„Ich will mich hier durchsetzen“: Werder-Talent Mick Schmetgens über Startelf, Leihangebote und Zukunft

StartseiteWerderStand: 28.08.2026, 20:30 UhrKommentareUns auf Google folgenIm DeichStube-Interview spricht Mick Schmetgens über seine große Chance bei Werder Bremen, Leihangebote im Sommer und seine Ziele für d...

  • 9 min read
„Ich will mich hier durchsetzen“: Werder-Talent Mick Schmetgens über Startelf, Leihangebote und Zukunft

Stand: 28.08.2026, 20:30 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Im DeichStube-Interview spricht Mick Schmetgens über seine große Chance bei Werder Bremen, Leihangebote im Sommer und seine Ziele für die Zukunft.

Bremen – Mick Schmetgens steht vor einem besonderen Moment: Der 18-Jährige könnte am Sonntag beim Bundesliga-Auftakt des SV Werder Bremen beim SC Freiburg (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) erstmals von Beginn an in Deutschlands höchster Spielklasse auflaufen. Im ersten größeren externen Interview spricht der gebürtige Buxtehuder über seine ungewöhnliche Rolle als gelernter Innenverteidiger auf der rechten Abwehrseite, sein Bundesliga-Debüt im März und die Vorfreude auf die nächste große Chance. Zudem erklärt der Youngster, wie er auf mögliche Verstärkungen in der Defensive blickt, warum sein Vater eigentlich HSV-Fan ist und weshalb die deutsche U21 für ihn das nächste große Ziel darstellt.

Mick Schmetgens spricht im Interview mit DeichStube-Reporter Bjarne Voigt über seine große Chance als Talent des SV Werder Bremen und vieles mehr.

Mick Schmetgens spricht im Interview mit DeichStube-Reporter Bjarne Voigt über seine große Chance als Talent des SV Werder Bremen und vieles mehr. © gumzmedia

Werder-Bremen-Talent Mick Schmetgens über Bundesliga-Startelf: „Das ist, wovon ich geträumt habe“

Herr Schmetgens, Daniel Thioune sagt, die Chance sei aktuell sehr groß, dass Sie am Sonntag von Beginn an auflaufen. Was ist größer: die Aufregung oder die Vorfreude auf ein mögliches Startelf-Debüt für Werder Bremen in der Bundesliga?

Die Vorfreude auf jeden Fall. Wenn man sein erstes Bundesligaspiel von Anfang an machen kann, dann ist da erst einmal nur Vorfreude. Wahrscheinlich kommt vor dem Spiel auch noch ein bisschen Aufregung, aber das gehört dazu. Ich freue mich einfach darauf, wenn ich die Chance bekomme.

Sie haben bereits in der vergangenen Saison zwei Bundesligaspiele gemacht. Was würde Ihnen Ihr Startelf-Debüt bedeuten?

Sehr viel auf jeden Fall. Das ist, wovon ich geträumt habe. Es wäre eine riesige Chance für mich, mich zu zeigen, mich weiterzuentwickeln und mich an das Niveau und auch an die Stadien und die Lautstärke zu gewöhnen. Das habe ich jetzt schon im Pokalspiel erlebt. Es wäre ein wahrgewordener Traum, eine Möglichkeit, die man als junger Spieler nutzen möchte.

Sie haben das Pokalspiel bereits angesprochen. Wie sehr hilft es Ihnen, dass Sie die Atmosphäre vor 30.000 Zuschauern am Millerntor nun schon einmal erlebt haben?

Das hilft sehr. Es war ein gutes Spiel, um da reinzukommen – gegen einen Oberligisten, aber eben auch vor dieser bundesligaähnlichen Kulisse. Als Jugendspieler hat man das nicht. Deshalb war es sehr gut für mich, dass ich mich schon einmal daran gewöhnen konnte.

Was ging Ihnen bei Ihrem Bundesliga-Debüt im März eigentlich durch den Kopf?

In dem Moment eigentlich sehr wenig, weil wegen der Verletzung von Julian Malatini alles sehr schnell ging. Ich hatte gar keine Zeit, großartig aufgeregt zu sein. Dann war ich so im Tunnel und habe während des Spiels sehr wenig davon mitbekommen. Erst nach dem Spiel realisiert man das alles ein bisschen mehr. Das war ein sehr schönes Gefühl.

Haben Sie das Trikot behalten?

Das habe ich zu Hause in meinem Kinderzimmer bei meinen Eltern in Ahrenswohlde.

Mick Schmetgens künftig Rechtsverteidiger bei Werder Bremen? Spielpraxis auf zwei Positionen „eine super Sache“

Sie sind gelernter Innenverteidiger, spielen aktuell aber Rechtsverteidiger. Was ist der größte Unterschied?

Als gelernter Innenverteidiger denkt man erst einmal etwas defensiver. Als Rechtsverteidiger muss man sich auch offensiv viel einschalten, Flanken bringen, hinterlaufen und tiefe Wege gehen. Das ist von der Positionierung her noch etwas neu für mich. Grundsätzlich ist das Verteidigen aber gleich, da kann ich meine Stärken in der Defensivarbeit zeigen.

Fühlen Sie sich denn auf der Position wohl? Können Sie sich vorstellen, dort auch langfristig zu spielen?

Ich finde, ich komme von Mal zu Mal besser rein, und grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, flexibel einsetzbar zu sein. Je nachdem, wie die Personallage ist, kann man so auf zwei Positionen Spielpraxis sammeln. Das wäre für mich eine super Sache. Als junger Spieler nimmt man die Spielzeit auf beiden Positionen mit und gewöhnt sich an das Niveau und die Stimmung im Stadion.

Ist es als junger Spieler vielleicht sogar wichtig, so flexibel zu sein, um auf Bundesliga-Minuten zu kommen?

Ja, das ist definitiv wichtig und für einen jungen Spieler ein Vorteil. Wenn der Trainer einen auf einer anderen Position braucht, dann gibt man dort eben sein Bestes. Hauptsache man kommt zum Einsatz.

Was erwartet Daniel Thioune von Ihnen auf der Position des Rechtsverteidigers?

Dass ich mich offensiv mit einschalte, was derzeit noch nicht so bei mir verinnerlicht ist. Dazu soll ich die Abläufe so umsetzen, wie sie mir an die Hand gegeben werden, und meinen Job defensiv zu 100 Prozent machen. Das ist ihm sehr wichtig.

Sehen Sie die aktuelle Situation als Ihre große Chance, sich in der Bundesliga festzuspielen?

Ja, das kann man schon so sehen. Ich gebe aber immer in dem Moment mein Bestes und schaue nicht zu sehr in die Zukunft. Ich bin relativ gut bei mir und schaue, dass ich meine Aufgabe erledige und in jedem Training da bin. Aber natürlich ist das jetzt gerade eine Chance für mich.

Mick Schmetgens im DeichStube-Interview: „Bin vom Kopf her komplett bei Werder und will mich hier durchsetzen“

Werder Bremen sucht auf dem Transfermarkt noch einen Spieler, der in der Defensive flexibel einsetzbar ist. Mit welchem Blick schauen Sie auf die Situation?

Ich denke, das ist völlig normal. Egal, ob man ein junger oder ein älterer Spieler ist: Konkurrenzkampf gehört dazu. Im Training pusht man sich gegenseitig, und das kann niemandem schaden. Als junger Spieler kann man sich auch etwas abgucken. Konkurrenzkampf ist allgemein etwas Gutes im Fußball. Daher bin ich sehr entspannt.

Vor der Saison war bei Ihnen auch eine Leihe ein Thema. Haben Sie sich damit beschäftigt?

Ich muss ehrlich sagen, ich habe mir selbst wenig Gedanken darüber gemacht. Natürlich läuft im Hintergrund immer etwas über den Berater, aber ich habe geschaut, dass ich erst einmal eine gute U19-EM spiele und dann hier in der Vorbereitung alles gebe. Ich bin vom Kopf her komplett bei Werder und will mich hier durchsetzen.

Gab es denn konkrete Interessenten für Sie?

Ja, es waren schon Interessenten da. Mein Berater hatte das immer wieder im Blick. Manche waren dann wieder weg und andere wieder da. Es ändert sich alles sehr schnell. Ich habe mich damit aber nicht viel auseinandergesetzt, sondern war eher bei mir.

Welche Rolle wurde Ihnen denn bei Werder für diese Saison aufgezeigt?

Es geht nicht um eine bestimmte Rolle, sondern darum, dass ich versuche, mich durchzusetzen und mir einen Startelfplatz zu erspielen, da zu sein, wenn es Bedarf gibt, und für die Mannschaft alles zu geben.

Wie nah sehen Sie sich auch an einem möglichen Startelf-Einsatz in der Innenverteidigung, wenn sich die Personallage auf der rechten Seite wieder entspannen sollte?

Ich versuche, dafür alles zu geben und meine Spielminuten zu bekommen, auch auf der Innenverteidigerposition, wenn einer auf die Außenverteidigerposition zurückkommt. Das ist auf jeden Fall mein Anspruch.

Im Interview mit der DeichStube: Talent Mick Schmetgens will sich beim SV Werder Bremen durchsetzen.

Im Interview mit der DeichStube: Talent Mick Schmetgens will sich beim SV Werder Bremen durchsetzen. © gumzmedia

Mick Schmetgens von Werder Bremen: Früher Mittelfeldspieler, Vater HSV-Fan, Billard in Buxtehude

Sie sind mit 14 Jahren zu Werder Bremen gekommen und in Buxtehude geboren. Für welchen Verein hat Ihr Herz damals geschlagen?

Mein Vater ist tatsächlich HSV-Fan und daher war der HSV schon sehr präsent bei uns. Aber ich bin dann 2021 zu Werder gekommen. Das ist jetzt schon länger her, sodass ich mit dem HSV schon nicht mehr viel zu tun habe.

Wie haben Ihre Eltern auf den Schritt zu Werder reagiert?

Meine Eltern haben mir beide voll und ganz den Rücken gestärkt. Ob mein Vater jetzt jedes Mal bei der Fahrt nach Bremen glücklich ist, weiß ich nicht (lacht). Er hat mich aber immer zu 100 Prozent bei der Entscheidung unterstützt, genauso wie meine Mutter.

Warum haben Sie sich damals für Werder entschieden?

Weil ich davon überzeugt war, dass das hier gut für mich und meine weitere Entwicklung ist. Was sich auch bewahrheitet hat. Mit 15 habe ich direkt Innenverteidiger gespielt, vorher war ich bei meinem Heimatverein eigentlich im Mittelfeld zu Hause. Ich habe es für mich als Herausforderung genommen und wollte mich bei Werder weiterentwickeln.

Sind Sie damals gependelt oder ins Internat gezogen?

Ich bin zunächst gependelt. Ich bin im Fahrdienst nach der Schule losgefahren und abends zurück. Das war bis zur U17 ein wirklich großer Aufwand. In der U19 bin ich dann ins Internat gekommen. Dort bin ich aber seit dem Sommer raus und wohne wieder bei meinen Eltern in Ahrenswohlde. Ich bin derzeit auf der Suche nach einer Wohnung in Bremen.

Wer ist Mick Schmetgens, wenn es einmal nicht um Fußball geht?

Eigentlich ein ganz ruhiger Typ (lacht). Ich bin dann mit meiner Freundin, meinen Eltern oder meiner Familie zu Hause, verbringe viel Zeit mit ihnen, mache ein paar Aktivitäten oder gehe in Buxtehude mal Billard spielen. Alles sehr ruhig und entspannt.

Schon gelesen? So sehen Fans das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen SC Freiburg live im TV und im Livestream!

Ziele von Werder-Bremen-Talent Mick Schmetgens: Bundesliga-Spielpraxis und U21-Länderspiele

Blicken wir auf Ihren sportlichen Sommer: Sie haben mit der deutschen U19 das EM-Finale erreicht. Wie wichtig war das Turnier für Ihre Entwicklung?

Sehr wichtig, weil ich vorher in den Jugendmannschaften noch kein so großes Turnier gespielt habe. Mit der U17 haben wir es nicht zur Europameisterschaft geschafft. Das Turnier im Sommer hatte eine größere Aufmerksamkeit in Deutschland als ein Freundschaftsturnier mit der Nationalmannschaft. Dazu kamen starke Gegner – da kann man sich auf jeden Fall sehr gut weiterentwickeln.

Sie haben sämtliche Jugend-Nationalmannschaften durchlaufen. Gab es bereits Kontakt zum U21-Nationaltrainer?

Nein, ich persönlich hatte noch keinen Kontakt zu ihm.

Wie groß ist der Traum, irgendwann für die deutsche A-Nationalmannschaft zu spielen?

Ich denke, die U21 ist schon ein gutes Sprungbrett und ein Ziel, das ich habe. Man sieht bei manchen U21-Nationalspielern, dass es relativ schnell nach oben gehen kann, wenn man dort seine Leistung bringt. Deswegen ist das nächste Ziel: U21-Länderspiele.

Blicken wir zum Abschluss voraus: Was muss passieren, damit es für Sie persönlich eine erfolgreiche Saison wird?

Für mich persönlich ist der entscheidende Punkt die Spielpraxis. Das ist sehr wichtig für mich als junger Spieler. Ich möchte spielen und Bundesliga-Minuten sammeln. Darüber hinaus geht es natürlich um die Teamleistung und darum, wie die Mannschaft abschneidet.

Zum Abschluss: Was braucht es, um am Sonntag Freiburgs Vincenzo Grifo zu stoppen?

Auf jeden Fall Intensität, Zweikampfwille, und du musst zu 100 Prozent mit dem Kopf dabei sein, weil die Spieler natürlich eine sehr hohe Qualität haben. Einfach wach sein und die Intensität auf den Platz bringen. Ich würde mich auf das Duell auf dem Niveau freuen. (bvo)