Ukraine-Liveticker: Alijew bestätigt deutsch-russisches Treffen in Baku | FAZ

Platzeck und Pofalla trafen Russen in Aserbaidschans Hauptstadt +++ UN-Menschenrechtsbüro: Zahl der zivilen Opfer stark gestiegen +++ Nordkorea und Russland bauen Zusammenarbeit aus +++  alle Neuigkeiten im Liveblog

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Ukraine-Liveticker: Alijew bestätigt deutsch-russisches Treffen in Baku | FAZ

Alijew bestätigt Treffen zwischen Pofalla, Platzeck und Russen in Baku

Am Rande seines Berlin-Besuchs hat Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew indirekt ein deutsch-russisches Treffen in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku bestätigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berichtete Alijew von entsprechenden Informationen seines Grenzschutzes. Demnach seien der ehemalige Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und der frühere Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) am 12. Juli von Berlin nach Baku geflogen. An den Folgetagen seien dann der ehemalige russische Ministerpräsident Viktor Subkow und Russlands Menschenrechtsbeauftragter Waleri Fadejew angereist. Beide gelten als Vertraute von Herrscher Wladimir Putin.

Seit Tagen gibt es Berichte über ein solches Treffen, aber keine offizielle Bestätigung. Auch Merz sagte auf eine entsprechende Journalistenfrage: „Mir ist von einem solchen Treffen nichts bekannt.“ Alijew hatte nach eigenen Angaben auch keine Informationen darüber aus Deutschland oder Russland erhalten. Er betonte aber: „Wenn dieses Treffen zum Ende des Krieges zwischen Russland und der Ukraine beitragen sollte, können wir das nur begrüßen.“ 

UN-Menschenrechtsbüro berichtet über wachsende Zahl ziviler Opfer in der Ukraine

Das UN-Menschenrechtsbüro bezeichnet die wachsende Zahl von zivilen Opfern bei russischen Angriffen in der Ukraine als „schockierend“. Besonders auffällig sei der Anstieg von Attacken mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, sagte die Leiterin des Büros in der Ukraine, Danielle Bell. Insgesamt seien durch russische Angriffe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 37 Prozent mehr Menschen getötet oder verletzt worden als im gleichen Zeitraum 2025.

Das Büro registrierte knapp 1.400 Tote und knapp 8.000 Verletzte. Es listet nur selbst verifizierte Todes- und Verletztenmeldungen auf. Gegenüber den ersten sechs Monaten 2024 waren es fast doppelt so viele Opfer wie in diesem Jahr bis Ende Juni. In den ersten sechs Monaten seien durch Angriffe mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, 2.800 Menschen getötet oder verletzt worden, 65 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Ein Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf sprach auch die zivilen Opfer in Russland an, etwa wie durch jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf Logistikzentren der Privatfirma Wildberries unter anderem in der Region Moskau. Das Büro hat aber keinen Zugang zu Russland und kann sich deshalb nur auf öffentlich zugängliche Informationen berufen. Nach diesen Quellen seien bei ukrainischen Angriffen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 250 Menschen umgekommen und knapp 1.600 verletzt worden, sagte Bell. Das sei ein Anstieg um 121 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025.

Drei Tote durch Gleitbombe auf Saporischschja

Durch einen russischen Angriff mit einer Gleitbombe auf die südukrainische Stadt Saporischschja werden nach Angaben der regionalen Behörden mindestens drei Menschen getötet und mehr ⁠als ein Dutzend verletzt. Sieben Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses stehen in Flammen, teilt die Militärverwaltung auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Ankern in ungeschützten Gebieten des Asowschen Meeres untersagt 

Russland hat in zwei Häfen entlang einer wichtigen Handelsroute für Getreide im Asowschen Meer das Ankern in Gebieten ohne ⁠Luftverteidigung verboten. Der Erlass betrifft Schiffe im Hafen von Asow im Asowschen Meer und im Hafen von Kawkas in der Straße von Kertsch. Der Schiffsverkehr im Asowschen Meer ist seit vergangenem Freitag aufgrund wiederholter ukrainischer ‌Angriffe auf Tanker und andere Handelsschiffe in der Region eingeschränkt. Über die Route geht etwa ein Viertel der russischen Getreideexporte. 

Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind mindestens drei Menschen getötet worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von zwei Todesopfern und mehreren Verletzten in Saporischschja im Südosten des Landes. Russland habe mit Gleitbomben ein gewöhnliches mehrstöckiges Wohnhaus angegriffen, schrieb er in sozialen Medien. Auch in Cherson im Süden des Landes wurde Selenskyj zufolge ein Mensch getötet und zwei weitere wurden verletzt. Das russische Militär habe dabei Gleitbomben und Drohnen eingesetzt. Er beklagte auch zwei Verletzte nach Angriffen auf die Stadt und die Region Odessa am Schwarzen Meer. 

Russland hat „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu London

Der Kreml hat nach eigenen Angaben „keine Hoffnung“ auf bessere Beziehungen zu Großbritannien unter dem neuen britischen Premierminister Andy Burnham. „Eine seiner ersten Amtshandlungen war, Beistandsbekundungen für die Ukraine abzugeben und damit zu zeigen, dass er alles in seiner Macht Stehende tun wird, um den Krieg fortzusetzen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag.

Burnham war am Montag zum britischen Premierminister ernannt worden und hatte daraufhin erklärt, „zu 100 Prozent“ an der Seite des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu stehen. In einem ersten Telefonat mit Selenskyj habe er „Großbritanniens entschlossenes Engagement“ für Kiew bekräftigt, hatte die britische Regierung im Anschluss mitgeteilt.

London wirft Moskau unter anderem Giftanschläge auf britischem Boden vor und ist einer der größten Unterstützer der Ukraine im Krieg mit Russland.

Russischer Geheimdienst tötet Mann bei Festnahme

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben einen mutmaßlichen Terroranschlag verhindert und den Verdächtigten getötet. Die Behörde warf dem 1966 geborenen Mann einer Mitteilung zufolge vor, einen Sabotage- und Terrorakt im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR vorbereitet zu haben. Unabhängig lassen sich die Angaben nicht überprüfen.

Der demnach in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geborene Mann soll Kontakt zum HUR aufgenommen und in dessen Auftrag eine Bahnstrecke einer großen regionalen Energieanlage im Föderationskreis Ural ausgekundschaftet haben, um einen Sprengsatz anzubringen. Den selbst gebauten Sprengsatz soll er in einem Gebäude in Tjumen versteckt haben. Bei seiner Festnahme habe der Mann mit einem Sturmgewehr auf Mitarbeiter des FSB geschossen und sei daraufhin erschossen worden, hieß es in der Mitteilung.

Seit Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine 2022 hat es in Russland zahlreiche Fälle von Sabotage an Bahnstrecken und anderen Objekten sowie Attentate auf Militärangehörige und Kriegsbefürworter gegeben. Russische Ermittler machen oft Kiews Geheimdienste dafür verantwortlich. Der FSB meldet regelmäßig die Verhinderung angeblicher Sabotageakte oder Terroranschläge, immer wieder werden dabei von der Behörde Verdächtigte getötet.

Indien bestellt russischen Diplomaten ein 

Nach dem Tod von vier indischen Seeleuten bei einem Raketenangriff im ⁠Schwarzen Meer hat das Außenministerium in Neu-Delhi einen ranghohen russischen Diplomaten einbestellt. Der russische Geschäftsträger Wladimir Ladanow sei aufgefordert worden, Indiens „ernste Besorgnis“ nach Moskau zu übermitteln, teilte das Ministerium mit. Angriffe auf die zivile Schifffahrt und ‌der Tod von Zivilisten seien „inakzeptabel“. Solche Angriffe gefährdeten die Sicherheit und Stabilität des internationalen Seehandels.

Ukrainischen Angaben zufolge hatte Russland den unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrenden Frachter „Golden Leo“ am Sonntag beim Verlassen eines ‌ukrainischen Hafens mit drei Marschflugkörpern beschossen. ‌Dabei seien zehn Menschen getötet worden, darunter die vier Inder. Das Schiff gehört laut Daten des Anbieters LSEG dem im indischen Mumbai ansässigen Unternehmen Ocean Grace Shipping. Indische Seeleute kommen auch durch ⁠Beschuss im Irankrieg ums Leben.

Russland greift ukrainische Gasanlagen in Charkiw an

Russland hat den dritten Tag in Folge Gasförderanlagen des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz in der nordöstlichen Region ‌Charkiw attackiert. Dies teilte das staatliche Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Angriff auf eine der Anlagen am ‌Sonntag habe ‌zu einem Teilausfall der Produktion geführt. Eine weitere Anlage sei bei einem Angriff am Montagmorgen beschädigt worden. 

IWF gibt weitere 690 Millionen Dollar für die Ukraine frei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht ‌den Weg frei für die sofortige Auszahlung von rund 690 Millionen Dollar an die Ukraine. ‌Der ‌IWF-Vorstand habe eine Überprüfung des Finanzierungsprogramms für das Land abgeschlossen, teilt der Fonds mit. Die ​Ukraine habe trotz ⁠des Krieges ihre Finanzstabilität aufrechterhalten können. Die wirtschaftlichen Aussichten hätten sich ​jedoch eingetrübt. Gründe dafür seien vor allem ⁠die verstärkten russischen ‌Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie indirekte Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. ⁠Zudem habe ⁠sich die Umsetzung von Reformen verlangsamt. Die ⁠Ukraine ​wird ⁠mit einem Kreditprogramm in ​Höhe von 8,1 Milliarden Dollar ‌unterstützt. Mit der jüngsten Freigabe steigen die bisherigen ​Auszahlungen auf etwa ​2,2 Milliarden Dollar. 

Vanessa Angermann

Vanessa Angermann

Nordkorea und Russland bauen ihre Zusammenarbeit weiter aus 

Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui hat in Moskau sowohl ihren russischen Amtskollegen Sergei Lawrow als auch Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen getroffen. Beim sogenannten „dritten strategischen Dialog“ haben beide Seiten beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu beschleunigen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen der Außenminister fand demnach bereits am Montag statt.

In einer gemeinsamen Erklärung sicherten sich beide Regierungen zudem weitreichenden sicherheitspolitischen Beistand zu. Russland sprach Nordkorea seine „volle Unterstützung“ bei dessen Bemühungen aus, die eigene Souveränität gegen „feindliche“ Bedrohungen zu verteidigen. Nordkorea wiederum erklärte seine „unveränderte Unterstützung für sämtliche innen- und außenpolitische Maßnahmen“ Russlands, die darauf abzielten, „die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen“.

Nordkorea ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Neben flächendeckenden Lieferungen von Munition und Artilleriegeschossen hat Nordkorea laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt.

Während ihres Besuchs legte Nordkoreas Außenministerin Choe auch einen Kranz am sogenannten Grabmal des unbekannten Soldaten im Alexandergarten an der Außenmauer des Kremls ab. Dabei gedachte die nordkoreanische Delegation in einer Schweigeminute den Gefallenen „im Heiligen Krieg zur Zerschlagung des Faschismus“, wie KCNA den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine bezeichnete. Laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes sind insgesamt mindestens 2.000 nordkoreanische Soldaten während der Gefechte im Ukraine-Krieg getötet worden.

Indien verurteilt russischen Angriff mit indischen Todesopfern

Bei einem Angriff auf ein aus ​dem südukrainischen Hafen Odessa auslaufendes Schiff sind nach Angaben der Regierung in Delhi vier Inder getötet worden. Ein weiterer liege im Krankenhaus und sei in kritischem Zustand, teilt das Außenministerium ⁠mit. Russland hat der ukrainischen Marine zufolge am Sonntag die „Golden Leo“ – ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrendes Schiff mit einer Besatzung aus Indien und Syrien – mit drei Marschflugkörpern angegriffen.

„Indien verurteilt solche Angriffe und bekräftigt, dass das Angreifen von Handelsschiffen und das Gefährden unschuldiger ziviler Besatzungsmitglieder oder das anderweitige Beeinträchtigen der Freiheit der Schifffahrt und des Handels verwerflich ist und vermieden werden sollte“, ‌erklärt das indische Außenministerium.

Berichten zufolge befanden sich 17 Personen aus Indien, Syrien und der Ukraine auf dem Frachtschiff. Bei dem russischen Angriff gab es laut ukrainischen Angaben insgesamt zehn Todesopfer.

Tote nach russischem Angriff in Odessa

Durch einen russischen Luftangriff auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind nach Behördenangaben mindestens drei Zivilisten getötet worden. Außerdem habe es sechs Verletzte gegeben, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mit. Seinen Angaben nach galt der Angriff unter anderem einem zivilen Industriebetrieb, in dem ein Brand ausbrach. Bürgermeister Serhij Lissak sprach auch von Schäden an der Infrastruktur der Stadt. Das russische Militär bestätigte Luftangriffe auf die Hafenanlagen von Odessa am Schwarzen Meer.

Russische Behörden: Fünf tote Bus-Insassen nach ukrainischen Drohnenangriffen

In der russischen Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben bei einem ukrainischen Drohnenangriff mindestens fünf Insassen eines Busses getötet worden. Bei dem Einschlag in der Stadt Schebekino seien zudem mindestens 23 Passagiere verletzt worden, teilte der geschäftsführende Gouverneur Alexander Schuwajew mit. „Vier Frauen und ein Junge sind an ihren Verletzungen gestorben“, sagte er. Der Gouverneur sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Region Belgorod ist Aufmarschgebiet für die russischen Truppen und ihren Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiews Truppen verteidigen sich gegen Moskaus Invasion mit Drohnenattacken auf russische Ziele. 

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