„Größer als gedacht“: Deutsche Studentin gewinnt schwedische Insel – doch es gibt einen Haken
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„Größer als gedacht“: Studentin gewinnt schwedische Insel – nun erwartet sie eine besondere Aufgabe
Stand: 05.09.2026, 18:32 Uhr
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Per Videobewerbung zur Insel-Verwalterin: Eine Studentin aus Halle (an der Saale) gewinnt Marsten – und entdeckt Schwedens besonderes Naturrecht.
Marsten – Für viele Menschen gehört der Gedanke, allein auf einer einsamen Insel den Alltag hinter sich zu lassen, zu den hartnäckigsten Träumen überhaupt. Kein Lärm, keine Verpflichtungen, nur Wasser, Himmel und die eigene Ruhe. Schweden bietet für solche Sehnsüchte einen besonders fruchtbaren Boden: Das nordische Land zählt mit rund 267.000 Inseln mehr solcher Eilande als jedes andere Land der Welt – von bewohnten Schären bis zu stillen, namenlosen Felsen im Meer.

Dass dieser Traum zumindest für kurze Zeit Wirklichkeit werden kann, beweist eine 27-jährige Studentin aus Halle an der Saale. Miriam Wiskemann hat bei einem internationalen Wettbewerb der schwedischen Tourismusagentur Visit Sweden eine eigene Insel für ein Jahr gewonnen. Doch was auf den ersten Blick wie ein exklusiver Rückzugsort klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als etwas ganz anderes.
Deutsche Studentin Miriam gewinnt Insel Marsten vor der Westküste Schwedens
Visit Sweden hatte im Mai im Rahmen der Kampagne „Your Swedish Island“ insgesamt fünf unbewohnte Inseln ausgeschrieben. Mehr als 2200 Bewerbungen aus rund 100 Ländern gingen laut Life On ein – darunter ein einminütiges Video von Miriam Wiskemann aus Sachsen-Anhalt. Die Illustratorin setzte sich durch und wurde zur Verwalterin der kleinen Insel Marsten ernannt, die rund sechs Kilometer vor der schwedischen Westküste bei der Stadt Falkenberg liegt. Vier weitere Gewinner kommen aus Kanada, den USA, den Niederlanden und der Schweiz.
Marsten ist ein überschaubares Eiland: etwa 180 Meter lang, gut 50 Meter breit, aus Naturfelsen aufgebaut und hauptsächlich von Kormoranen besiedelt. Seit den 1990er-Jahren haben die Seevögel die Insel für sich beansprucht – entsprechend hinterlassen sie dort deutliche Spuren. Unterkunftsmöglichkeiten gibt es laut der zuständigen Gemeinde keine, und erreichbar ist Marsten ausschließlich per Kajak oder Stand-up-Paddle-Board.
Als Wiskemann die Insel zum ersten Mal betrat, war die Überraschung positiv: Sie sei „irgendwie größer als gedacht“ gewesen, erzählt sie, und auch „ein bisschen grüner“. Neben dem symbolischen Titel als Inselverwalterin erhält Wiskemann ein offizielles Diplom, einen Vertrag sowie einen Reisegutschein im Wert von 20.000 Schwedischen Kronen – umgerechnet rund 1.800 Euro.
Allemansrätten: Das schwedische Jedermannsrecht macht die „eigene“ Insel zur öffentlichen Natur
Was den Gewinn von einer klassischen Privatinsel unterscheidet, ist ein Grundprinzip des schwedischen Naturrechts: das Allemansrätten, auf Deutsch das Jedermannsrecht. Es besagt, dass sich alle Menschen – Schweden wie Ausländer – frei in der Natur bewegen dürfen, unabhängig davon, wem ein Grundstück gehört. Das Recht ist seit 1994 in der schwedischen Verfassung verankert.
Das Naturvårdsverket, die schwedische Naturschutzbehörde, fasst das Prinzip in einem schlichten Leitsatz zusammen: „Inte störa – inte förstöra“ – also: nicht stören, nicht zerstören. Wer sich in der Natur aufhält, darf wandern, campen, Beeren pflücken und Inseln betreten – solange er dabei Rücksicht auf Natur, Tiere, Grundstückseigentümer und andere Menschen nimmt. Für Miriam Wiskemann bedeutet das: Marsten liegt zwar offiziell in ihrer Verwaltung, doch besuchen darf die Insel grundsätzlich jeder. „Ich glaube, es ist wirklich sehr unwahrscheinlich, dass da jetzt ein großer Ansturm ist“, sagt Wiskemann laut der Tagesschau. (Quellen: Life On, dpa, Naturvårdsverke, Tagesschau) (jaka)