Wohnen vor Rendite: EU plant Gesetze gegen Airbnb-Boom – das droht Ferienwohnungs-Besitzern jetzt
StartseiteVerbraucherEU dreht Airbnb den Hahn zu: Neue Regeln sollen Wohnungsnot in Urlaubsorten stoppenStand: 02.09.2026, 14:07 UhrKommentareUns auf Google folgenAirbnb-App auf einem Smartphone (Symbolbild). ©...
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EU dreht Airbnb den Hahn zu: Neue Regeln sollen Wohnungsnot in Urlaubsorten stoppen
Stand: 02.09.2026, 14:07 Uhr
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EU plant Regeln für Airbnb & Co.: Städte sollen Ferienwohnungen leichter einschränken – um den Wohnungsmarkt zu entlasten.
Brüssel – Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum hat sich von einem lokalen Problem längst zu einer sozialen Krise in europäischen Metropolen entwickelt. Eine wesentliche Ursache dafür ist der Boom kommerzieller Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb. Die Europäische Union verstärkt nun ihre Bemühungen, dem Wohnungsengpass in stark frequentierten Tourismusregionen entgegenzuwirken.
Im Rahmen eines geplanten Gesetzes für erschwingliches Wohnen beabsichtigt die EU-Kommission, neue Vorschriften zur Regulierung von Ferienwohnungen einzuführen. Ziel ist es, den Mitgliedstaaten und Kommunen eine rechtssichere Grundlage zu bieten, um dem unkontrollierten Wachstum auf dem Wohnungsmarkt entgegenzuwirken.
Wie die Cyprus Mail berichtet, soll so das Gleichgewicht zwischen der Nachfrage nach Touristenunterkünften und dem dringenden Bedarf an dauerhaften Wohnlösungen wiederhergestellt werden. Lokale und regionale Behörden erhalten damit wirksame Instrumente, um insbesondere in besonders belasteten Gebieten steuernd einzugreifen.
Schutz der Kommunen vor rechtlicher Unsicherheit
Der Kern der Verordnung besteht darin, die Kriterien für Beschränkungen europaweit zu standardisieren. Laut Cyprus Mail könnten Länder wie Zypern dadurch gezielt Obergrenzen festlegen, sobald ein nachgewiesener Druck auf den Wohnungsmarkt entsteht. Der Vorschlag soll vor allem rechtliche Grauzonen beseitigen und den langwierigen Konflikt zwischen kommunalen Eingriffen und den EU-Regeln zur Dienstleistungsfreiheit entschärfen, wie die Hankyung berichtet.
Viele europäische Tourismus-Hotspots versuchen bereits seit Jahren, diesen Herausforderungen entgegenzuwirken. Amsterdam, Berlin und Florenz haben Lizenzsysteme eingeführt und Obergrenzen für Vermietungstage festgelegt. Barcelona plant sogar, Kurzzeitvermietungen an Touristen bis 2028 vollständig zu verbieten, wie das Magazin L´Agenzia di Viaggi berichtet. Solche Maßnahmen stoßen jedoch regelmäßig auf Widerstand von Immobilienbesitzern und Plattformbetreibern. Diese argumentieren vor allem, dass die Einschränkungen die durch EU-Recht garantierte Dienstleistungsfreiheit verletzen.
Was gilt als „verhältnismäßig“?
Die geplante EU-Gesetzgebung soll für Klarheit sorgen und definieren, welche Maßnahmen rechtlich als „verhältnismäßig“ gelten. Die bisherige Rechtsprechung gleicht einem Flickenteppich. Zwar hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) bereits 2020 klargestellt, dass Kommunen Beschränkungen auferlegen dürfen, solange diese verhältnismäßig sind. Dennoch bleibt die genaue Grenze unklar, wie L´Agenzia di Viaggi erklärt. Aus Sorge vor teuren Gerichtsverfahren agierten viele Städte deshalb bislang sehr zurückhaltend.
Die EU-Kommission betont jedoch, dass Verbote und Beschränkungen allein die Wohnungsnot nicht lösen werden. Laut Berichten der Cyprus Mail wird die Regulierung durch ein Maßnahmenpaket ergänzt, das den Neubau fördert, die Sanierung von Leerstand beschleunigt, den sozialen Wohnungsbau stärkt und Planungsprozesse vereinfacht.
Dass der Widerstand der Lobbyanhänger weiterhin stark sein wird, zeigt die Argumentation der Betreiber. Unternehmen wie Airbnb bestreiten weiterhin, dass Kurzzeitvermietungen die Hauptursache für steigende Wohnkosten sind. Laut der Korea Economic Daily warnen sie davor, dass übermäßig restriktive Maßnahmen der lokalen Wirtschaft schaden könnten, die vom Tourismus abhängig ist. (Redaktion)