„Ich bereue keine einzige Sekunde“: Bürgermeister Benjamin Graf im Interview

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„Ich bereue keine einzige Sekunde“: Bürgermeister Benjamin Graf im Interview

Stand: 02.09.2026, 21:00 Uhr

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Reichlings Bürgermeister Benjamin Graf an seinem Arbeitsplatz im Rathaus

Reichlings Bürgermeister Benjamin Graf an seinem Arbeitsplatz im Rathaus. © Manuela Schmid

Benjamin Graf ist seit gut 100 Tagen Bürgermeister von Reichling. Das Arbeitsklima im Rathaus bezeichnet er als „absolut harmonisch".

Reichling – Reichlings neuer Bürgermeister Benjamin Graf ist seit gut 100 Tagen im Amt. Er würde jederzeit wieder als Bürgermeister kandidieren: „Ich bereue keine einzige Sekunde“, sagt Graf über seine ersten Monate im Reichlinger Rathaus. Graf hatte sich bei den Kommunalwahlen knapp gegen seinen Mitbewerber Marc Kirsch durchgesetzt, nachdem der frühere Rathauschef Johannes Hintersberger nach der „Abhör-Affäre“ nicht mehr zur Wahl angetreten war.

Herr Graf, wie haben Sie Ihre ersten 100 Tage im Amt als Bürgermeister erlebt?

Für mich war der Start kein Sprung ins völlig kalte Wasser. Durch meine vorherige Arbeit im Gemeinderat war ich mit vielen Abläufen, Strukturen und aktuellen Themen der Gemeinde bereits vertraut. Das hat den Einstieg natürlich erleichtert. Dennoch ist die Perspektive vom Chefsessel im Rathaus noch einmal eine andere. Die ersten Wochen waren intensiv, aber unglaublich lehrreich und positiv.

Was konnten Sie als Bürgermeister gemeinsam mit dem Gemeinderat in den ersten Monaten schon erreichen?

Ein wichtiges Projekt, das wir erfolgreich zu Ende bringen konnten, ist der neue Steg am Reichlinger Badeweiher „Eglmoos“. Zudem haben wir verschiedene Straßenbauarbeiten im Gemeindegebiet vorangetrieben und umgesetzt. Auch für den Bauhof konnten wir eine wichtige Entscheidung treffen: Wir haben einen neuen Traktor angeschafft, da der alte aufgrund der allgemeinen Reparaturkosten schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich war. Mir ist wichtig zu betonen: Das sind Gemeinschaftserfolge. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat funktioniert hervorragend, wir ziehen an einem Strang für unsere Gemeinde.

Was waren die größten Schwierigkeiten bisher – und im Gegenzug: Was waren die schönsten Erlebnisse in den ersten 100 Tagen?

Echte Schwierigkeiten oder Krisen gab es glücklicherweise bisher nicht. Zu den schönsten Erlebnissen gehört für mich schlichtweg der Alltag: Es ist für mich jeden Tag aufs Neue eine Freude, ins Rathaus zu fahren. Ich werde hier im kompletten Haus so herzlich empfangen – das Arbeitsklima in der Verwaltung ist wirklich der Hammer und absolut harmonisch. Das gibt mir enorm viel Kraft für die tägliche Arbeit.

Wie läuft die Kommunikation mit den Bürgern in Reichling und Ludenhausen?

Wir pflegen ein sehr gutes, offenes Miteinander. Das gilt sowohl für den direkten Austausch mit den Bürgern aus Reichling und Ludenhausen, als auch für die interfraktionelle Arbeit im Gemeinderat. Wenn man transparent miteinander umgeht und sich auf Augenhöhe begegnet, macht die Kommunalpolitik einfach großen Spaß.

Wie verlief die Amtsübergabe? Hatten Sie noch Kontakt zu Ihrem Vorgänger Johannes Hintersberger, oder mussten Sie sich alleine ins Amt einfinden?

Die formelle Amtsübergabe hat Bernhard Pössinger mit mir durchgeführt, wofür ich ihm sehr dankbar bin – das lief absolut reibungslos. Kontakt zu Johannes Hintersberger gab es danach keinen mehr. (Anm. d. Red.: Pössinger war bis Ende April Vizebürgermeister der Gemeinde Reichling und führte längere Zeit in Vertretung für Hintersberger die Amtsgeschäfte) Ein ganz besonderer Dank gilt hierbei meiner Sekretärin Heidrun Höbel, die mir beim Einstieg unglaublich viel geholfen hat und mir auch weiterhin im Alltag den Rücken frei hält. Ebenso gilt mein Dank unserem Geschäftsstellenleiter Herrn Hentschke und seinem gesamten Team – deren fundiertes Fachwissen ist für mich einfach Gold wert. Dank dieser großartigen Unterstützung im gesamten Rathaus ist es mir sehr gut gelungen, mich schnell und sicher in alle laufenden Amtsgeschäfte einzufinden.

Hand aufs Herz: Haben Sie es in den ersten Tagen jemals bereut, als Bürgermeister kandidiert zu haben?

Nein, auf gar keinen Fall! Die Arbeit für unsere Bürger macht mir unglaublich viel Spaß. Ich habe diese Entscheidung vor meiner Kandidatur reiflich überlegt und bereue bis heute keine einzige Sekunde.