Genf: Tödlicher Unfall rückt illegale Strassenrennen ins Zentrum

Nach einem weiteren tödlichen Unfall in Genf wächst der Druck auf die Behörden. Was wird gegen Raserdelikte unternommen? 23.07.2026, 05:47 Te...

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Genf: Tödlicher Unfall rückt illegale Strassenrennen ins Zentrum

Nach einem weiteren tödlichen Unfall in Genf wächst der Druck auf die Behörden. Was wird gegen Raserdelikte unternommen?

23.07.2026, 05:47

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Am vergangenen Sonntag kam in Genf ein Motorradfahrer bei einem Auffahrunfall ums Leben. Er hatte an einer roten Ampel angehalten. Dann fuhr ein Auto mit grosser Wucht auf sein Motorrad auf.

Nach ersten Ermittlungen waren zwei Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit auf der Strasse unterwegs, die zur Ampel führte. Einer von ihnen prallte ins stehende Motorrad.

Der 1996 geborene Motorradfahrer erlag im Universitätsspital Genf seinen schweren Verletzungen. Der zwei Jahre ältere Autofahrer wurde festgenommen, wie die Genfer Justizbehörden mitteilten. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Dieser Vorfall entfacht in Genf von neuem die Debatte über den Kampf gegen diese tödlichen Rennen. Der Kommandant der Genfer Polizei, Patrick Pulh, gibt dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) einen Einblick in die Verfolgung von Raserdelikten in Genf.

Zunahme der Raserdelikte

Es sei schwierig, die Raserdelikte zu zählen. Pulh sagt jedoch, dass es eine klare Zunahme der aufgezeichneten Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen gibt. In der Regel seien es Männer zwischen 18 und 30 Jahren, die mit sehr leistungsstarken Autos an den illegalen Rennen teilnehmen.

Im Jahr 2025 registrierte die Polizei unter anderem eine Geschwindigkeitsüberschreitung von über 120 km/h auf einem Streckenabschnitt mit Tempo 50. Der Fahrer fuhr also etwa 180 km/h im Stadtgebiet.

Das Interview mit dem Kommandanten der Genfer Polizei:

Patrick Pulh erinnert daran, dass das Raserdelikt in der Schweiz eine Straftat ist. Eine Raserin oder ein Raser kann mit bis zu vier Jahren Gefängnis bestraft werden. Personen, die vorsätzlich grundlegende Verkehrsregeln verletzen und damit ein hohes Risiko für schwere Unfälle oder Todesopfer eingehen, müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren rechnen. Fahrzeuge, an denen unzulässige Tuning-Umbauten vorgenommen wurden, können zudem beschlagnahmt werden.

Gemäss Pulh sind in den sozialen Netzwerken vermehrt Videos der Rennen auffindbar. Auch die Verbreitung von Aufnahmen, die illegale Strassenrennen zur Schau stellen, kann strafrechtlich verfolgt werden.

Es brauche Prävention, lautet das Fazit des Genfer Polizeichefs. Denn man müsse klar unterscheiden «zwischen dem Videospiel, der etwas romantischen Seite von Filmen wie: ‹ … denn sie wissen nicht, was sie tun›, und der Realität».

Frankreich verschärft die Bekämpfung illegaler Strassenrennen

Box aufklappen Box zuklappen

Das französische Parlament hat kürzlich ein Gesetzespaket gegen verschiedene Formen von Störungen der öffentlichen Ordnung verabschiedet – von Lachgasmissbrauch bis hin zu Rave-Partys. Ein besonders strenger Teil des Gesetzes widmet sich illegalen motorisierten Strassenrennen.

Das Ziel ist zunächst die Erleichterung der Strafverfolgung. Bislang musste nachgewiesen werden, dass die Manöver die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden gefährden oder die öffentliche Ruhe stören. Diese Voraussetzung fällt mit dem neuen Gesetz weg. Für ein «einfaches» illegales Strassenrennen werden die Strafen verdoppelt: Es drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 30'000 Euro. Die Ordnungskräfte können zudem eine sofortige Pauschalbusse von 800 Euro verhängen und das Fahrzeug beschlagnahmen.

2024 führten Polizei und Gendarmerie in Frankreich fast 40'000 Einsätze wegen illegaler Strassenrennen durch – durchschnittlich einen alle vierzehn Minuten. Das Problem betrifft inzwischen nicht mehr nur Grossstädte, sondern auch mittelgrosse Städte und ländliche Regionen.

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RTS, Forum, 21.7.2026, 18:09 Uhr;weds