„Isi“ beschert dem FSV einen Punkt im Derby: „Der Kerl macht Spaß“
StartseiteSportLokalsportStand: 06.09.2026, 13:20 UhrKommentareUns auf Google folgenDer verdiente Ausgleich und zugleich der Endstand: FSV-Angreifer Ismael Harnafi (l.) lupft den Ball über OFC-Keeper Johannes B...
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Stand: 06.09.2026, 13:20 Uhr

Fast hätte der FSV Frankfurt gegen Kickers Offenbach die Wende geschafft – wie 1951. Am Ende steht immerhin ein verdienter Punkt – dank Ismael Harnafi
Frankfurt – In den Business-Räumlichkeiten des FSV Frankfurt ist ein Spieltagplakat aus dem Jahr 1951 akkurat hinter Glas angebracht. Es ist gewiss nicht irgendeines, denn am 11. März vor 75 Jahren empfingen die Bornheimer den Rivalen von der anderen Mainseite. 1:0 führte seinerzeit Kickers Offenbach zur Pause, doch dann drehte der Fußball-Sport-Verein auf und feierte noch einen 2:1-Erfolg. Beinahe wäre es diesmal wieder so gelaufen, doch der erlösende zweite Treffer fiel in der Schlussphase nicht, obwohl es Chancen dazu gab. „Ein 2:1 wäre verdient gewesen, aber das Unentschieden ist auch ein gerechtes Ergebnis“, fasste FSV-Präsident Michael Görner das 1:1 (0:1) vor 6739 Zuschauern im Derby zusammen. Damit beendeten die Frankfurter immerhin die Siegesserie der weiter an der Spitze befindlichen Offenbacher – mit vier Siegen aus ebenso vielen Spielen waren die Kickers in die Regionalliga-Saison gestartet.
Gleich in drei Situationen hatte der FSV die Chance, es so werden zu lassen wie 1951. Zunächst schüttelte Uche Obiogumu seinen Gegenspieler Luka Garic ab, scheiterte aber bei vollem Tempo an Johannes Brinkies (86.). Und drei Minuten später konnte sich der Kickers-Keeper sogar in zwei Szenen auszeichnen: Erst parierte Brinkies einen wuchtigen wie platzierten Distanzschuss von Lukas Gottwalt, dann kratzte er einen Kopfball von Amir Suljic von der Linie. „Es ist traurig, dass wir nicht den Siegestreffer gemacht haben“, sagte Frankfurts Mittelfeldmotor Giorgio Del Vecchio mit leicht gesenktem Haupt.
Als dann der Schlusspfiff ertönte, war beim OFC die Erleichterung groß, nicht die erste Niederlage kassiert zu haben. „Wir können uns bei ,Pommes‘ bedanken“, sagte Trainer Mark Zimmermann. Mit „zwei Monsterparaden“ habe er dafür gesorgt, glücklich einen Punkt zu holen. „Die zweite Halbzeit ging ganz klar an den FSV.“
Wie dicht Erfolg und Misserfolg beieinander liegen können, ist hinlänglich bekannt. Und fast hätte der OFC bei seinem einzigen gefährlichen Angriff nach der Pause den Bornheimern den Knockout setzen können, doch Maximilian Wolframs 19-Meter-Schuss prallte gegen die Latte (82.). Wachgerüttelt wurden die Frankfurter dadurch nicht, doch bei der nächsten Gelegenheit münzten sie ihre Überlegenheit, die ab etwa einer Stunde immer deutlicher war, in den Ausgleich um. Zielspieler Pandza lenkte den Ball unweit der Mittellinie weiter, OFC-Verteidiger Bastian Frölich verlor beim Abwehrversuch entscheidend die Kontrolle – und der schnellste Mann auf dem Feld, Ismael Harnafi, zog auf und davon und überlistete Brinkies mit einem Lupfer (83.).
Klar, ein schönes Gefühl sei es, so ein Tor, dazu ein wichtiges und im Derby, zu erzielen. „Ich hatte auch ein gutes Gefühl, wieder in der Startelf zu stehen“, sagte Harnafi. Verletzungsbedingt hatte er Teile der Vorbereitung verpasst und das Auftaktspiel gegen den VfR Mannheim (2:2), ehe ihn Trainer Victor Kleinhenz in den folgenden drei Partien in der Schlussphase einwechselte. Die Offenbacher hätten aufgrund ihrer intensiven Spielweise Körner gelassen, sagte Harnafi, mussten ihrem großen Aufwand Tribut zollen.
In der zweiten Halbzeit avancierte dann Harnafi zum tragenden Akteur in der Offensive, war kaum zu stellen und konnte dank seiner Schnellig- und Wendigkeit einige neue Spielsituationen kreieren. „,Isi‘ war total umtriebig, der Kerl macht einfach Spaß“, sagte Kleinhenz, der beim Ausgleichstor aufs Feld stürmte und wie einige andere Spieler Harnafi umarmte. Dass der Stürmer allerdings noch nicht in Topform ist, zeigte sich bei drei Schussversuchen, bei denen es an Präzision oder Wucht fehlte (20./46./61.).
In der ersten Halbzeit hatten Harnafi und seine Mitspieler indes noch Schwierigkeiten gehabt, mit dem Druck der Kickers – ob mit Ball oder ohne – zurechtzukommen. Nach Ballverlust unweit der Mittellinie fingen sich die Frankfurter auch das 0:1 ein. Der OFC schaltete sofort um, auch mit Tempo, so kam FSV-Kapitän Tim Weißmann nicht mehr in den Zweikampf mit Benedikt von Hagen, dessen 15-Meter-Schuss genau ins lange Eck rauschte (24.). Die Führung der Offenbacher zur Pause, sagte Kleinhenz, „war verdient“.
FSV Frankfurt - Kickers Offenbach 1:1 (0:1)
FSV Frankfurt: Becker – Bock, Gottwalt, Weißmann, Kemper (85. Doktorczyk), Ehlich – Breir (90.+3 Deger), Del Vecchio – McDonald (70. Suljic), Harnafi (85. Obiogumu) – Pandza.
Kickers Offenbach: Brinkies – Marx (58. Breitenbach), Abdelhadi, Frölich, Crljenec (65. Lewald), Arh Cesen (58. Doganay) – Staude (75. Garic), Krauße, Wolfram – von Hagen (75. Becker), Schmid.
SR: Jungfleisch (Saarbrücken) - Zuschauer: 6739 - Tore: 0:1 von Hagen (24.), 1:1 Harnafi (83.) - Gelbe Karten: Del Vecchio, Kemper - Abdelhadi, von Hagen