen eingegangen. Verletzt worden sei niemand. Die Schadensmeldungen betrafen mehrheitlich umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste, wie die Kantonspolizei Thurgau schreibt. Ein Dutzend Meldungen gingen wegen führerloser Boote auf dem Bodensee ein. Auch im Kanton St. Gallen geht die Kantonspolizei von keinen Verletzten aus, wie es auf Anfrage von SRF heisst.
Swiss streicht 85 An- und Abflüge
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Das heftige Gewitter hat den Betrieb am Flughafen Zürich «erheblich» beeinträchtigt. Bis am späten Nachmittag mussten 85 An- und Abflüge gestrichen werden
Wie die Swiss mitteilt, sind davon rund 11'200 Passagiere betroffen. Zahlreiche weitere Flüge verzeichnen Verspätungen von bis zu drei Stunden, in einzelnen Fällen auch darüber hinaus. Weitere Flugannullierungen im Verlauf des Abends könne die Swiss derzeit nicht ausschliessen.
Die Swiss übernehme sämtliche «nötigen» Kosten, die für die Passagiere anfallen. Dazu gehören Hotelübernachtungen bis zum nächstmöglichen Weiterflug, die zwischenzeitliche Verpflegung sowie nötige Taxifahrten oder Telefongespräche.
Die entsprechenden Belege könnten im Nachgang beim Swiss-Kundendienst eingereicht werden. Man kümmere sich anschliessen um «eine möglichst schnelle und unkomplizierte Rückzahlung».
SRF 4 News, 28.08.2026, 11:00 Uhr ; sda/fulu;blac;schc