Studie zeigt Zusammenhang von früher Menopause und Demnez – „Kann uns wertvolle Informationen liefern“
StartseiteWeltFrühe Menopause und Demenz: Forscher entdecken erschreckenden ZusammenhangStand: 11.09.2026, 19:42 UhrKommentareUns auf Google folgenNeue Forschung bringt eine frühe Menopause mit einem schnellere...
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Frühe Menopause und Demenz: Forscher entdecken erschreckenden Zusammenhang
Stand: 11.09.2026, 19:42 Uhr
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Neue Forschung bringt eine frühe Menopause mit einem schnelleren Gedächtnisabbau in Verbindung – eine Menopause-Expertin erklärt, was das bedeutet.
Milton Keynes – Frauen, die früher im Leben in die Menopause kommen, könnten einem schnelleren Abbau der Gehirngesundheit und einem erhöhten Risiko für Alzheimer ausgesetzt sein. Das zeigen neue Forschungsergebnisse, die Tausende Frauen über fast 20 Jahre hinweg verfolgt haben. Die Studie legt nahe, dass der Zeitpunkt dieses hormonellen Übergangs weitreichende Konsequenzen für die kognitive Gesundheit im Alter haben kann.
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com.
Eine im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Studie liefert neue Erkenntnisse. Sie zeigt: Das Alter der Menopause hängt mit dem kognitiven Abbau zusammen. Auch das Alzheimer-Risiko und messbare Veränderungen der Gehirnstruktur stehen damit in Verbindung. Die Menopause rückt dadurch stärker in den Fokus der Demenzforschung – und der Prävention im höheren Lebensalter.

Dr. Nikki Ramskill, Ärztin für Frauengesundheit, Menopause-Spezialistin und Gründerin der The Female Health Doctor Clinic, sagte Newsweek, die Ergebnisse stellten die bisherige Sichtweise auf die Menopause grundlegend infrage. Sie betonte, dass Ärztinnen und Ärzte die Menopause stärker als Indikator für die langfristige Gesundheit von Frauen betrachten sollten.
Menopause als langfristiger Gesundheitsindikator: Forscher finden Zusammenhang mit Demenzen
„Was ich an dieser Studie besonders wichtig finde, ist, dass sie die Diskussion über die Menopause davon weglenkt, sie nur als eine Ansammlung von Symptomen zu sehen, die ein paar Jahre lang behandelt werden müssen“, sagte Ramskill. „Die Menopause ist ein bedeutender biologischer Übergang, und das Alter, in dem sie eintritt, kann uns wertvolle Informationen über die Gesundheit einer Frau Jahrzehnte in der Zukunft liefern.“
Die Ergebnisse hätten besonderes Gewicht für Frauen mit vorzeitiger ovarieller Insuffizienz, einer Erkrankung, bei der die Eierstockfunktion vor dem 40. Lebensjahr verloren geht oder nur noch intermittierend vorhanden ist. Diese Patientinnengruppe müsse besonders engmaschig betreut werden, da ihr hormonelles Umfeld sich deutlich von dem anderer Frauen unterscheide.
„Diese Frauen könnten potenziell Jahrzehnte länger einer verringerten Östrogenexposition ausgesetzt sein als jemand, der im üblichen Alter in die Menopause kommt“, erklärte sie und fügte hinzu, dass solchen Frauen im Allgemeinen geraten werde, eine Hormonersatztherapie einzunehmen – mindestens bis zum durchschnittlichen Alter der natürlichen Menopause, also etwa 51 Jahre. Dadurch soll das Risiko langfristiger gesundheitlicher Folgen der Hormonumstellung reduziert werden.
Gynäkologin warnt vor Panikmache: Frühe Menopause führt nicht automatisch zur Alzheimer-Erkrankung
Gleichzeitig warnte Ramskill jedoch vor unnötiger Beunruhigung. Ein früherer Beginn der Menopause bedeute nicht automatisch, dass eine Frau zwangsläufig eine Alzheimer-Krankheit entwickle, und es müssten individuelle Risikoprofile berücksichtigt werden. Frauen sollten die Studienergebnisse eher als Anstoß für Gespräche mit ihren Ärztinnen und Ärzten sehen als Anlass zur Panik.
„Eine frühere Menopause bedeutet nicht, dass eine Frau dazu bestimmt ist, eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, und diese Studie zeigt einen Zusammenhang, beweist aber nicht, dass der Verlust von Östrogen direkt eine Demenz verursacht“, sagte sie. Die beobachteten Zusammenhänge könnten auch durch andere biologische oder lebensstilbezogene Faktoren mitbedingt sein, die in zukünftigen Untersuchungen genauer analysiert werden müssten.
Auch sollten die Ergebnisse nicht dazu genutzt werden, die Verschreibung einer Hormonersatztherapie für alle Frauen speziell zur Demenzprävention zu rechtfertigen. Stattdessen sei ein ausgewogener, individueller Ansatz nötig, der sowohl Nutzen als auch Risiken einer Hormonersatztherapie sorgfältig abwäge und andere Präventionsstrategien nicht vernachlässige.
Studie verfolgte 18 Jahre lang die kognitive Entwicklung der Teilnehmerinnen
Die Forschenden analysierten Daten von 2603 älteren Frauen, die an zwei Langzeitstudien teilnahmen, der Religious Orders Study und dem Rush Memory and Aging Project. Sie verfolgten die Teilnehmerinnen bis zu 18 Jahre lang mit jährlichen Gedächtnistests und klinischen Untersuchungen. So konnten sie sowohl den kognitiven Verlauf als auch die Entwicklung neurodegenerativer Erkrankungen über einen langen Zeitraum hinweg nachvollziehen.
Frauen, die früher in die Menopause kamen, zeigten einen schnelleren allgemeinen geistigen Abbau, insbesondere beim episodischen Gedächtnis, und entwickelten die Alzheimer-Krankheit in einem jüngeren Alter. Ein Menopausenbeginn zehn Jahre früher entsprach im Durchschnitt etwa 1,8 Jahren weniger ohne Alzheimer im typischen Diagnosealter, was die potenzielle Bedeutung des Menopausenalters für das Erkrankungsrisiko unterstreicht.
Veränderungen im Gehirn sichtbar gemacht: MRT zeigt Abbau weißer Hirnsubstanzbahnen
Unter 774 Frauen, die wiederholt hochauflösende MRT-Untersuchungen erhielten, war eine frühere natürliche Menopause mit einem schnelleren Aufbau sogenannter „white matter hyperintensities“ verbunden – Flecken in der Bildgebung, die auf Abnutzungserscheinungen an den weißen Hirnsubstanzbahnen hinweisen. Diese Veränderungen gelten als Marker für Gefäßschäden und andere Prozesse, die mit einem erhöhten Demenzrisiko in Verbindung stehen.
Frauen, die die natürliche Menopause fünf Jahre früher erreichten, sammelten im Verlauf eines Jahrzehnts etwa 15 Prozent mehr dieser Schäden an als Frauen, bei denen dies nicht der Fall war. Der Effekt war spezifisch für die natürliche, allmähliche Menopause und zeigte sich nicht in gleicher Weise bei chirurgisch ausgelöster Menopause, was auf unterschiedliche biologische Mechanismen hindeuten könnte.
Die Rolle des Östrogens: Warum Frauen häufiger an Alzheimer erkranken
Die Forschenden wiesen darauf hin, dass Frauen in ihren 60ern nahezu doppelt so häufig wie Männer eine Alzheimer-Krankheit entwickeln, ein Unterschied, der sich nicht allein durch die höhere Lebenserwartung von Frauen erklären lässt. Die Menopause markiert den Verlust von Östrogen, einem Hormon, das mit Gehirnfunktion, Energiestoffwechsel und Entzündungskontrolle in Verbindung gebracht wird und das möglicherweise zur Erklärung dieser Geschlechterunterschiede beiträgt.
Ramskill sagte, die Ergebnisse deuteten eher auf eine Chance als auf eine Warnung hin. „Wir haben potenziell Jahrzehnte Zeit, um andere veränderbare Demenzrisikofaktoren anzugehen – darunter Blutdruck, Cholesterin, Stoffwechselgesundheit, Rauchen, Bewegung, Schlaf sowie soziale und kognitive Aktivität“, erklärte sie und plädierte für einen umfassenden Präventionsansatz.