Hündin bringt neun Welpen zur Welt – Besitzer hatte nichts gemerkt
Ein Holzkirchner Biologe schreibt im Baskenland an seinem Buch, als seine Hündin Drina plötzlich zu hecheln beginnt. Innerhalb von vier Stunden kommen neun Welpen zur Welt – dabei war der 64-Jährige bis zur Geburt nicht einmal aufgefallen, dass sie trächtig war.
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Stand: 05.09.2026, 08:20 Uhr
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Ein Holzkirchner Biologe schreibt im Baskenland an seinem Buch, als seine Hündin Drina plötzlich zu hecheln beginnt. Innerhalb von vier Stunden kommen neun Welpen zur Welt – dabei war dem 64-Jährigen bis zur Geburt nicht einmal aufgefallen, dass sie trächtig war.
Holzkirchen – Mit Tieren kennt sich Uli Erfurth bestens aus. Der 64-jährige Holzkirchner Diplom-Biologe war jahrzehntelang als naturkundlicher Lektor auf Expeditionskreuzfahrtschiffen unterwegs. Seit der Corona-Pandemie bereist er Europa und Nordafrika in einem 35 Jahre alten Wohnmobil – gemeinsam mit Malinois Socrate, Schäferhund-Mischling Drina und Katze Ceta. Unterwegs schreibt er an seinen Büchern und verbringt möglichst viel Zeit draußen. „Das hält jung“, sagt Erfurth. Sobald sich die Tür öffnet, sei er praktisch „24/7 in der Natur“. Dass ausgerechnet eines seiner Tiere den erfahrenen Biologen noch derart überraschen würde, ahnte er nicht.
Im Baskenland nimmt die Geschichte ihren Lauf. Dort arbeitet Erfurth gerade an seinem neuen Buch über seine Antarktis-Abenteuer, während Drina ihm gegenüberliegt. Plötzlich beginnt sie zu hecheln und sich auffällig oft zu lecken. „Ich fand das schon merkwürdig, aber ich habe zunächst weitergeschrieben“, erinnert er sich. Als er schließlich über den Bildschirm blickt, traut er seinen Augen kaum: Neben der Hündin liegt ein noch nasser, „kohlrabenschwarzer“ Welpe. „Was ist denn hier los?“, denkt sich der 64-Jährige. Und es bleibt nicht bei einem. Innerhalb von rund vier Stunden kommen acht weitere zur Welt. Die frisch gebackene Hundemutter nimmt das Ganze erstaunlich gelassen hin – bei ihrem Besitzer bleibt dagegen vor allem eine Frage: Wie konnte ihm die Schwangerschaft entgehen?
„Zu dicke“ Hündin bekam noch Diät verordnet
„Im Nachhinein ergibt vieles Sinn“, sagt Erfurth. Die Erklärung beginnt für ihn schon einige Wochen zuvor: „Ich habe Drinas Zyklus falsch eingeschätzt.“ So sei sie wohl im Freilauf bei der „ersten Möglichkeit“ gedeckt worden, ohne dass er damit gerechnet habe. In den Wochen danach wurde sie zunehmend „runder und träger“. Auch bei Spaziergängen habe ihr immer häufiger die Lust gefehlt. Ihr Besitzer führte das auf den veränderten Alltag zurück: Weil er viel am Rechner saß und schrieb, waren auch die Vierbeiner weniger unterwegs. Ein Jahr zuvor hatte Drina noch rund 26 Kilogramm auf die Waage gebracht, Anfang August waren es bereits 30,4.
Selbst ein Tierarztbesuch brachte keine Klarheit. Wegen einer Impfung wurde Drina untersucht und dabei auch ihr Bauch abgetastet. Erfurth erinnert sich an einen hektischen Termin, bei dem wenig Zeit geblieben sei. Dass Nachwuchs unterwegs war, fiel nicht auf. Stattdessen lautete die Einschätzung: „Muy gorda“ – zu dick. Also kam sie auf Diät – ausgerechnet in den letzten Tagen vor der Geburt. „Die Tierarzt-Waage hatte völlig recht“, meint Erfurth heute augenzwinkernd. „Wir hatten nur nicht verstanden, was wir da wogen.“
Dass sein Zuhause nun auch noch zur Kinderstube wird, ist selbst für den weit gereisten Biologen eine neue Erfahrung. Allein rund 750 Tage habe er in der Antarktis verbracht. Auch seine tierischen Begleiter fand er auf seinen Reisen: Socrate kam 2020 aus einem französischen Tierheim zu ihm, Drina begegnete ihm 2023 als Straßenhündin in Bosnien, Ceta stieß wenig später in Kroatien dazu. Nun versorgt Drina ihren Nachwuchs in einer improvisierten Wurfbox unter dem Küchentisch.

Die meisten Welpen suchen ein neues Zuhause
Für eine dauerhafte Wohngemeinschaft ist es im Wohnmobil allerdings zu eng. Voraussichtlich acht der neun Welpen brauchen deshalb ein neues Zuhause. „Ich möchte sie nicht einfach möglichst schnell vermitteln“, sagt Erfurth, „sondern Menschen finden, bei denen sie langfristig gut aufgehoben sind.“ Ab Anfang September ist er mit seiner inzwischen deutlich größeren Reisegruppe wieder in Deutschland unterwegs und macht dabei auch im Raum Miesbach Halt. Interessenten können die Tiere bis längstens Anfang November kennenlernen, anschließend ist die Abgabe vorgesehen. Mehr Infos zu den Tieren und Kontakt: www.bionaut.info/welpen.