Fifa-Präsi Infantino will WM an private Investoren Verkaufen

Ein Bericht der «Times» schlägt ein wie eine Bombe. Die Fifa will Teile der WM an private Investoren verkaufen. Auch die Trump-Regierung soll involviert sein. Die Fifa spricht von einer «Ausweitung der Fördermittel für den Fussball».

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Fifa-Präsi Infantino will WM an private Investoren Verkaufen

Ist auch Trump involviert?

Fifa-Boss Infantino will WM verkaufen

Ein Bericht der «Times» schlägt ein wie eine Bombe. Die Fifa will Teile der WM an private Investoren verkaufen. Auch die Trump-Regierung soll involviert sein. Die Fifa spricht von einer «Ausweitung der Fördermittel für den Fussball».

Publiziert: 18:25 Uhr

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Aktualisiert: vor 33 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Fifa plant Verkauf von WM-Anteilen an private Investoren, Infantino bestätigt.
  • US-Präsident Trump indirekt verwickelt, Thrive Capital und JP Morgan involviert.
  • 211 Fifa-Verbände könnten je 15 Mio. Franken bei Verkauf erhalten.
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Carlo SteinerRedaktor Sport

Gianni Infantino (56) hat neue revolutionäre Vorhaben für die Zukunft der Weltmeisterschaften. Die «Times» berichtet, dass der Fifa-Präsident plane, Anteile der WM an private Investoren zu verkaufen. Die Fifa bestätigt dies später in einer Medienmitteilung. 

Die englische Zeitung bezieht sich in ihrem Bericht auf zwei «vertraute Quellen». Demnach sei eine Gründung eines Unternehmens vorgesehen, das die wichtigsten Fifa-Wettbewerbe der Männer und Frauen sowie die WM und Klub-WM kontrollieren soll. «Dies könnte Druck erzeugen, beide Veranstaltungen weiter auszubauen oder häufiger als bisher alle vier Jahre auszutragen», vermutet die «Times». 

Den Quellen zufolge soll auch US-Präsident Donald Trump (80) seine Finger im Spiel haben. Es seien Personen aus dem Umfeld der US-Regierung zu den Plänen konsultiert worden. Die Fifa habe ihnen gegenüber bestätigt, dass die Private-Equity-Firma «Thrive Capital» die Investorengruppe anführen und die Grossbank JP Morgan als Finanzberater fungieren soll. «Thrive Capital» liegt zu über 95 Prozent in den Händen des Gründers Joshua Kushner (41), des Bruder von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (45). Dieser soll laut der Fifa aber nicht am Projekt beteiligt sein. Nach seiner nächsten – und damit letzten möglichen – Amtszeit, an der kaum jemand zweifelt, soll Infantino das neu gegründete Unternehmen ab 2035 als Kommissar leiten, erklären die «Times»-Quellen.

Fifa erklärt sich in einer Medienmitteilung

Die Fifa spricht in ihrer Pressemitteilung, die knapp drei Stunden nach dem «Times»-Artikel veröffentlicht wurde, von einer «Ausweitung der Fördermittel für den Fussball» und betont ausdrücklich, dass dies unter Zustimmung der Mitgliedsverbände geschehen müsse. Im Falle eines Verkaufs würde jeder der 211 Fifa-Mitgliedsverbände Anteile im Wert von rund 20 Millionen US-Dollar (gut 15 Millionen Franken) erhalten. 

«Fussball ist die beliebteste Sportart der Welt und ein aussergewöhnlicher Motor für menschliche und gesellschaftliche Entwicklung», wird Infantino zitiert. «Bestimmte Bereiche des Fussballs haben diese Popularität in beachtlichen kommerziellen Erfolg umgewandelt – und wir freuen uns über diesen Erfolg und wollen, dass er sich fortsetzt, denn er kommt dem gesamten Fussball zugute. Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass der gesamte Fussball davon profitiert: Die Fifa setzt sich für eine nachhaltige und integrative Entwicklung in allen Teilen der Welt ein.»

Uefa reagiert mit Kritik

Gar keine Freude am Projekt hat der grösste kontinentale Teilverband. Kurz nachdem die «Times» ihren Bericht veröffentlicht hatte, reagierte die Uefa mit einem klaren Statement: «Damit wird eine Grenze überschritten, die die Führungsgremien des Fussballs niemals überschreiten sollten. Die Uefa nimmt dies äusserst ernst. Das sollte auch jeder nationale Fussballverband tun. Das sollte auch jeder Beteiligte tun: Ligen, Vereine, Spieler, Fans, Regierungen und alle, denen die Zukunft des Sports am Herzen liegt. Die Seele und die Führung des Fussballs sind keine Handelsgüter – insbesondere nicht, wenn keinerlei Transparenz darüber besteht, wer finanziell davon profitiert. Keiner von uns ist Eigentümer des Fussballs. Es steht der Fifa nicht zu, ihn zu verkaufen.» 

Ein weiteres Kapitel der Kritik des europäischen Fussballverbandes am Weltverband. Zuletzt hatte die Uefa zum Beispiel bereits die Begnadigung des US-Stürmers Folarin Balogun (25) nach seiner Roten Karte an der WM in Nordamerika und das Einreiseverbot gegen einen somalischen Schiedsrichter vor dem Turnier scharf kritisiert. Auch das Fernbleiben von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (58) vom WM-Final wurde weithin als Boykott interpretiert.

2018 scheiterte Infantino-Plan bereits

Obwohl die neuen Pläne von Infantino für grosses Aufsehen in der Fussball-Welt sorgen, ist die Idee nicht neu. Bereits 2018, zwei Jahre nach Amtsantritt, wollte Infantino Teile der Fifa verkaufen. Britische Investoren mit engen Kontakten nach Saudi-Arabien waren damals als Käufer im Rennen, 25 Milliarden Franken das Preisschild. Dabei ging es um Vermarktungs- und TV-Rechte, auch eine WM alle zwei Jahre stand im Raum.

Vor acht Jahren versuchte Infantino den Deal hinter verschlossenen Türen durchzudrücken, scheiterte dann aber an internen Kontrollinstanzen. Jetzt geht er zusammen mit den US-Investoren an die Öffentlichkeit. Es wird sich zeigen, ob dieser Weg erfolgreich sein wird.

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