Lembruch und Ströhen: Große Straße und Tierpark-Brücke werden 2027 erneuert
Die seit Jahren geforderte Sanierung der Ortsdurchfahrt Lembruch soll 2027 umgesetzt werden. Ebenfalls 2027 ist der Neubau einer Brücke über die Große Aue in Ströhen geplant. Beide Projekte werden aus dem Infrastruktur-Sondervermögen gefördert.
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Stand: 22.07.2026, 06:30 Uhr
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Die seit Jahren geforderte Sanierung der Ortsdurchfahrt Lembruch soll 2027 umgesetzt werden. Ebenfalls 2027 ist der Neubau einer Brücke über die Große Aue in Ströhen geplant. Beide Projekte werden aus dem Infrastruktur-Sondervermögen gefördert.
Wagenfeld/Lembruch – „Endlich!“ – das dürfte sich mancher in der Gemeinde Lembruch denken. Denn die Sanierung der Ortsdurchfahrt Große Straße steht dort seit Jahren ganz weit oben auf der Wunschliste. Risse, Bodenwellen mit Pfützenbildung und gepflasterte „Flicken“ nach der Erneuerung von Hausanschlüssen prägen aktuell das Straßenbild. Doch die Umsetzung ließ auf sich warten. Für das kommende Jahr plant die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun die Erneuerung der Fahrbahn auf circa einem Kilometer Länge. Ebenfalls 2027 ist die Erneuerung der Brücke über die Große Aue im Verlauf der Tierparkstraße in Ströhen vorgesehen. Beide Projekte werden mit Fördermitteln aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität umgesetzt. Für den Brückenneubau stehen 1,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung, für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Lembruch 300.000 Euro.

Wie die Straßenbaubehörde auf Nachfrage der Mediengruppe Kreiszeitung mitteilte, wird die Ortsdurchfahrt Lembruch (L853) in etwa von der Einmündung Dümmerstraße bis zur Abfahrt Wagenfelder Straße und weiter bis zur Bahnunterführung saniert. Derzeit seien Ausschreibung, Vergabe und Durchführung der Maßnahme für 2027 eingeplant, ein konkreter Zeitplan liege allerdings noch nicht vor.
Hintergrund
Das Land Niedersachsen erhält aus dem Bundessondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ rund 9,4 Milliarden Euro. Davon sollen 50 Prozent (4,7 Milliarden Euro) direkt und pauschal an die Kommunen weitergegeben werden. Die Gemeinden und Samtgemeinden erhalten 55 Prozent der 4,7 Milliarden Euro, die Landkreise und kreisfreien Städte 45 Prozent. Die Höhe der Zuweisung richtet sich nach der jeweiligen Einwohnerzahl und dem Anteil von Schlüsselzuweisungen nach dem niedersächsischen Finanzausgleichsgesetz. Das Land selbst will zehn Prozent der 9,4 Milliarden Euro für Maßnahmen verwenden, die auch im Interesse der Kommunen liegen. Die Fördermittel können laut Mitteilung der Staatskanzlei für Investitionsmaßnahmen eingesetzt werden, die ab dem 1. Januar 2025 begonnen wurden und bis zum 31. Dezember 2042 fertiggestellt werden.
Laut Behörde wird die Ortsdurchfahrt während der Umsetzung vollständig gesperrt. Der überregionale und regionale Verkehr werde über die Bundesstraßen 51 und 214 umgeleitet, der ortsgebundene Verkehr über das innerörtliche Verkehrswegenetz geführt.
Dass die auch für den Tourismus wichtige Ortsdurchfahrt zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit gesperrt wird, dürfte nicht überall Begeisterung hervorrufen. Von Juli 2025 bis Anfang Mai dieses Jahres war sie aufgrund des Neubaus der Grawiedebrücke rund ein Jahr nicht befahrbar. „Leider war die Sanierung der Straße während des Brückenbaus nicht möglich“, bedauert Bürgermeister Michael Macke. Zugleich verweist er auf einen entscheidenden Vorteil: Die Vollsperrung während der Straßensanierung wird vergleichsweise kurz ausfallen. Damit werde man leben können. „Und am Ende können wir froh sein, wenn wir wieder eine Ortsdurchfahrt in gutem Zustand haben.“
Brückenneubau in Ströhen in zweiter Jahreshälfte geplant
Auch der Ersatzneubau der Brücke im Zuge der Tierparkstraße soll nach aktuellem Planungsstand 2027 beginnen. Die Straßenbaubehörde rechnet mit einem Baubeginn im zweiten Quartal. Während der etwa einjährigen Bauzeit wird die Strecke ebenfalls voll gesperrt.
Der Landesstraßenverkehr wird großräumig über die L347 (Ströhen – Varrel), die K20 (Varrel – Kirchdorf) und die L349 (Kirchdorf – Barenborstel) beziehungsweise B61 (Kirchdorf – Heerde) umgeleitet. Für die Erreichbarkeit der Parkplätze des Tierparks Ströhen ist die Kennzeichnung einer An- und Abfahrtsroute über das kommunale Straßennetz in Abstimmung mit der Kommune und dem Tierparkbetreiber vorgesehen.
In der Abstimmung befinde sich noch die Möglichkeit, das rückwärtige kommunale Wegenetz zur Vermeidung von „Schleichverkehren“ für den öffentlichen Verkehr – mit Ausnahme des Anliegerverkehrs – an den Einmündungen in die L349 beziehungsweise L343 zu sperren, teilt die Behörde weiter mit.
Millionen aus dem Sondervermögen für kommunale Projekte
Darüber hinaus erhält die Gemeinde Wagenfeld aus dem Sondervermögen 3,1 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen, über deren Verwendung sie selbst entscheiden kann. Erste Überlegungen gehen laut Bürgermeister Matthias Kreye dahin, die Summe für ohnehin geplante oder laufende Baumaßnahmen in den beiden Ortsteilen Ströhen und Wagenfeld einzusetzen. Einen politischen Beschluss zur Verwendung gebe es aber noch nicht, betonte Kreye auf Nachfrage.
„Für uns ist das ein Glücksfall“, bewertet er die Förderung grundsätzlich positiv. Denn die Gemeinde hat mit der laufenden Erweiterung der Grundschule Wagenfeld, der anstehenden energetischen Sanierung der Grundschule Ströhen und der Erweiterung des Feuerwehrhauses in Ströhen mindestens drei größere Projekte auf der Agenda, die nach jetzigem Stand zu einem guten Teil über Kredite finanziert werden müssen. Der Bürgermeister gibt allerdings zu bedenken, dass die Auszahlungsmodalitäten noch nicht geklärt sind. Es dürfte nicht verwundern, dass er sich eine zeitnahe Bereitstellung der kompletten Summe wünscht, um die Kreditaufnahme für aktuelle Projekte möglichst gering zu halten. Seine Amtskollegen in den Samtgemeinden Rehden und Lemförde dürften es ähnlich sehen. Die Samtgemeinde Rehden erhält 2,33 Millionen Euro, die Samtgemeinde Lemförde 2,9 Millionen Euro.