Tibet-Nepal-Flut: Helfer aus Ausland in Katastrophengebiet
In einem Wettlauf mit der Zeit sind die Rettungs- und Bergungseinsätze nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet am Samstag weitergegangen. Zur Unterstützung sind mittlerweile erste Helfer aus dem Ausland im Flutkatastrophengebiet in Nepal eingetroffen. Ein Rettungsteam aus Indien sei angekommen, sagte der nepalesische Außenminister Shishir Khanal in Kathmandu.
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Tibet-Nepal-Flut
In einem Wettlauf mit der Zeit sind die Rettungs- und Bergungseinsätze nach der verheerenden Sturzflut in Nepal und Tibet am Samstag weitergegangen. Zur Unterstützung sind mittlerweile erste Helfer aus dem Ausland im Flutkatastrophengebiet in Nepal eingetroffen. Ein Rettungsteam aus Indien sei angekommen, sagte der nepalesische Außenminister Shishir Khanal in Kathmandu.
Online seit heute, 19.35 Uhr
Ein weiteres Team aus China werde demnächst erwartet. Nepal bat um gezielte ausländische Hilfe, Außenminister Shisir Khanal zufolge benötigt Kathmandu spezialisierte Unterstützung, etwa bei der Bergung von in Tunneln eingeschlossenen Menschen, der Wiederherstellung von Verkehrsverbindungen sowie bei der Identifizierung und Aufbewahrung der Toten.
Man habe die Nachbarländer Indien und China bereits um Behelfsbrücken gebeten. Khanal präzisierte damit eine frühere Aussage seines Ministeriums vom Freitag, wonach Nepal die Rettungsarbeiten allein bewältigen könne. Für die allgemeinen Such- und Rettungsarbeiten, die von nepalesischen Kräften geleistet würden, sei keine weitere Hilfe nötig, sagte Khanal.
Rettungsteams kamen über Landweg
Bisher erreichten die Rettungsteams laut Khanal das Katastrophengebiet auf dem Landweg, weil das Gelände für Hubschraubereinsätze schwierig ist. „Aufgrund dieser komplexen Geografie und der Auswirkungen der Überschwemmungen gestalteten sich die Such- und Rettungsmaßnahmen schwierig“, sagte Khanal.
Der Außenminister verwies auf ein enormes Ausmaß der Zerstörung. „Hilfe und Unterstützung werden nicht nur in der Rettungs- und Hilfsphase benötigt, sondern vor allem in der Phase des Wiederaufbaus“, fügte er hinzu.
Schwierige Identifizierung
Derzeit erschwert der Zustand der geborgenen Leichen zunehmend die Identifizierung. Von 233 im Distrikt Chitwan an der Grenze zu Indien geborgenen Toten konnten bisher lediglich vier identifiziert werden, wie die Bezirksverwaltung am Samstag mitteilte. Durch die Verwesung von Leichen werden Infektionen befürchtet.
Viele Opfer waren durch die Wucht der Flut viele Kilometer mitgerissen worden. Die Behörden ordneten nun an, vor der Bestattung jeweils DNA-Proben von den Toten und gefundenen Überresten zu nehmen und nicht identifizierte Opfer dann an einem Ort im nepalesischen Devghat beizusetzen. Die Entscheidung sei bei einem Treffen der zuständigen Behörden gefallen, teilte die Bezirksverwaltung mit.
Zudem steigt in den Überflutungsgebieten das Risiko für Durchfallerkrankungen. Überschwemmungen können Abwässer und Fäkalien in Trinkwasserquellen spülen, Latrinen können beschädigt, Kläranlagen überflutet sein. Eine häufig bei solchen Naturkatastrophen verstärkt auftretende Krankheit ist die Cholera.
Furcht vor erneuter Flutwelle
Die Gefahr einer erneuten Flutwelle ist nach chinesischen Angaben etwas gesunken. Der durch Geröllmassen entstandene See am Fluss Purepu Tsangpo sei geschrumpft, teilten die Behörden am Samstag mit. Satellitenaufnahmen deuteten darauf hin, dass das Wasser langsam abfließe, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV unter Berufung auf das Ministerium für Wasserressourcen.
Ein Überlaufen des Sees hatte am Freitag die Rettungsarbeiten vorübergehend unterbrochen. Die Zahl der Toten drei Tage nach der verheerenden Sturzflut infolge eines Gletscherabbruchs im Grenzgebiet zwischen der chinesischen Region Tibet und Nepal stieg auf chinesischer Seite auf sieben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.
Mehr als 680 Tote
In Nepal wurden bisher 675 Todesopfer geborgen, mit den sieben bisher aus China gemeldeten Todesopfern liegt die Gesamtzahl damit bei 682 Todesopfern. Einige tausend Menschen konnten laut Angaben der nepalesischen Behörden bereits gerettet werden. Allerdings werden in Tibet und Nepal zusammengenommen noch mehr als 2.500 Menschen vermisst, darunter auch ausländische Touristen.
Spezialisierte Hilfe für Tunnel benötigt
Das regnerische Wetter, zerstörte Straßen und unterbrochene Kommunikationsverbindungen erschwerten CCTV zufolge die Rettungsarbeiten. Zudem warnt die chinesische Katastrophenschutzbehörde vor weiteren Risiken.
Schwierige Rettungseinsätze im Katastrophengebiet
Zwei Tage nach der tödlichen Sturzflut in Nepal und Tibet dauern die Rettungseinsätze an. Die nepalesische Armee begann unter schwersten Bedingungen damit, Überlebende aus einem Tunnel zu retten. In Tibet und Nepal waren die Einsätze aus Sicherheitsgründen kurzfristig unterbrochen worden.
Ein Experte des chinesischen Ministeriums für natürliche Ressourcen erklärte, es gebe einen zweiten aufgestauten See am Fuß des Gletschers mit einer ähnlichen Größe. Dessen Tiefe sei jedoch unklar. Ein Vertreter der nepalesischen Katastrophenschutzbehörde erklärte, das Risiko von Überflutungen bleibe bestehen, bis das Wasser aus beiden Seen vollständig abgeflossen sei.
Schlamm erschwert Suchaktionen
Die Armee in Nepal hat zuletzt die Such- und Rettungsaktionen intensiviert, stößt aber weiter auf große Probleme. „Der schwierigste Teil ist der abgelagerte Schlamm als Folge der Flutwelle“, sagte Armeesprecher Raja Ram Basnet in Battar Bazar in der an Tibet grenzenden Provinz Bagmati. Dadurch sei es sehr schwierig, Hubschrauber in den betroffenen Gebieten wie Temure, Syabrubesi und Mailung zu landen und zu starten.
Derzeit sind laut Basnet unter anderem 14 Rettungshubschrauber in der Region im Einsatz. Als eine weitere Hürde nannte der Sprecher bestehende Tunnel im Gebirge, in denen Menschen festsaßen. Am Freitagmorgen (Ortszeit) seien nur vier Personen aus den Tunneln gerettet worden. Vermutlich befänden sich in ihnen noch zahlreiche Menschen.