Geheimpläne, alt und neu: "Blattsalat" mit Köstinger, Zeiler und Sitzpinklern

Medienglosse Geheimpläne, alt und neu: "Blattsalat" mit Köstinger, Zeiler und Sitzpinklern Hoffnung und dehnbarer Qualitätsbegriff mit Eva Schütz und ewiggestrige Urinale mit Andreas Mölzer ...

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Geheimpläne, alt und neu: "Blattsalat" mit Köstinger, Zeiler und Sitzpinklern

Medienglosse

Geheimpläne, alt und neu: "Blattsalat" mit Köstinger, Zeiler und Sitzpinklern

Hoffnung und dehnbarer Qualitätsbegriff mit Eva Schütz und ewiggestrige Urinale mit Andreas Mölzer

Glosse

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Günter Traxler

Mag in Zeiten wie diesen vieles trüb erscheinen, gibt es dennoch Lichtblicke. Einen gestattete der "Kurier" am Wochenende im Salon Salomon. Dort legte "Exxpress"-Herausgeberin Eva Schütz den journalistischen Qualitätsbegriff dar, für den sie sich finanzielle Förderung zu verdienen glaubt. Wir haben durchaus auch längere Artikel. Qualität ist ein dehnbarer Begriff und wird von dem definiert, der die Förderung vergibt: zur Zeit von Andreas Babler.

So weit sind wir zwar noch nicht, doch die Hoffnung von Frau Schütz stirbt zuletzt. Es könnte aber auch einmal ein Medienminister Herbert Kickl sein – was wird dann als Qualität definiert? Sogar die Herausgeberin des "Exxpress", der doch durchaus auch längere Artikel hat, könnte wissen, dass dieser Fall niemals eintreten wird, sieht sich Herbert Kickl doch nur als Volkskanzler und sonst gar nichts. Da Qualität ein dehnbarer Begriff ist, will Frau Schütz mehr darüber wissen. Wenn ich aber unsere Kommentare mit jenen des "Standard" vergleiche – allein, was dort schon über mich persönlich geschrieben wurde –, dann bin ich mir nicht sicher, wo die hasserfüllteren Kommentare stehen.

Gewissheit in Sachen des dehnbaren Qualitätsbegriffs ist nun einmal schwer zu erlangen, wenn man sich nicht bemüht. Ich lese das nicht, und das, was mir weitergeleitet wird, ist manchmal sogar belustigend. Man erheitert ja gern, zumal auch noch ein Anlass besteht. Im Sommer 2027, gesteht die mit Ex-SPÖ-Politiker Georg Dornauer Liierte, werde sie denselben heiraten. Bei aller Dehnbarkeit ihres Qualitätsbegriffs kann man das nur als Lichtblick bezeichnen.

Ex-Ministerin und enge Vertraute von Sebastian Kurz: Elisabeth Köstinger.

Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten – Wöginger vor Wiederwahl, meldete der "Kurier" dann am Donnerstag. Am Samstag wählt der ÖAAB in Stadt Haag in Niederösterreich seine neue Führung. Und – so viel steht schon fest – der alte Chef wird auch der neue sein – eben Wöginger. In der ÖVP freut das nicht alle. Angefacht wird die Kritik von den Vorkommnissen der vergangenen Monate – konkret von der Causa Ruck. Weshalb fragt sich so mancher, wurde Ruck so rasch fallen gelassen, Wöginger aber nicht? Da passt es natürlich auch ins Bild, dass Wöginger höchstselbst für den Parteiausschluss Rucks stimmte. Merkwürdig: Kritiker kritisieren Doppelmoral.

Am Himmel des Boulevards geht ein alter Stern auf, der schon wiederholt als Sternschnuppe aufgefallen ist. Charme-Offensive für Zeiler titelte "Österreich" Montag auf Seite 3, hatte der Aufmacher doch folgerichtig gelautet: Babler am unbeliebtesten. Es wird konkret: SPÖ-Kreise wollen Medien-Manager an Parteispitze. Nun wurde Gerhard Zeiler schon so oft als SPÖ-Obmann gehandelt, dass sich die Frage unerbittlich stellt: Wie konkret wird es diesmal? Laut "oe24"-Infos, und auf die ist Verlass, soll Zeiler nicht abgeneigt sein, und auch noch in den nächsten Tagen nach Österreich kommen, um die Lage zu sondieren. Was er bestimmt nicht nötig hat, denn prinzipiell, so ist zu hören, stehe der gebürtige Ottakringer bereit – es müsse einen Schlachtplan geben. Jetzt sollen zwei SPÖ-Größen – darunter ein Ex-Partei-Geschäftsführer – die Lage sondieren und eine Charmeoffensive für Zeiler starten.

Der gebürtige Ottakringer ließ auch die "Kronen Zeitung" nicht ruhig schlafen. Einen Tag nach "Österreich" meldete sie, nun bringt sich Gerhard Zeiler erneut in Stellung. Österreichs erfolgreichster Medienmanager hat gegenüber Vertrauten klargemacht, dass er bereit sei, die SPÖ zu übernehmen. Klar ist: Zeiler tritt nur an, wenn er in der Partei eine Art "Generalvollmacht" bekommt, wie früher Sebastian Kurz. Von heute auf morgen wird es das nicht spielen.

Kurz als Vorbild für Zeiler wird die Genossen begeistern. Aber was wäre der generalbevollmächtigte Ottakringer gegen das, was in schwarzen Kreisen als alter Geheimplan neu gewälzt wird? Elisabeth Köstinger, Ex-Ministerin und enge Vertraute von Sebastian Kurz, könnte das Ruder übernehmen. Sofort oder bei vom Zaun gebrochenen Neuwahlen – auch unter Herbert Kickl als Vizekanzlerin.

Kein Wunder, wenn sich Andreas Mölzer bei solchen Aussichten in Wiens Toiletten begibt und in der "Krone" fragt, was man gegen die ganz offensichtliche Diskriminierung der sogenannten "Sitzpinkler" zu tun gedenke. Auch sie müssen ja im Gegensatz zu ihren reaktionären männlichen Geschlechtsgenossen, die noch die ewiggestrigen Urinale benutzen, für ihre Verrichtung im öffentlichen Raum bezahlen. Beruhigend, dass wenigstens einer die wahren Probleme benennt. (Günter Traxler, 5.9.2026)

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