Sind Sie schlechter gestellt als Ihre Eltern damals? Dann geht es Ihnen wie denn meisten

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Sind Sie schlechter gestellt als Ihre Eltern damals? Dann geht es Ihnen wie denn meisten

Gefälle in den Generationen: Fast die Hälfte sieht sich schlechter gestellt als ihre Eltern

Stand: 05.09.2026, 18:32 Uhr

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Für viele Deutsche ist die Familie die letzte finanzielle Rettung – doch die Hilfe kommt mit einem hohen emotionalen Preis.

Frankfurt – Es war mal ein ungeschriebenes Versprechen: Jede Generation lebt besser als die vorherige. Doch dieses Versprechen bröckelt. Fast jede zweite Person in Deutschland – genau 49,1 Prozent – glaubt heute, finanziell schlechter dazustehen als die eigenen Eltern. Nur jede vierte Person (25,1 Prozent) sieht sich besser gestellt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Soziallotterie freiheit+ unter 1.000 Menschen in Deutschland.

Viele junge Menschen fühlen sich im Vergleich zu ihrer Elterngeneration benachteiligt. (Symbolfoto)

Viele junge Menschen fühlen sich im Vergleich zu ihrer Elterngeneration benachteiligt. (Symbolfoto) © David Ebener

Wo das eigene Einkommen nicht mehr reicht, springt die Familie ein – und das öfter als viele ahnen. Laut der freiheit+-Umfrage unterstützen 21,2 Prozent der Deutschen Angehörige finanziell, 15,8 Prozent erhalten selbst Geld aus dem Familienkreis. Weitere 8,1 Prozent erleben beides gleichzeitig: Sie geben und nehmen. Besonders häufig fließt Geld von Eltern zu ihren Kindern – knapp jede zweite Person, die Angehörige unterstützt, hilft dem eigenen Nachwuchs.

Generationen-Gefälle: Scham hinter verschlossenen Türen

Das Geld landet dabei vor allem im Alltag: 42,4 Prozent der Empfänger nutzen es für Lebensmittel, 29,6 Prozent für Miete oder Wohnkosten, 24,8 Prozent für Mobilität. Auch Kleidung, Versicherungen und sogar Schulden werden damit bezahlt. Fast ein Drittel der Empfänger arbeitet derzeit gar nicht.

Was nach außen wie ein normales Familienleben wirkt, belastet viele innerlich stark. 79,1 Prozent der Empfänger empfinden die Unterstützung laut freiheit+ als unangenehm – 39,9 Prozent sprechen mit niemandem darüber. Gleichzeitig geben 46,6 Prozent an, ihren Lebensstandard ohne diese Hilfe nicht halten zu können. Auch die Unterstützenden zahlen einen Preis: 60,9 Prozent verzichten dafür häufig oder manchmal auf eigene Wünsche oder größere Anschaffungen.

Kai Töpel, Geschäftsführer von freiheit+, ordnet die Zahlen ein: „Dass knapp 30 Prozent der Deutschen Angehörige finanziell unterstützen oder selbst Hilfe aus der Familie erhalten, zeigt, wie selbstverständlich finanzielle Unterstützung innerhalb von Familien inzwischen geworden ist.“

Geld als K.o.-Kriterium in der Liebe

Das Thema Geld reicht inzwischen bis in die Partnerschaft. 76 Prozent der Deutschen halten finanzielle Eigenständigkeit für wichtig – mehr als jede zweite Person (50,4 Prozent) kann sich keine Beziehung mit jemandem vorstellen, der regelmäßig Geld von den Eltern bekommt. Frauen legen dabei deutlich mehr Wert auf finanzielle Unabhängigkeit als Männer: 42,4 Prozent der Frauen halten sie für „sehr wichtig“, bei Männern sind es nur 23,2 Prozent.

Das Gefühl, gegenüber der Elterngeneration zurückzufallen, ist kein Einzelphänomen. Auch infratest dimap hat ermittelt, dass sieben von zehn der 18- bis 34-Jährigen glauben, die Elterngeneration hatte es beim Aufbau von Wohlstand leichter – und drei Viertel zweifeln daran, diesen Wohlstand jemals zu erreichen. (Quellen: freiheit+, infratest dimap) (cgsc)