Er vermittelte vermisste Deutsche an Jeffrey Epstein: Modelagent tot in Pariser Wohnung gefunden
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Stand: 22.07.2026, 20:23 Uhr
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Daniel Siad aus Frankreich arbeitete offiziell als Model-Scout – in Wahrheit soll er Mädchen an Jeffrey Epstein verkauft haben. Nun ist er verstorben.
Paris – Dem französischen Modelagenten Daniel Siad wird vorgeworfen, Mädchen und junge Frauen an den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein vermittelt zu haben – darunter auch die 22-Jährige Michele aus Deutschland, die seit 2015 als vermisst gilt. Nun gibt es eine neue Wende in dem Fall: Der 69-Jährige ist tot in der Nähe von Paris aufgefunden worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft von Nanterre am Mittwoch (22. Juli) mit.

Daniel Siad war in den vergangenen Monaten zunehmend ins Visier der französischen Staatsanwaltschaft gerückt, nachdem die US-Justizbehörde die Epstein-Akten freigegeben hatte. Während sich der Familienvater in eigenst veröffentlichten Stellungnahmen im Internet als unschuldig und professionell in seinem Umgang mit Models beteuerte, zeichneten Inhalte aus den veröffentlichten Akten ein gänzlich anderes Bild: In zahlreichen Nachrichten preist er junge Mädchen und Frauen an, schickt Fotos von ihnen und schlägt Epstein Treffen vor. Er erwähnt dabei mehrfach Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren.
Modelagent Daniel Siad tot in Frankreich aufgefunden – er soll Mädchen an Jeffrey Epstein vermittelt haben
Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt zur Todesursache von Daniel Siad. Er sei von seiner 28 Jahre alten Mitbewohnerin am Montag leblos in der Küche des Wohnhauses im Pariser Vorort Colombes entdeckt worden, berichtete die Zeitung Le Parisien. Seit Februar hatten insgesamt fünf Frauen Anzeige gegen Siad wegen Vergewaltigung und Menschenhandels erstattet. Zu einer Anhörung in den Ermittlungen war es nicht mehr gekommen.
Der Franzose rückte zuletzt auch ins Visier eines deutschen Journalistenteams, das zu dem Vermisstenfall der damals 22-jährigen Michele aus 2015 recherchierte. Der Spiegel und das ZDF-Dokuformat „Die Spur“ hatten den Fall monatelang gemeinsam untersucht und im Juli ihre Ergebnisse veröffentlicht: Sie fanden heraus, dass die damals 22-jährige Michele ein Jahr vor ihrem Verschwinden mehrmals in den Epstein-Akten erwähnt wird – Daniel Siad pries die junge Frau damals wie viele weitere in Mails an den Sexualstraftäter an.
„Ich habe mich gefragt, ob du ein Ticket für Michele schicken möchtest, das Mädchen aus Deutschland, das du verpasst hast“, soll Siad laut dem ZDF in einer Mail an Epstein geschrieben haben. Und: „Sie ist ein Mädchen, das ich sehr gut kenne, großartige Person.“ Damals war Michele 21 Jahre alt. „Du wirst sie lieben.“
Die Epstein-Akten lieferten zum ersten Mal seit rund einem Jahrzehnt neue Hinweise. Ob es jemals zu einem direkten Kontakt oder Treffen zwischen Michele und Jeffrey Epstein gekommen ist, bleibt bis heute unklar. Ihre Spur verliert sich im September 2015, als sie erneut zu einer ihrer vielen Reisen aufbricht. Ihre Eltern erzählen in einem Interview mit dem Journalistenteam, dass sie immer Model werden wollte.
Vermisste Michele aus Deutschland: So lernte sie den Modelagenten Daniel Siad kennen
Michele sei zunächst 2013 in Dubai, wo sie zeitweise lebte, von Daniel Siad angeworben worden. Seitdem habe sie regelmäßig mit ihm telefoniert und sei in engem Austausch mit dem Model-Scout gewesen. Teilweise habe sie „Angst gehabt“, berichtet ihr Vater. Viel preisgeben über ihre Zusammenarbeit wollte sie laut ihm aber nicht. Ihre Mutter traf den Models-Scout laut eigener Aussage einmal persönlich. Sie sei während eines Urlaubs in Dubai von ihm zum Essen eingeladen worden.
Bis heute fehlt von Michele jede Spur. Auch eine digitale Recherche findet kein einziges Lebenszeichen der jungen Frau seit 2015. Zuvor sei sie noch auf Airbnb und anderen Portalen aktiv gewesen – das habe sich ab September 2015 schlagartig geändert. Micheles Mutter befürchtet, dass ihre Tochter nicht mehr am Leben ist. Klarheit hat die Familie bis heute nicht. Die Staatsanwaltschaft sagte gegenüber dem ZDF, dass eine öffentliche Fahndung nicht geplant sei. Es werde jedoch über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens entschieden. (Quellen: ZDF, AFP) (no)