Kritik an Metas KI-Bildgenerator „Muse“: Not your Muse
Kritik an Metas KI-Bildgenerator „Muse“: Not your Muse Meta nimmt wegen öffentlicher Aufruhr neue KI-Funktionen offline. Datenschutz ist für den Konzern egal, Hauptsache, der Ruf leidet nicht. ...
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Kritik an Metas KI-Bildgenerator „Muse“: Not your Muse
Meta nimmt wegen öffentlicher Aufruhr neue KI-Funktionen offline. Datenschutz ist für den Konzern egal, Hauptsache, der Ruf leidet nicht.
Foto: Jens Büttner/dp
W ir haben die Verantwortung, eure Daten zu schützen. Wenn wir das nicht können, verdienen wir es nicht, euch zu dienen“, schrieb Mark Zuckerberg noch 2018 entschuldigend, als herauskam, dass sensible Daten von 87 Millionen Meta Nutzer:innen für politische Werbung verkauft wurden. Acht Jahre und einer Rekordstrafe der EU von 1,2 Milliarden Euro später, weil Meta Nutzer:innendaten von EU-Bürgern an Regierungsbehörden der USA übermittelt hatte, bleiben das leere Worte.
Zu sehen ist das an der vor wenigen Tagen eingefügten KI-Bildgenerierungsfunktion „Muse Image“. Schnell folgte massive Kritik: zum einen, weil sich solche Systeme für Deepfakes oder pornografische Inhalte missbrauchen lassen – eine Gefahr, die mit anderen KI-Tools längst Realität geworden ist. Zum anderen, weil Meta vorsah, öffentliche Profile für das Training der KI zu nutzen. Wer das nicht wollte, musste selbst aktiv widersprechen. Datenschutz per Opt-out: genau andersherum, als es sein sollte.
Wer so viel Macht besitzt, trägt Verantwortung
Es lag in Metas Hand, das so zu tun. Der Konzern betreibt Plattformen mit Milliarden Nutzer:innen, entscheidet über Sichtbarkeit und Teilhabe. Wer diese Macht besitzt, trägt Verantwortung. Mit einer so mächtigen KI verschiebt Meta die Grenzen dessen, was mit den Daten geschieht.
Dass die Funktion nach öffentlicher Empörung nach nur vier Tagen wieder offline ging, ist kein Beweis für Einsicht. Es zeigt vor allem, worauf der Konzern reagiert: auf schlechten Ruf und wirtschaftliche Risiken.
Der Datenschutz, auch wenn Zuckerberg es 2018 noch so bedeutungsschwer sagte, ist kein Anliegen des Konzerns. Das Geschäftsmodell von Meta basiert darauf, möglichst viele Daten auszuwerten.
Solange sich damit Milliarden verdienen lassen, werden die Interessen der Nutzer:innen nie die des Konzerns sein. Vier Tage sind zudem genug Zeit, Daten abzugreifen, Deepfakes zu erstellen und alles wer weiß schon wo zu speichern. Vertrauen wir nicht mehr darauf, dass Tech-Milliardäre unsere Interessen schon im Blick haben werden.
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Ann-Kathrin Leclere
Aus Kassel, lange Zeit in Erfurt gelebt und Kommunikationswissenschaft studiert. Dort hat sie ein Lokalmagazin gegründet. Danach Masterstudium Journalismus in Leipzig. Bis Oktober 2023 Volontärin bei der taz. Jetzt Redakteurin für Medien (& manchmal Witziges).
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