Nur 660 Euro statt 1.000 Euro Rente: Warum Frauen so viel weniger bekommen als Männer

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Nur 660 Euro statt 1.000 Euro Rente: Warum Frauen so viel weniger bekommen als Männer

Stand: 22.07.2026, 18:45 Uhr

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Eine Seniorin sitzt vor einem Aktenordner

Frauen bekommen 34 Prozent weniger Rente als Männer. ©  IMAGO / photothek

Der Gender Pension Gap beträgt in Deutschland 34 Prozent. Was dahintersteckt, ist keine Überraschung. Und trotzdem wird es selten so klar gesagt.

Eine Zahl. 34 Prozent. So viel weniger Rente bekommen Frauen in Deutschland im Schnitt als Männer. Wo ein Mann 1.000 Euro Rente erhält, bekommt eine Frau 660 Euro.

Content-Partnerschaft:

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Fortunalista ist eine Plattform für Finanzbildung, die Frauen dabei unterstützt, ihre Finanzen selbstbestimmt zu gestalten. Mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen rund um Geld zeigt Fortunalista, wie Frauen mit dem Investment Code ihren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit finden.

Diese Zahl ist kein Zufall. Sie ist das vorhersehbare Ergebnis von Strukturen, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben und die jeden Tag weiter wirken.

„Der Gender Pension Gap ist keine abstrakte Statistik“, sagt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista. „Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, die Paare, Unternehmen und der Staat über Jahrzehnte getroffen haben. Und er ist der Grund, warum Frauen früher und entschiedener privat vorsorgen müssen als Männer.“

Was den Gender Pension Gap verursacht

Fünf Faktoren erklären den Unterschied fast vollständig:

  1. Gender Pay Gap. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer. Weniger Gehalt bedeutet weniger Einzahlungen in die Rentenversicherung. Weniger Einzahlungen bedeuten weniger Rentenpunkte. Weniger Rentenpunkte bedeuten weniger Rente.
  2. Teilzeit. 48 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Bei Männern sind es 11 Prozent. Teilzeit bedeutet weniger Jahresverdienst, weniger Rentenpunkte und eine niedrigere Rentenanwartschaft, die sich über Jahrzehnte summiert.
  3. Elternzeit und Erwerbsunterbrechungen. Mütter reduzieren ihre Arbeitszeit nach der Geburt im Schnitt um 60 Prozent, Väter um 5 Prozent. Kindererziehungszeiten werden teilweise angerechnet, gleichen den Verlust aber nicht vollständig aus.
  4. Berufswahl. Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten Berufen, Pflege, Erziehung, Sozialarbeit, die gesellschaftlich wichtig, aber rentenrechtlich benachteiligt sind.
  5. Ältere Generationen ohne eigene Rentenansprüche. Frauen, die ihr Leben als Hausfrauen verbracht haben, haben oft keine oder sehr geringe eigene Rentenansprüche. Was an Witwenrente kommt, ist 55 Prozent der Rente des Mannes.

Zweistündiger Online-Workshop zur Altersvorsorge für Frauen

Im kostenlosen Live-Workshop rechnen Frauen ihre persönliche Rentenlücke direkt selbst aus, nur mit dem Handy und inklusive Inflation und Steuern. SPIEGEL-Bestsellerautorin Margarethe Honisch erklärt verständlich, was die Rentenreform konkret bedeutet und wie sich die Lücke Schritt für Schritt schließen lässt, in jeder Lebensphase und schon ab kleinen Beträgen.
Kostenlos · Live · Für Einsteigerinnen. Anmeldung und Termine unter finanzen.fortunalista.de/kostenloser-renten-workshop-2026. 

Was das konkret bedeutet

90,5 Prozent aller Rentnerinnen in Deutschland erhalten weniger als 1.500 Euro brutto monatlich. Nur 0,4 Prozent kommen auf mehr als 2.400 Euro.

Was nach Abzügen von Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Steuern übrig bleibt, liegt für die meisten Rentnerinnen unter der Armutsgrenze von rund 1.310 Euro netto monatlich oder knapp darüber.

Altersarmut bei Frauen ist keine Ausnahme. Sie ist die statistische Norm.

Was sich ändern lässt

Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen. Was politisch nötig wäre: bessere Anerkennung von Pflegezeiten, gleiches Rentenrecht für Care-Arbeit, Abbau des Gender Pay Gaps.

Was Frauen heute, unabhängig von politischen Reformen, selbst tun können:

Eigene Rentenansprüche aufbauen. Kindererziehungszeiten anmelden. Ein eigenes Depot besparen. Gehaltsverhandlungen führen. Die betriebliche Altersvorsorge ausschöpfen.

„Das System benachteiligt Frauen strukturell“, betont Margarethe Honisch. „Das ist ungerecht. Und es ändert trotzdem nichts daran, was Frauen heute tun können und müssen, um sich selbst abzusichern. Beides ist wahr.“