Zwei Meerengen in Gefahr: Warum der Iran-Krieg bald jeden Autofahrer in Deutschland schmerzhaft trifft
StartseiteWirtschaftIEA-Chef warnt vor Iran-Krieg an der Zapfsäule: Diesel und Benzin weit knapper als RohölStand: 21.07.2026, 19:31 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Straße von Hormus wurde erneut Ziel von...
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IEA-Chef warnt vor Iran-Krieg an der Zapfsäule: Diesel und Benzin weit knapper als Rohöl
Stand: 21.07.2026, 19:31 Uhr
Die Straße von Hormus wurde erneut Ziel von Angriffen – und mit ihr die Versorgung an Tankstellen weltweit. Die IEA sieht nur einen Ausweg aus der Krise.
Paris – Der Iran-Krieg trifft Autofahrer an der Zapfsäule: Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass die erneute Eskalation die weltweite Ölversorgung spürbar unter Druck setzt. „Die Eskalation der Feindseligkeiten, von der die Straße von Hormus und die Energieinfrastruktur in der Region betroffen sind, verstärkt die Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Unsicherheit hinsichtlich der Marktaussichten“, sagte IEA-Direktor Fatih Birol am Dienstag (21. Juli).

Durch den wieder aufgeflammten Konflikt kam es erneut zu einer Sperrung der strategisch wichtigen Meerenge vor der Küste Irans: der Straße von Hormus. Über Route werden normalerweise rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls transportiert. Nun trifft der Iran-Krieg eine weitere Meerenge: „Bedrohungen für die Meerenge von Bab al-Mandab, die als Umgehungsroute für die Straße von Hormus zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, verschärfen diese Sorgen noch weiter“, so Birol.
Iran-Krieg trifft Diesel und Benzin – Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei „urerlässlich“
Während Rohöl noch über Ausweichrouten fließt, klaffen bei den Endprodukten gefährliche Lücken. Die kommerziellen Lagerbestände schrumpfen, und die Raffinerietätigkeit sowie das Produktangebot sind laut dem IEA-Chef mit den Rohöllieferungen nicht mitgewachsen. Das Ergebnis: Die Märkte für Diesel und Benzin sind weit angespannter als jene für Rohöl selbst.
Auf der Versorgungsseite stemmen sich mehrere Produzenten gegen den Engpass. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate exportieren über alternative Routen und schleusen weiterhin Mengen durch die Meerenge. Produzenten in den USA, Brasilien, Venezuela und Kasachstan haben ihre Exporte ausgeweitet und glichen damit einen Teil der Ausfälle aus der Golfregion aus. Auf der Nachfrageseite hat China durch eine Reduzierung seiner Rohölimporte zur Marktberuhigung beigetragen.
Dennoch sieht die IEA nur einen Weg aus der Krise: „Die IEA vertritt weiterhin die Auffassung, dass eine Lösung des anhaltenden Konflikts, die eine vollständige und bedingungslose Wiederöffnung der Straße von Hormus beinhaltet, unerlässlich ist, um eine weitere Verschlechterung der globalen Energiesicherheit zu vermeiden“, betonte Birol. Indes sorgten die vereinbarten Notvorräte-Freigaben durch die IEA-Mitgliedsländer weiterhin für eine Entlastung der Märkte. (Quelle: dpa) (cln)