Warum auf dieser Baustelle in Osthessen mitten im Hochsommer tonnenweise Eis und Schnee liegen

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Warum auf dieser Baustelle in Osthessen mitten im Hochsommer tonnenweise Eis und Schnee liegen

Stand: 28.07.2026, 19:47 Uhr

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Bei sommerlichen Temperaturen ist der Einsatz von Eis und Schnee zur Kühlung der Inliner nicht nur notwendig, sondern für die Bauarbeiter auch sehr angenehm.

Bei sommerlichen Temperaturen ist der Einsatz von Eis und Schnee zur Kühlung der Inliner nicht nur notwendig, sondern für die Bauarbeiter auch sehr angenehm. © RhönEnergie

Mitten im Sommer wird auf einer Baustelle in Osthessen tonnenweise Eis und Schnee benötigt. Dahinter steckt ein modernes Sanierungsverfahren, das Zeit, Kosten und aufwendige Bauarbeiten spart.

Bad Salzschlirf/Wartenberg – Eine Kanalbaustelle zwischen Bad Salzschlirf im Kreis Fulda und Wartenberg-Landenhausen im Vogelsbergkreis sorgt für einen ungewöhnlichen Anblick: Neben schwerem Baugerät kommt auch ein ganzer Lastwagen voller Eis und Schnee zum Einsatz – und das mitten im Hochsommer.

Eis und Schnee kühlen einen Kunststoffschlauch, der bei der Sanierung eines Abwasserkanals in die bestehende Leitung eingezogen wird. So bleibt das Material auch bei den derzeit hohen Außentemperaturen flexibel und härtet erst an seinem Bestimmungsort aus.

Neue Röhre im alten Kanal: Eis und Schnee spielen Schlüsselrolle

Die RhönEnergie-Gruppe setzt bei der Sanierung eines 1,7 Kilometer langen Abwasserkanals auf das sogenannte Schlauchliner-Verfahren, wie das Unternehmen mitteilt. Dabei wird ein neues Rohr innerhalb der bestehenden Leitung eingezogen. Auf aufwendige Grabungsarbeiten kann dadurch weitgehend verzichtet werden. Das spart Zeit und Kosten und schont zugleich Umwelt und Anwohner.

Besonders wichtig ist das schonende Verfahren an dieser Stelle: Der größte Teil des Kanals verläuft durch ein Wasserschutzgebiet. Dort gelten besonders hohe Anforderungen an die Dichtheit der Abwasserleitungen, um das Grundwasser dauerhaft zu schützen.

Nahmen die ungewöhnliche Baustelle unter die Lupe (von links): RhönEnergie-Prokurist Roland Hilfenhaus, Christopher Mock, Oberbauleiter des Bauunternehmens Rohrsanierung aus Ilmenau, sowie die Bürgermeister Olaf Dahlmann und Peter Klug.

Nahmen die ungewöhnliche Baustelle unter die Lupe (von links): RhönEnergie-Prokurist Roland Hilfenhaus, Christopher Mock, Oberbauleiter des Bauunternehmens Rohrsanierung aus Ilmenau, sowie die Bürgermeister Olaf Dahlmann und Peter Klug. © RhönEnergie

Die Gemeinden Bad Salzschlirf und Wartenberg, die das Klärwerk an ihrer Gemeindegrenze gemeinsam betreiben, entschieden sich deshalb zusammen mit der RhönEnergie-Gruppe für das Verfahren. Die RhönEnergie hat auch die technische Betriebsführung der Kläranlage inne.

„Das Schlauchliner-Verfahren vereint gleich mehrere entscheidende Vorteile“, wird Roland Hilfenhaus, Prokurist der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH, in der Mitteilung zitiert. „Da keine großflächigen Aufgrabungen erforderlich sind, bleiben Straßen, Wege und Grundstücke weitgehend unberührt. Das verkürzt die Bauzeit, senkt die Kosten und reduziert Lärm sowie Verkehrsbehinderungen erheblich.“

Neues Rohr soll bis zu 50 Jahre halten

Nach dem Aushärten entsteht im bestehenden Kanal ein neues, äußerst widerstandsfähiges Rohr. Es ist dauerhaft dicht, widersteht Chemikalien, Wurzeleinwuchs und Abrieb und gleicht Risse, undichte Stellen sowie kleinere Rohrversätze zuverlässig aus. Trotz der zusätzlichen Innenauskleidung bleibt der Innendurchmesser des Kanals nahezu vollständig erhalten. Die Lebensdauer des neuen Rohres beträgt bis zu 50 Jahre. Die Sanierung kostet insgesamt rund 290.000 Euro.

Vor Ort informierten sich die Bürgermeister Peter Klug (Bad Salzschlirf) und Dr. Olaf Dahlmann (Wartenberg) über den Fortgang der Arbeiten. Peter Klug sagte: „Für unsere beiden Gemeinden ist das eine Investition in den langfristigen Schutz unseres Trinkwassers. Gleichzeitig zeigen wir, dass sich moderne Technik und ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Geldern sehr gut miteinander verbinden lassen.“

Dr. Olaf Dahlmann ergänzte: „Unsere Bürgerinnen und Bürger profitieren gleich doppelt: Die Arbeiten können deutlich schneller abgeschlossen werden als bei einer klassischen Kanalsanierung, und die Belastungen durch Baustelle, Lärm und Verkehr bleiben auf ein Minimum beschränkt. Das ist eine nachhaltige Lösung für Mensch und Umwelt.“